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Umland Bei Wackerbarth übernehmen Schafe die Weinbergsarbeit
Region Umland Bei Wackerbarth übernehmen Schafe die Weinbergsarbeit
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10:00 08.05.2018
Schäfer Sebastian Hänsel hat neun Mutterschafe und Lämmer in den Weinberg gebracht. Quelle: Lars Müller
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Radebeul/Seußlitz

Das Staatsweingut Schloss Wackerbarth ist gewissermaßen auf das Schaf gekommen. Die Winzer wollen aber keinen neuen Geschäftszweig ausprobieren, sondern ganz praktisch naturnah einen Teil ihre Rebflächen bewirtschaften. Unternehmenssprecher Martin Junge nennt es ein „Pilotprojekt. Ausbaufähig, wenn es funktioniert.“

Nebenerwerbsschäfer Sebastian Hänsel aus Golk und Wackerbarth-Außenbetriebschef Till Neumeister haben keine Zweifel daran, dass die Schafe die begrünten Zeilen zwischen den Weinstöcken abweiden und sich nicht an den Rebstöcken und den späteren Trauben gütlich tun werden. Neumeister hat in Neuseeland auf Weingütern gearbeitet, wo ganze Schafherden durch riesige Rebflächen liefen, wie er berichtet.

Neun Mutterschafe grasen seit Anfang der Woche

Weinlaub sei ab dem fünften Blatt auch bitter und damit unattraktiv für Schafe, sagt er. Trotzdem fängt Wackerbarth mit den Schafen erst einmal zurückhaltend an. Seit Anfang der Woche grasen neun Mutterschafe und einige Lämmer der Rassen Ostfriesen-Schwarzkopf und Suffolk auf einem Hektar zwischen Müller-Thurgau-Reben auf der flachen Lage Seußlitzer Heinsrichsburg. Die rund zehn Jahre alten Rebstöcke dort werden seit zwei Jahren mit Minimalerziehung kultiviert.

Es ist sicher keine Prestigelage, wohl aber durchaus von wirtschaftlicher Bedeutung für das Staatsweingut. Später sollen die Schafe in den benachbarten Bacchus wechseln. Winzer Hänsel will die genügsamen Tiere dann parzellenweise die Grünflächen abweiden lassen, Landschaftspflege mit System. Elektrozäune verstärken den Wildschutzzaun um die Weinberge.

Mehr Biodiversität durch schonende Bewirtschaftung

Pflanzenschutz sei kein Problem für die Tiere, da sind sich Winzer und Schäfer einig. „Wir spritzen sowieso sehr zurückhaltend und verzichten komplett auf Herbizide“, so Neumeister. Müsse doch Pflanzenschutz ausgebracht werden, kämen die Schafe während der Karenzzeit auf andere Flächen – insgesamt auf vier Hektar soll das zunächst bis Jahresende terminierte Pilotprojekt ausgedehnt werden.

Neumeister verspricht sich von der schonenden Bewirtschaftung mehr Biodiversität. Zudem werde der Boden nicht zuletzt durch den natürlichen Dung verbessert. Insekten, Reptilien, Vögel und Kleinsäuger sind geschützt, was beim Einsatz mechanischer Mulcher nicht gewährleistet werden kann. Zum finanziellen Rahmen des Pilotprojekts wollte Wackerbarth-Sprecher Junge keine Angaben machen.

Kaum Kosten für den Schäfer

Die Schafe im Weinberg verursachen dem Schäfer kaum Kosten. Sie werden nicht zugefüttert, brauchen keinen Unterstand und nur im Hochsommer etwas Wasser, sagt der Tierhalter. Inwieweit Schafe künftig fest einen Teil der Weinbergsarbeit übernehmen können, vermag Winzer Neumeister noch nicht einzuschätzen.

Keinesfalls würde er Schafe in echte Steillagen stellen, zumindest keine Tiere solch großer Rassen. Auch andere sächsische Winzer überlegen schon länger, ob sie Schafe in ihren nachhaltig bewirtschafteten Weinbergen halten. Bisher stehen dort Schafe, soweit bekannt, aber nur auf Streuobstwiesen neben den Rebflächen.

Von Lars Müller

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