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Umland Braucht Pirna eine Kulturstätte?
Region Umland Braucht Pirna eine Kulturstätte?
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12:53 02.11.2018
Das „Weiße Roß“ in Pirna hat viel Platz für Kultur zu bieten. Ob der aber überhaupt benötigt wird, lässt die Stadtverwaltung nun in einer Umfrage ermitteln. Quelle: Daniel Förster
Pirna

Sommer dieses Jahres. Pirnas Kult-Gasthaus „Weißes Roß“ ist geschlossen, die Fenster sind mit Holzbrettern vernagelt. Inhaber Klemens Kosok hat ein schwarzes Schild über dem Fensterbrett befestigt. „Übernahme und Ausbau Saal hat der Stadtrat abgelehnt!“ ist darauf zu lesen. Auf einem anderen Schild ist Pirnas Bürgermeister abgebildet, flankiert von den Worten „Festsaal für Pirna – was nun, OB Hanke?“

Die unmissverständlichen Botschaften hat der aufgebrachte Restaurant-Inhaber zwar mittlerweile wieder abgehängt, dennoch gilt das Kulturprojekt „Weißes Roß“ vorerst als gescheitert. Stadtoberhaupt Klaus-Peter Hanke (parteilos) wollte das Gasthaus mit dem großen Saal eigentlich zur Kulturstätte ausbauen lassen, der Stadtrat vertagte die Entscheidung jedoch, sodass 2017 die Frist für eine mögliche Förderung verstrich. Somit fehlt Pirna heute noch immer ein richtiger Veranstaltungssaal.

Umfrage soll Kulturbedarf aufzeigen

Doch stören sich die Pirnaer überhaupt daran? Und wie viel Kultur wird eigentlich von den Bewohnern der Sandsteinstadt gewünscht? Das möchte das Rathaus wissen – und hat daher nun eine anonymisierte Umfrage zu einer möglichen neuen Kulturstätte gestartet. Insgesamt 3 500 zufällig ausgewählten Pirnaern sendet die Stadt in den kommenden Tagen einen entsprechenden Fragebogen zu.

„Die Adressaten werden um Auskunft zu ihrem kulturellen Leben gebeten“, sagt Stadtsprecher Thomas Gockel. „So sollen die Befragten beispielsweise angeben, wie sie ihre kulturellen Freizeitinteressen planen und organisieren.“ Von diesem ersten Schritt erhofft sich die Stadt, die gewünschten Inhalte und Aufgaben einer Kulturstätte in Pirna zu erfahren.

Das ausgefüllte Umfragepapier soll bis Ende Dezember an die Hochschule Zittau/Görlitz zurückgeschickt werden. Die Hochschule kooperiert in diesem Anliegen mit der Großen Kreisstadt Pirna. Experten der Fachhochschule sind es auch, denen die Auswertung der Umfrageergebnisse obliegt. Die Resultate werden voraussichtlich im kommenden Frühjahr der Öffentlichkeit vorgestellt und anschließend weiter bearbeitet. „Am Ende soll eine ergebnisoffene Machbarkeitsstudie entstehen, die bereits bestehende Gebäude im Hinblick auf ihre Tauglichkeit als Kulturstätte analysiert“, so Gockel.

Neue Kulturstätte kommt nicht vor 2021

Auch will die Stadt mittels Machbarkeitsstudie feststellen, ob der Kulturbedarf der Einwohner durch einen neuen Saal gedeckt wird. Hier könnte das „Weiße Roß“ als Option durchaus wieder ins Spiel kommen, ebenso der Saal im einstigen Hotel „Schwarzer Adler“. Nach der Diskussion um einen geeigneten Standort soll die beauftragte Hochschule Zittau/Görlitz schließlich eine Kostenschätzung für mögliche Bauvorhaben vornehmen, teilt die Stadtverwaltung mit.

Und wann könnte nun eine neue Veranstaltungsstätte in Betrieb gehen? In Pirnas Doppelhaushalt für 2019 und 2020 ist ein möglicher Um- oder Neubau einer Kulturstätte jedenfalls nicht vorgesehen. „Das wird bis dahin zeitlich kaum zu schaffen sein“, versichert Stadtsprecher Gockel. Vielmehr sei das Ziel, die Planungen und Vorbereitungen bis 2020 abzuschließen, um die entsprechenden Mittel im Haushalt für 2020/21 zu verankern. „Eine neue Kulturstätte wird also frühestens in drei Jahren geschaffen.“ Förster

Ausgefüllter Fragebogen an Hochschule Zittau/Görlitz, Fakultät Management- und Kulturwissenschaften, Furtstrasse 3, 02826 Görlitz.

Von Junes Semmoudi

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