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Umland Body-Painting beim Felsklettern
Region Umland Body-Painting beim Felsklettern
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10:44 01.08.2016
Steffen Lange und Vroni Bierbaum an der Schlüsselstelle der Route „Regenbogenkrieger“. Quelle: Mike Jäger
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Sächsische Schweiz

Am Wandfuß des Hohen Torsteins, eines Kletterfelsens in den Schrammsteinen bei Ostrau, liegen mehre Farbkästen und Pinsel im Gras, daneben aber auch Kletterutensilien. Junge Leute stehen am Einstieg zu einem Kletterweg. Sie bemalen ihre Körper gegenseitig mit Wasserfarben.

Vroni Bierbaum, die als Physikerin in Österreich arbeitet, hatte dort beim Wien-Marathon eine Idee. Läufer sieht man manchmal mit Körperbemalung. Offensichtlich haben diese Spaß damit. Vroni geht oft mit ihrem Freund Steffen Lange im Elbsandsteingebirge klettern. Dort will sie versuchen, Bodypainting, so die englische Bezeichnung für Körperbemalung, beim Klettern am Fels umzusetzen. Profis bemalen menschliche Körper, dass sie wie Gemälde aussehen. Solche hohen Ansprüche haben die Kletterer nicht. „Ich besitze nur einen Wassermalfarbkasten.“ sagt Vroni mit einem spitzbübischen Lächeln. Sie sei keine Künstlerin. Beim Klettern in der Sächsischen Schweiz habe es so etwas ihres Wissens nach bisher noch nicht gegeben. Dreieinhalb Stunden dauert es, bis die Körper fertig bemalt sind. Vroni friert durch das starre Stehen im Schatten. Sie rennt durch den Wald, um warm zu werden. Wanderer schauen verdutzt auf ihren bunten Körper. „Ich fühle mich gar nicht nackig“, ruft Vroni.

Steffen Lange aus Dresdner macht sich als erster bereit, die Route zu durchsteigen. Der Kletterweg verläuft durch die 60 Meter hohe Westseite am Hohen Torstein und hat den Namen „Regenbogenkrieger“. Die jungen Leute haben sich durch den Wegnamen inspirieren lassen. Steffens Körper ist mit den Farben des Regenbogens bemalt. Er wollte den Kletterweg schon immer einmal begehen. Die Route ist für ihre Schönheit bekannt. Außerdem war Steffens Mutter 1985 bei der Erstbegehung dabei gewesen. Steffen philosophiert: „Der Regenbogenkrieger – das ist ein friedlicher Krieger.“

Der Kletterweg startet mit einem Spalt, in dem der Körper verklemmt werden muss. Steffen betrachtet die abgerubbelte Haut auf seinen Armen und meint: „Rissklettern ist nicht so gut für die Farbe.“

Der Dresdnerin Maria Müller ist der Kletterweg im Schwierigkeitsgrad VIIIb zu schwierig. Dafür erkennt man sofort ihr künstlerisches Talent. „Mein Kletterfreund André hat mich eingeladen, weil ich malen kann“, sagt sie. Die Malerei auf dem Körper von André Lütke strahlt wie eine Aura auf der grauen Sandsteinwand. Auch Frank Thiem aus Dresden hilft beim Konturieren der Körperflächen. „Aber, ich hatte nur eine 3 in Kunst“, witzelt er.

Im Gegensatz zu den strahlenden Farben steht die Körperbemalung Vronis. Düsteres Schwarz und Totenköpfe lassen den Tod erkennen. Der Tod, der zum Leben dazu gehört und auch beim Klettern manchmal relevant ist. Der Pirnaer Kletterer Peter Weber ist Orthopädie-Mechaniker. „Normalerweise baue ich künstliche Gliedmaßen.“ Er ist für das Aufmalen der Knochen zuständig. Die Kletterer haben große Freude an ihrer Aktion. Das Auseinandersetzen mit dem Fels, der Kletterei, der Route mit ihrem Namen, und Selbsteinschätzung, das ist typisch für das Sächsische Bergsteigen.

Nach dem erfolgreichen Durchstieg der Route wollen die Kletterer in Krippen zu einem Polterabend und dort für Überraschung sorgen. Hinterher soll die Bemalung beim Baden in der Elbe abwaschen werden.

Von Mike Jäger

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