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Behörden ziehen wieder einen Wein aus dem Verkehr

Sächsischer Wein Behörden ziehen wieder einen Wein aus dem Verkehr

Die Lebensmittelüberwachung hat wieder einen Wein wegen Rückständen nicht zugelassenen Pflanzenschutzmittel vorläufig gesperrt. Eine Prüfung der im Herbst von den sächsischen Weinbauern gelesenen Keltertrauben auf Pflanzenschutzmittel hat dagegen keine Beanstandungen ergeben. Die Sächsischen Winzer bleiben verunsichert.

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Reife Weintrauben hängen am Rebstock.

Quelle: dpa

Meissen. Die sächsische Lebensmittelüberwachung hat erneut einen Wein mit auffälligen Werten vorübergehend gesperrt. Das bestätigte das Verbraucherschutzministerium. Demnach wurden bei dem Wein bei der amtlich verordneten Vorkontrolle vor der Qualitätsweinprüfung Rückstände nicht zugelassener Pflanzenschutzmittel entdeckt und er wurde aus dem Verkehr gezogen. Details zur genauen Belastung sowie zum weiteren Vorgehen wurden nicht genannt.

Verbraucher müssen aber nicht verunsichert sein, da der Wein vor dem Verkauf entdeckt wurde. Laut Ministerium wurden seit September 2016 mehr als 600 Weine untersucht, insgesamt zwei wurden dabei mit auffälligen Werten herausgefischt und gelangten nicht in den Handel. Das Ministerium verweist darauf, dass auch in diesem Jahr verstärkt im Vorfeld zur Prävention späterer Schäden kontrolliert wurde. So seien in der Lesezeit 30 Proben von Keltertrauben für den Jahrgang 2017 genommen worden. Keine der Chargen sei mit nicht erlaubten Pflanzenschutzmitteln gespritzt gewesen. Auch 39 separat untersuchte Landweine waren demnach unauffällig, zehn sind noch in der Untersuchung. Laut Ministerium waren durch Behandlung mit verschiedenen im Weinbau nicht erlaubten Pflanzenschutzmitteln etwa 550000 Liter sächsischer Wein überwiegend der Jahrgänge 2015 und 2014 nicht verkaufsfähig. Sie waren aber auch nicht gesundheitsschädlich, so dass die Winzer sie hätten selbst trinken dürfen. Eine Ministeriumssprecherin fasst zusammen: „Es wurden Weine von sieben Betrieben als mit Rückständen unerlaubter Pflanzenschutzmittel belastet von den Behörden identifiziert.“

Damit ist auch klar, der neuerliche Wein muss wieder in einem schon in den Weinskandal verwickelten Betrieb stehen.

Drei betroffene Betriebe sind bekannt, vier geben ihr Versagen bei der erforderlichen Qualitätssicherung nicht zu. Mit der Totalüberwachung aller Qualitäts- und Prädikatsweine auf Kosten der Steuerzahler sollen weitere Pannen dieser Art verhindert werden. Bisher bewährt sich die Überwachung der Winzer.

Auch der Weinbauverband Sachsen, die Winzergenossenschaft Meißen und das Staatsweingut Schloss Wackerbarth wollen dem sächsischen Weinbau weitere Blamagen ersparen und schulen insbesondere die Hunderten unerfahrenen Hobbywinzer im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln. Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hält ebenfalls Kontrolldruck aufrecht, um neuen Verstößen gegen Pflanzenschutzgesetzen vorzubeugen. Innerhalb der Winzerschaft herrscht unterdessen noch immer Misstrauen, weil nicht alle Schuldigen im Weinskandal bekannt sind, der Imageschaden aber die gesamte Branche betroffen hat.

Von Lars Müller

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