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Umland Buchhandlung „Findus“ in Tharandt gehört zu den drei besten in Deutschland
Region Umland Buchhandlung „Findus“ in Tharandt gehört zu den drei besten in Deutschland
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17:19 31.08.2017
„Ich bin stolz darauf und froh“, sagt Annaluise Erler, Inhaberin der Buchhandlung „Findus“, zur Auszeichnung. Quelle: Julius Erler

Beim Buchverkauf läuft es nicht anders als im sonstigen Einzelhandel. Die großen Ketten beherrschen den Markt. Wer sich als Einzelkämpfer behaupten will, muss schon so pfiffig sein wie der Kater Findus aus dem skurrilen schwedischen Duo Pettersson und Findus. Genau so heißt denn auch die Buchhandlung in der Forststadt Tharandt, die am Donnerstag in Hannover mit einem der drei Hauptpreise für die beste Buchhandlung Deutschlands ausgezeichnet wurde. Die vier Söhne votierten 1993 einstimmig für diesen Namen, erinnert sich Inhaberin Annaluise Erler.

Ein Jahr zuvor hatte ihr Mann Jörn, aus Niedersachsen kommend, an der forstwissenschaftlichen Fakultät eine Professur erhalten. Seit 2007 hat „Findus“ auch seinen Sitz im ehemals so genannten Professorenhaus, einem prächtigen Bürgerhaus in der Ortsmitte. Als die gelernte Buchhändlerin 1993 eine Buchhandlung eröffnen wollte, wurde sie sogar von Freunden für verrückt erklärt. „Das kann nicht klappen“, bekam sie zu hören. Gerade kleine DDR-Buchhandlungen gingen reihenweise ein, der Buchmarkt strukturierte sich neu. Es klappte mit Hilfe der Familie aber doch. Und es reichte zunächst zu einer Nominierung bei der ersten Ausschreibung eines Deutschen Buchhandlungspreises durch Kulturstaatsministerin Monika Grütters vor zwei Jahren. Nun ist es unter 117 Nominierten sogar einer der drei Hauptpreise. „Ich bin stolz darauf und froh“, sagt spürbar aufgeregt die 56-Jährige, bevor sie mit ihrem Mann zur Preisverleihung aufbricht.

Gibt es ein Erfolgsrezept? Guter Kundenkontakt versteht sich fast von selbst. „Die Nische pflegen“, fügt Annaluise Erler hinzu und meint damit die unabhängigen und Kleinverlage, die hier eine Chance bekommen. Die Rubrik „Jagd & Forst“ spricht speziell die Studenten der ältesten forstwissenschaftlichen Fakultät Deutschlands an. Überall laden Tische, Stühle und Sessel zum Schmökern ein. Kaffee, Tee oder Wasser kann man dazu genießen. Eine Mutter schätzt besonders die Kinderecke für ihre beiden Jüngsten. Andere loben die gute Beratung und den Service, zum Beispiel das Einschlagen von Büchern. Dass ein online bestelltes Buch am nächsten Tag abgeholt werden kann, gehört schon fast zum Standard.

„Findus“ wirkt relativ geräumig, und dieser Platz wird für die zahlreichen Veranstaltungen auch benötigt. Mit Lesereihen, Kunstauktionen und Kinderangeboten ist die Buchhandlung zugleich ein Kulturzentrum im 5000 Einwohner zählenden Tharandt. Leseförderung liegt Annaluise Erler besonders am Herzen. Viele der Fünfjährigen, die hier mit Lesestunden anfangen, tauchen als Gymnasiasten im Leseclub wieder auf. Auch Studenten begleitet sie über viele Jahre. Eine Institution eben. Und in welcher Buchhandlung sonst fände man ein Regal mit Weinen aus dem österreichischen Weinviertel? Regelmäßig kommt ein befreundeter Winzer zu Weinproben, elf Weine und elf Bücher werden vorgestellt. Mit dem Preisgeld von 25 000 Euro wird Familie Erler mehr investieren können als die Mikrofonanlage für Veranstaltungen, die das Anerkennungsgeld bei der ersten Bewerbung 2015 hergab.

Von Michael Bartsch

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