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Umland Bürgerinitiative Serkowitz möchte Tempo 30 zurück
Region Umland Bürgerinitiative Serkowitz möchte Tempo 30 zurück
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18:01 06.12.2018
Tempo-30-Schild möchte die BI Serkwoitz an der Kötzschenbrodaer Straße sehen.. Quelle: dpa
Radebeul

In den zurückliegenden Jahren war es still um die Bürgerinitiative Serkowitz (BI) geworden. Doch nun melden sich die Kämpfer für weniger Verkehr und eine Reduzierung des Lärms auf der Kötzschenbrodaer Straße mit drastischen Worten zurück. „Wir fühlen uns verarscht“, sagen sie angesichts der neuen Tempo-Schilder. Am Ortseingang aus Dresden kommend sowie kurz nach der Einmündung zur Serkowitzer Straße auf der Gegenspur stehen sie. Wo einst 30 stand, prangt nun 50.

Die Radebeuler Stadtverwaltung hat das Tempolimit angehoben. Statt 30 sind nun 50 Kilometer je Stunde in dem rund 350 Meter langen Abschnitt erlaubt. „Sie hat den Verkehrsversuch einfach für beendet erklärt, ohne mit uns zu reden oder uns gar zu informieren“, beschwert sich die BI. Nach dem Abbau des stationären Blitzers im Jahr 2014 wurde zwei Jahre später Tempo 30 für alle Fahrzeuge angeordnet. Vorher galt das nur für Lkw.

Nun gilt genau das Gegenteil: Auch Brummis dürfen mit 50 auf der Tachonadel durch das Gebiet mit den engen Gehwegen und den Häusern, die nah an der Fahrbahn liegen, fahren. „Hier wird eine von allen Betroffenen (Verkehrsteilnehmer und Bewohner) gefundene und akzeptierte Verkehrslösung ohne Mühe und Not zu Ungunsten der Gesundheit entschieden“, beschwert sich die BI.

Seit fast 20 Jahren setzt sie sich für Lärmschutz ein. Da die Häuser so dicht an der Straße stehen, hören sie jedes Fahrzeug. Bei jedem Lkw, der vorbeibrettert, wackeln die Wände und klappert das Geschirr in den Schränken.

Dass die Anwohner vom Straßenkrach besonders betroffen sind, haben sie schwarz auf weiß im erst im Juni dieses Jahres vom Stadtrat verabschiedeten aktualisierten Lärmaktionsplan. Für diesen musste die Lößnitzstadt auch Straßen kartieren, auf denen im Jahr mehr als drei Millionen Kraftfahrzeuge rollen. Dies entspricht in etwa einer durchschnittlichen täglichen Verkehrsbelegung von 8200 Kfz in 24 Stunden. Die direkt an der Kötzschenbrodaer Straße stehenden Häuser sind mit Pegeln zwischen 65 und 70 Dezibel im Tagesmittel bzw. 55 bis 60 Dezibel im Nachtindex belastet. An einzelnen Fassaden werden auch Werte der nächsthöheren Pegelklasse erreicht. Als gesundheitlich bedenklich gelten Werte über 65 Dezibel am Tag und mehr als 55 nachts.

Zu den Lärm-Hotspots zählt der Bereich ab dem Ortseingangsschild bis zur Einmündung Serkowitzer Straße auf der Kötzschenbrodaer Straße. Im Lärmaktionsplan werden als Maßnahmen zur Lärmminderung unter anderem die Einführung weiterer Tempo-30-Zonen in Wohngebieten und sensiblen Bereichen vorgeschlagen. Daher verstehen die BI-Mitglieder nicht, warum bei ihnen vor der Haustür die Geschwindigkeit wieder angehoben wurde. Sie bitten die Stadt, die Verkehrsanordnung zu überdenken.

Im Rathaus möchte man sich gegenwärtig zu den Gründen der Abordnung von Tempo 30 nicht äußern, da ein Widerspruchsverfahren anhängig ist. „Wir befinden uns also in einem laufenden Verwaltungsverfahren. Bevor dieses nicht entschieden ist, können keine detaillierten Angaben gemacht werden“, heißt es auf DNN-Anfrage.

Von Silvio Kuhnert

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