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Umland Besser fahren mit dem Bus
Region Umland Besser fahren mit dem Bus
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16:22 25.05.2018
VVO-Geschäftsführer Burkhard Ehlen erklärt das neue Plus-Bus-Liniennetz für die Region Dresden. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Bisweilen, so spötteln Kritiker, gilt Busfahren in der Region um Dresden als Angelegenheit für Insider. Nicht selten führen die Linien im Zickzack durch die Dörfer, fehlen feste, einprägsame Fahrzeiten. Gelegenheitsfahrer schreckt das ab. Viele Menschen, die dort leben, wo keine Züge fahren, fühlen sich buchstäblich vom öffentlichen Nahverkehr abgekoppelt, setzen deshalb konsequent aufs Auto. Doch das will der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) jetzt ändern. Mit neuen Express-Linien möchten die Planer das Nahverkehrsangebot in der Region aufwerten, die Menschen so zum Umstieg vom Auto auf in Bus bewegen.

Tatsächlich gibt es auf dem Gebiet des Verkehrsverbundes bereits ein sehr engmaschiges Busnetz. Das Problem: Viele Linien sind in erster Linie auf den Schülerverkehr ausgerichtet, fahren meist auch nicht mehr in den Abendstunden. Zudem fehlen oft Anschlüsse an den Bahnstationen. Gerade im ländlichen Raum ist das ein Problem. Da will der VVO nun gegensteuern. „Wir wollen alles anbinden. Die Region ist genauso wichtig wie der Verkehr in den Ballungszentren“, erklärt der VVO-Geschäftsführer, Burkhard Ehlen. Und: „Jeder, der Bus und Bahn nutzt, macht damit die Straßen in Dresden frei.“

Bereits ab 10. Juni will der VVO mit den ersten neun Linien im Kreis Meißen und im Osterzgebirge durchstarten. Altenberg, Dippoldiswalde, Freital, Wilsdruff, Nossen, Meißen, Lommatzsch, Radeburg, Moritzburg, Weinböhla, Klipphausen und Glashütte sind Orte, die mit den Expresslinien miteinander, aber auch mit Dresden enger verzahnt werden sollen. Die Busse werden von Montag bis Freitag jeweils im Stundentakt auf den verschiedenen Linien in beide Richtungen pendeln. Am Sonnabend verkehren die Linien im Zweistundentakt. Am Sonntag sind immerhin noch vier Fahrten in jede Richtung je Verbindung geplant. Auf allen Linien gilt der übliche VVO-Tarif.

So sieht das neue Plus-Bus-Liniennetz im Detail aus. Quelle: Verkehrsverbund Oberelbe (VVO)

Im nächsten Jahr will der VVO dann das Netz auf die Sächsische Schweiz und den Landkreis Bautzen ausdehnen. Zwischen Bad Gottleuba und Pirna sowie von Sebnitz über Neustadt nach Dresden sind weitere Plus-Bus-Linien in der Planung. Im Kreis Bautzen soll die Strecke von Pulsnitz über Radeberg zum Schillerplatz in Dresden aufgewertet werden, auch Rammenau, Kleinröhrsdorf, Hoyerswerda, Kamenz, Bautzen und Bischofswerda werden besser miteinander verbunden.

Bei den Linien handelt es sich keineswegs um gänzlich neue Verbindungen. „Das Grundgerüst gibt es heute bereits“, sagt Burkhard Ehlen. Vielmehr geht es zumeist um eine Aufrüstung mit mehr Fahrzeugen und deutlich besseren Taktzeiten. Ab 2019 wird der VVO somit insgesamt 400 000 Buskilometer zusätzlich fahren lassen. Und: Die Busse der Linien sollen künftig deutlich bessere Anschlüsse an den Bahnhöfen in der Region haben, kündigt Burkhard Ehlen an.

„Wir wollen einen Anfang machen“, erklärt der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes. Denn tatsächlich sind die Plus-Bus-Linien Teil eines gleichnamigen Konzepts, dass in ganz Sachsen die Schaffung eines entsprechenden Angebots vorsieht. Vor allem der ländliche Raum soll profitieren, kleinere Städte besser miteinander und mit den Großstädten verbunden werden. Die Anzahl der Menschen, denen ein „alltagstaugliches und vertaktetes ÖPNV-Angebot zur Verfügung steht“, soll durch das neue Netz von rund 52 Prozent auf 80 Prozent erhöht werden, kündigt Kathleen Bühl aus der Pressestelle im sächsischen Verkehrsministerium an. Bis zu einer Million Sachsen soll so profitieren.

Finanzieren will der VVO das zusätzliches Angebot zunächst selbst. Laut Burkhard Ehlen geht es jährlich zunächst um eine Summe in Höhe von 800 000 Euro. Der angepeilte Ausbau des Netzes würde weiteres Geld verschlingen. Der Freistaat hat aber bereits signalisiert, sich ab 2019 an den Kosten beteiligen zu wollen. Aktuell laufen dazu aber noch Abstimmungen, gibt es zwischen den Verkehrsverbünden in Sachsen und den beteiligten Landkreisen und kreisfreien Städten und dem Land noch offene Fragen. „Wir gehen aber schon davon aus, dass sich die Ankündigungen des Freistaats auch finanziell niederschlagen wird“, zeigt sich Burkhard Ehlen optimistisch.

Von Sebastian Kositz

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