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Baumwiese in Moritzburg doch nicht unter dem Hammer - Termin für Zwangsversteigerung überraschend aufgehoben

Baumwiese in Moritzburg doch nicht unter dem Hammer - Termin für Zwangsversteigerung überraschend aufgehoben

Das Boxdorfer Landhotel und Gasthaus Baumwiese wird nun doch nicht zwangsversteigert. Ein entsprechender Termin in der nächsten Woche am Amtsgericht Dresden ist aufgehoben.

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1995 haben Karl Martin Schneider und sein Vater die auf Baumwiese komplett saniert. Wegen der aus dieser Zeit stammenden Kredite gibt es Streit mit der Bank.

Quelle: Martin Förster

Moritzburg. Es wäre bereits der dritte Versteigerungstermin gewesen, bei dem der Höchstbietende den Zuschlag erhalten hätte, selbst wenn sein Gebot nicht an den in einem Gutachten errechneten Verkehrswert von rund 1,4 Millionen herangereicht hätte.

Hotelbetreiber Karl Martin Schneider überrascht die Nachricht. Am Dienstag hatte er noch mit der Belegschaft das 19-jährige Betriebsjubiläum gefeiert. Für ein Aufatmen sei es jetzt zu früh, findet der aus Schwaben stammende Unternehmer. Er habe weder vom Gericht noch von der Bank etwas gehört. Tatsächlich lässt sich derzeit schwer sagen, was hinter dem geplatzten Termin steckt. Bei der Commerzbank Stuttgart, die als Gläubiger den Versteigerungstermin veranlasst hat, gab es gestern dazu keine Auskunft. Jedoch deutet das Vorgehen darauf hin, dass die Banker nicht mit einem hohen Erlös gerechnet und die Aktion deshalb vorzeitig abgeblasen haben. Unklar ist, ob man sich nun verständigen möchte.

Das wäre schon längst möglich gewesen, sagt Schneider. Er betont vor allem eins: "Der Baumwiese geht es gut. Wir haben unser Publikum gefunden, ich beschäftige nach wie vor 22 Mitarbeiter und bezahle alle Lieferanten ohne Verzug." Die Bank gehe allein gegen ihn persönlich als Besitzer des Baumwiesen-Grundstücks vor und nicht gegen die Schneider & Schneider Gaststätten GmbH & Co. KG, über die er das Hotel betreibt.

Dabei geht es der Bank um alte Kredite, die Schneider und sein Vater nach eigener Auskunft persönlich für die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes und weitere Investitionen in das Haus aufgenommen haben. "Als Unternehmen muss man zu hohe Sicherheiten nachweisen, wenn man einen Kredit bekommen will", begründet er. 70 bis 80 Prozent der Kreditsumme habe man schon abgelöst, für den Rest habe seine bisherige Hausbank nach Personalwechseln plötzlich Druck gemacht. Ein mit einer Dresdner Bank ausgearbeitetes Angebot zur Umschuldung habe man abgelehnt, weil man sich nicht über die Höhe der Abschreibungen einigen konnte. Stattdessen verklagte die Bank den Unternehmer vor eineinhalb Jahren und scheiterte vor Gericht. Damals hätte es erneut die Möglichkeit gegeben, sich auf dem Verhandlungsweg zu einigen. Es kam anders. Da das Grundstück, auf dem die Baumwiese steht, mit einer Grundschuld belastet ist, war die erstmals im November 2013 angesetzte Zwangsversteigerung die nächste Eskalationsstufe. Offenbar hat dieser Weg nun in eine Sackgasse geführt.

Schneider kann sich schon denken, warum die bisherigen zwei Termine für die Bank wenig ergiebig waren. "Die Gesamtkonstellation ist hier nicht einfach", sagt er. So stehen Hotel und Gaststätte auf einem Grundstück, die dazugehörigen Parkplätze auf anderen, die Schneider teils gehören, teils von ihm gepachtet sind. Deshalb sei es schwierig, einen Investor zu finden. "Bis heute hat es kein ernsthaftes Interesse gegeben", sagt er. Zumal auch Geschick und eine gute Vernetzung dazu gehört, ein so großes Haus mit 39 Zimmern und 112 Plätzen im Restaurant sowie weiteren 75 im Biergarten wirtschaftlich zu betreiben. Der Dresdner Hotelmarkt ist wegen seiner Überkapazitäten nicht einfach, wie man auch am Stadtrand bemerkt.

Da muss man schon findig sein, wie Schneider beweist: Er wirbt gerade mit einem auf die Dresdner Kurtaxe gemünzten Slogan, nachdem man in seinem Hotel 1,30 Euro pro Nacht sparen und dennoch am Dresdner Stadtrand schlafen kann.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.06.2014

Uwe Hofmann

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