Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -2 ° wolkig

Navigation:
Google+
Blitzer bringen Radebeul 1,1 Millionen Euro ein

59 044 Temposünder erwischt Blitzer bringen Radebeul 1,1 Millionen Euro ein

Rund 1,1 Millionen Euro haben zu eilige Autofahrer 2016 der Radebeuler Stadtkasse eingebracht. Genau 59 044 Temposünder haben die vier stationären Starenkästen und der gemeinsam mit Coswig betriebene mobile Blitzer im Stadtgebiet erwischt. Probleme gibt es, weil die Richter des Amtsgerichts Meißen die Datenverarbeitung kritisieren.

Voriger Artikel
Radebeul hat seit 2005 rund 28 Millionen Euro für Schulen ausgegeben
Nächster Artikel
Abrisspläne für den Sonnenstein in Pirna

Die Waldstraßenblitzer haben gemeinsam für 486 000 Euro Einnahmen gesorgt. Der rechte ist dabei etwas erfolgreicher als der linke.

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul. Rund 1,1 Millionen Euro haben zu eilige Autofahrer 2016 der Radebeuler Stadtkasse eingebracht. Genau 59 044 Temposünder haben die vier stationären Starenkästen und der gemeinsam mit Coswig betriebene mobile Blitzer im Stadtgebiet erwischt. Der Löwenanteil geht dabei auf den mobilen Blitzer zurück, dem rund 18 700 Raser ins Netz gingen und auf den insgesamt Buß- und Verwarngelder in Höhe von knapp 364 000 Euro zurückzuführen sind.

Unter den stationären Blitzern stehen die Spitzenreiter nach wie vor kurz hinter einem Ortseingangsschild an der Waldstraße in einer Tempo-30-Zone an einem Fußgängerüberweg. Wobei interessanterweise der in Fahrtrichtung Baumwiese der erfolgreichere der beiden Waldstraßenblitzer ist. 12 909 Fahrer (251 400 Euro Buß- und Verwarngelder) wurden dort erwischt, obwohl die Straße in dieser Fahrtrichtung ansteigt. Auf der Gegenseite, wo Autofahrer wegen des Gefälles abbremsen müssen, um die vorgeschriebenen 30 Stundenkilometer nicht zu überschreiten, waren es dagegen mit 12 050 (234 600 Euro) etwas weniger.

Nachdem sich die Autofahrer so langsam an die im Herbst 2014 installierten Blitzer gewöhnen konnten, sind die Fallzahlen insgesamt rückläufig. 2015 haben die vier Starenkästen 66 500 Mal geblitzt, im vergangenen Jahr waren es dagegen nur knapp 40 400 Mal, ein beachtlicher Rückgang. Im Rathaus begrüßt man die Entwicklung als einen bei den Autofahrern eingetretenen Lerneffekt, der Gefahrenstellen entschärfen helfe. Musterschüler fahren nach dieser Lesart vor allem die Wilhelm-Eichler-Straße entlang. Der dort vor einer Schule postierte Starenkasten hat 2016 nur 2505 mal geblitzt und nicht einmal 49 000 Euro eingenommen.

Einen Spitzenwert der anderen Art hat dagegen der Blitzer an der Meißner Straße auf Höhe von Schloss Wackerbarth registriert, wo Autofahrer laut Ingolf Zill, Sachgebietsleiter für Verkehrsangelegenheiten im Rathaus, nach wie vor besonders gerne auf die Tube drücken: Dort ist 2016 ein Raser mit 120 Stundenkilometern durchgefahren. Laut aktuellem Bußgeldkatalog bedeutet das 480 Euro Bußgeld, drei Monate Fahrverbot und zwei Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei.

Wobei das nicht die zwangsläufige Folge sein muss. Nach wie vor werden Radebeuler Blitzerverfahren nach Anfechtungen von erwischten Rasern vom Amtsgericht Meißen eingestellt, weil die Datenverarbeitung durch eine externe Firma von den Richtern kritisiert wird. Ein Problem, über das die DNN bereits im Dezember 2015 berichteten und das trotz diverser Gesprächsanläufe, wie sie beispielsweise Ordnungsbürgermeister Winfried Lehmann (CDU) im vergangenen Frühjahr angekündigt hat, in unveränderter Form fortbesteht. Es gebe „keine Veränderungen“ heißt es knapp aus dem Rathaus. Gleichzeitig wird die nächste Gesprächsinitiative angekündigt.

Wobei die Ausmaße des Problems nicht auszumachen sind. Verkehrsfachmann Zill sieht sich außerstande, die Zahl vom Amtsgericht eingestellter Verfahren zu benennen. Bei lediglich einer Handvoll habe das Gericht mitgeteilt, dass es an der Datenverarbeitung liege, sagt er. Da die Richter keine Gründe angeben müssen, wird die überwiegende Mehrheit stillschweigend zu den Akten gelegt.

Von Uwe Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Umland

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr