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Umland Chorgemeinschaft möchte wieder am „Schwarzes Teich“ singen
Region Umland Chorgemeinschaft möchte wieder am „Schwarzes Teich“ singen
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10:12 26.09.2018
„Schwarzes Teich“ ist nur noch eine grüne Pfütze. Nach der Entschlammung steht die Reparatur des Mönchbauwerks sowie der Bau eines neuen Ablaufes an. Quelle: Foto: Silvio Kuhnert
Radebeul

„Schwarzes Teich“ im Radebeuler Waldpark soll wieder sauberes Wasser haben. Das jedenfalls wünscht sich die „Chorgemeinschaft Radebeul-Lindenau 1895“. Mit einer Petition haben sich über 30 Sänger und Sängerinnen nun an den Stadtrat gewandt, in der sie sich für „eine Sanierung des Gewässers im Einklang mit der natürlichen Umgebung“ aussprechen. Den Chormitgliedern sei bewusst, dass dies mit entsprechenden Kosten verbunden sei. „Das müsste es aber unserer Stadt wert sein“, meinen sie.

„Schwarzes Teich“ befindet sich auf der Nordseite des Steinrückens unterhalb des Kiesgrubenweges auf der Flur Kötzschenbroda Oberort. Es handelt sich um ein künstliches Gewässer, welches laut Stadtlexikon „im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts durch den Besitzer des Weingutes Friedstein, Georg Wilhelm Schwarz (1782-1842), zur Bereitstellung von Brauchwasser und zur Speisung der Brunnenanlage des Herrenhauses Altfriedstein“ angelegt wurde. Daher auch der Name „Schwarzes Teich“.

Das Gewässer ist ein Ort mit kultureller Traditionen. Anfang Juni jedes Jahres trafen sich dort bislang Musikfreunde aus der Lößnitzstadt zum gemeinsamen Singen. „Auch unsere Chorgemeinschaft hat diese Gelegenheit immer wieder genutzt“, berichten die Petenten. Jedoch der Zustand des Teiches verschlechterte sich zusehends und von dem Wasser gingen unangenehme Gerüche aus. „Im letzten Jahr trat ein, was schon länger absehbar war. Der Teich war mittlerweile so verschmutzt, dass er für solche Veranstaltungen nicht mehr zumutbar war. Inzwischen ist er gänzlich ausgetrocknet“, beklagt der Singekreis.

„Schwarzes Teich“ war stark verschlammt. Eine Entschlammung und Sanierung hatte die Stadt bereits für dieses Jahr geplant. Im Frühjahr verlor der Teich dann ungewollt den Großteil seines Wassers. Das Mönchsbauwerk, über den der Abfluss reguliert wird, ging kaputt. Dann kam die anhaltende Dürre, was wiederum für die Entschlammung von Vorteil war. Die unerwünschten Ablagerungen auf dem Teichgrund trockneten ab. Rund 150 Kubikmeter Schlamm wurden in diesem Monat ausgebaggert und abtransportiert, wie Maja Seidel vom Amt für Stadtgrün informiert. Die Kosten betrugen rund 25000 Euro.

In der kommenden kalten Jahreszeit sollen weitere Arbeiten folgen. „Dazu gehört zum einen die Reparatur des Mönchs. Zum anderen wollen wir einen neuen Ablauf bauen“, kündigt Seidel an. Der neue Überlauf soll künftig für eine bessere Durchströmung des Teiches sorgen und somit zu einer Verbesserung der Wasserqualität führen.

Die Chorgemeinschaft macht sich derweil Sorgen, dass „Schwarzes Teich“ nach den baulichen Veränderungen überhaupt wieder einen Wasserstand von im Schnitt 1,80 Meter erreicht. Grund sind Probleme mit der Wasserzufuhr. In diesem Jahr ist der Zulauf komplett versiegt.

Bislang wurde der Teich unter anderem durch das auf der Oberen Burgstraße anfallende Regenwasser gespeist. Dort finden derzeit allerdings Kanalarbeiten im Zuge der Umsetzung des Abwasserbeseitigungskonzeptes sowie der grundhafte Ausbau des Straßenzugs mit durchgehender Asphaltdecke statt. Der Niederschlag wird danach in einem Regenwasserkanal gesammelt und am Teich vorbei abgeleitet. Eine andere Quelle für „Schwarzes Teich“ ist Schichtenwasser von den umliegenden Hängen und Höhen. Allerdings machen Berichte von kaputten Drainagerohren die Runde, die aus Gründen des Biotopschutzes nicht repariert werden dürften.

Der Stadtrat hat jüngst die Verwaltung beauftragt, mögliche Probleme mit der Wasserzufuhr aufzuklären und, wenn erforderlich, Lösungen auf einer der nächsten Sitzungen zu präsentieren.

Von Silvio Kuhnert

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