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Umland Besserer Flutschutz durch Regenrückhaltebecken auf Ex-Schießplatz
Region Umland Besserer Flutschutz durch Regenrückhaltebecken auf Ex-Schießplatz
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18:38 04.07.2018
Ronald Ramisch zeigt auf das fast fertige Regenwasserrückhaltebecken auf dem einstigen GST-Schießplatz. Es fehlt nur noch die Begrünung. Quelle: Foto: Silvio Kuhnert
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Radebeul

Als Ronald Ramisch vor rund einem Jahr einen DNN-Reporter über die Baustelle Kottenleite/Obere Johannisbergstraße in Radebeul führte, war der ehemalige Schießplatz der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) nur eine brachliegende Wiese. Jetzt schaut der Projektkoordinator der Beteiligungsgesellschaft Radebeul (BGR) sozusagen auf das Herzstück der Hochwasserschadensbeseitigung auf dem über 1,2 Kilometer langen Straßenabschnitt. „Das Regenwasserrückhaltebecken ist zu 90 Prozent fertig“, sagt Ramisch. Im Laufe dieser Woche muss nur noch der Rasen gesät werden. Das Becken soll bald grün sein.

Der Projektleiter der Großbaustelle hofft auf Regen: „Sanfter Landregen wäre jetzt wichtig“, damit das Gras anwachsen und gedeihen kann, um so eine Erosion der Dämme zu verhindern. Anfang dieses Jahres begannen die Arbeiten für den Stauraum. „Neben umfangreichen Erdbewegungen für die Profilierung der Sohle und der Herstellung der Erdwälle erfolgte der Einbau einer Abdichtung aus Tondichtungsbahnen. Weiterhin wurde ein Einlauf- und ein Auslaufbauwerk errichtet“, informiert Ramisch.

59 und 63 Meter messen die Seitenlängen des Beckens. Rund 4000 Kubikmeter Regenwasser kann es aufnehmen. In 1,60 Meter Höhe gibt es einen Überlauf in Richtung Meißner Straße. Zwischen Regenwasserrückhaltebecken und der Hauptverkehrachse der Lößnitzstadt befindet sich eine langgestreckte und tiefer als die Straße liegende Retentionsfläche. Dort kann Wasser versickern, sollten doch einmal so viele Niederschlagsmengen anfallen, dass das Fassungsvermögen des Speichers überschritten wird. „Die Wahrscheinlichkeit, dass das Becken überläuft, ist aber gering“, so Ramisch.

Mit der Fertigstellung des Regenwasserrückhaltebeckens kann der Straßenbau auf Kottenleite und der Oberen Johannisbergstraße zwischen Meißner und Ringstraße so richtig durchstarten. Der Höhenunterschied zwischen den beiden Enden der Baustelle beträgt rund 60 Meter. Bevor die Kottenleite auf die Obere Johannisbergstraße trifft, durchquert sie ein Kerbtal. „Die Beherrschung der Regenwassermassen ist das A und O. Ohne funktionierender Entwässerung sowie dem Regenwasserrückhaltebecken hat die Instandsetzung der beiden Straßen keinen Sinn“, sagt Ramisch. Denn die seit April 2017 laufenden Bauarbeiten sollen nach Abschluss ein Szenario wie im Jahr 2013 künftig verhindern.

Nach heftigem Starkregen rollte damals eine Schlamm- und Wasserlawine die Kottenleite hinab. Sie überschwemmte Anrainergrundstücke, unterspülte und zerstörte den Straßenasphalt und überflutete die Bahnunterführung an der Cossebauder Straße.

Um die Gefahr von Sturzfluten zu bannen, darf künftig Niederschlagswasser nicht mehr wild ablaufen. Die Lösung des Problems soll eine komplett neue Straßenentwässerung bringen. Im Frühjahr vergangenen Jahres begann die Wasserversorgung und Stadtentwässerung Radebeul GmbH (WSR), neue Regenwasser- und Schmutzwasserkanäle auf Kottenleite und Oberen Johannisbergstraße zu verlegen. Zudem wurden die Leitungen für Trinkwasser, Straßenbeleuchtung und Telekommunikation erneuert.

Im neuen Straßenentwässerungssystem kommt das Rückhaltebecken dann ins Spiel, wenn mehr als 25 Liter pro Sekunde im Regenwasserkanal die Kottenleite hinunterschießen und im Kanal unter der Oberen Johannisbergstraße ankommen. Das überschüssige Wasser wird über ein Trenn- und Steuerbauwerk in das Becken geleitet, dort gesammelt und über ein Auslaufbauwerk mit einer mechanisch selbstregulierenden Drosselung dosiert in das Kanalnetz eingespeist.

Nachdem im Herbst vorigen Jahres die Kanalarbeiten auf beiden Straßenzügen abgeschlossen waren, begann ihr grundhafter Ausbau. Neben einer komplett neuen Schwarzdecke bekommen beide Straßen einen durchgehenden Gehweg. Fertigstellung ist Ende November dieses Jahres geplant. Rund 2,4 Millionen gibt die Stadt an Flutschadensgeldern für den hochwassersicheren Ausbau beider Straßen aus. Das Regenwasserrückhaltebecken kostet rund 600000 Euro.

Von Silvio Kuhnert

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