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Umland Chemiewerk Schill & Seilacher informierte Anwohner über neue Sicherheitstechnik
Region Umland Chemiewerk Schill & Seilacher informierte Anwohner über neue Sicherheitstechnik
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08:34 19.10.2017
Werksleiter Uwe Dittrich mit den Plänen für den modernen Wiederaufbau der Herstellungsanlage P1, die 2014 in die Luft flog. Quelle: Daniel Förster
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Pirna

Ein lauter Knall schreckte die Anwohner auf, als im Dezember 2014 eine Produktionsanlage der Schill & Seilacher Chemie GmbH explodierte. Bei dem Unfall kam ein Arbeiter ums Leben, vier weitere wurden verletzt. Blechteile der betroffenen Anlage P1 flogen durch die Luft und landeten auf Häuserdächern und Nachbargrundstücken.

„Dass so etwas noch einmal passiert, ist mit der neuen Konzeption nahezu unmöglich“, erklärt Uwe Dittrich. Er ist Werksleiter der Gesellschaft Schill & Seilacher, welche in Pirna Verarbeitungshilfen, unter anderem für die Faser- und Textilindustrie herstellt. Das Unternehmen beabsichtigt, ihre Produktionsstätte in Pirna-Neundorf auszubauen. Die Planungen, die Vielstoffanlage P1 wieder zu errichten, sind bereits weit fortgeschritten. Am gestrigen Abend organisierte die Unternehmensleitung eine Informationsveranstaltung. Anwohner und Stadträte wurden eingeladen, um sie von den Bauplänen und dem Stand der Genehmigungsverfahren in Kenntnis zu setzen. Während der Veranstaltung des Unternehmens erläuterten unabhängige Sachverständige und Gutachter die Vorhaben des Unternehmens und gingen auf die Modernisierung der Gebäudehülle ein.

Am Standort in Pirna-Neundorf soll die Anlage ab Januar 2018 „in wesentlich modernisierter und noch sicherer Form gebaut werden“, sagte Dittrich. Bis frühestens Sommer 2018 sollen die Baumaßnahmen beendet sein, welche das Chemieunternehmen zwischen 6 und 7 Millionen Euro kosten.

Nach dem Zwischenfall 2014 entbrannte eine Diskussion um die Sicherheitsvorkehrungen der Anlage. Auch die Stadt Pirna gab den geplanten Wiederaufbau nicht ohne Weiteres frei: Der Stadtrat will einen erneuten Störfall verhindern, um auch den Anwohnern Sicherheit versprechen zu können. Die gemeindliche Zustimmung, welche im April diesen Jahres erteilt wurde, war daher an Bedingungen geknüpft.

Bei der Konzeption ist man den Forderungen nachgegangen, erklärte der zuständige Ingenieur Frank Dahlhaus. „Die neue P1-Anlage soll mit einer Rück- und Seitenwand aus Stahlbeton versehen werden. Sowohl das Dach, als auch die Vorderseite erhält eine Stahlplattenkonstruktion, die starken Überdruck im Inneren des Gebäudes aushält“, erläuterte Dahlhaus. „Schachbrettartig sind zudem rund 35 Druckentlastungsklappen in die Gebäudehülle eingelassen, die sich im Notfall öffnen. Stahlnetze vor diesen Öffnungen verhindern das Austreten von Anlagenteilen.“ Mit diesen Maßnahmen sei die Sicherheit der Anwohner gewährleistet.

Zusätzlich sollen Aktivkohlefilter für die Säuberung der Abluft sorgen und eine Lärmschutzwand gebaut werden.

Der Betrieb in Neundorf war zwar in den letzten drei Jahren aufrechterhalten worden, jedoch wäre die P1-Anlage der größte und technisch anspruchsvollste der fünf Produktionskomplexe des Standorts. Für das Chemiewerk sei die P1 mit ihren fünf Rührkesseln und zahlreichen Nebenanlagen existenziell für den Fortbestand des Standortes in Neundorf mit rund 160 Arbeitsplätzen, so Dittrich.

Von Junes Semmoudi

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