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Umland Bauarbeiter legen alten Sandsteinbrunnen in Pirna frei
Region Umland Bauarbeiter legen alten Sandsteinbrunnen in Pirna frei
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16:39 06.07.2018
Der entdeckte Sandsteinbrunnen ist sehr gut erhalten. Quelle: Daniel Förster
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Dresden

Vor dem künftigen Podemus-Einkaufsmarkt an der Breiten Straße klafft ein Loch, etwa 3,50 Meter tief und 80 Zentimeter breit. Erst auf dem zweiten Blick wird klar: Bei dem Schacht, auf den die Bauarbeiter der Firma Kaßmann am Mittwochmorgen stießen, handelt es sich um einen historischen Sandsteinbrunnen. Nach ersten Einschätzungen des Landesamtes für Archäologie könnte das Bauwerk aus dem 17. Jahrhundert stammen.

„Nichts Außergewöhnliches in einer so alten Stadt wie Pirna“, meinte Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos) am Freitag bei der öffentlichen Besichtigung des Fundortes. „Besonders in den Bereichen außerhalb der Kernstadt war man lange auf die Wasserversorgung durch Brunnen angewiesen.“

Der aktuelle Brunnenfund ruft Erinnerungen wach: Vor zwei Jahren, im Juli 2016, war bei Kanalbauarbeiten auf der Dohnaischen Straße ein 700 Jahre alter Brunnen entdeckt worden. Die Öffnung wurde nur wenige Stunden nach dem Fund verfüllt, der Protest einiger Bürger währt bis heute. Erst wenige Tage ist es her, dass der Stadtrat die Gründung einer Arbeitsgruppe beschloss, um die Freilegung des Schachtes auf der Dohnaischen Straße fachlich zu diskutieren (DNN berichteten).

Hanke musste sich am Freitag die Frage gefallen lassen, ob auch dieser Brunnen demnächst verfüllt werden soll. Doch der OB schüttelte den Kopf, die Situation sei nicht die gleiche. Zum einen befinde sich der Fundort auf privatem Grund der Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna (SEP) und somit nicht im öffentlichen Raum. „Zum anderen ist die Verkehrsbelastung eine andere. Über die Dohnaische Straße rollt der Anlieferverkehr mit Lastern, hier am Podemus-Markt werden nur Hubwagen eingesetzt. Außerdem ist dieser Brunnen deutlich kleiner und sehr gut erhalten“, erklärte Hanke. Folglich gebe es keinen Grund für eine Verfüllung.

Ende der kommenden Woche will das Landesamt für Archäologie den Brunnen untersuchen und ein Gutachten erstellen. In Absprache mit dem Amt entscheidet die SEP schließlich, wie mit dem Bauwerk vorgegangen wird. Denn die Lage des Brunnens ist nicht gerade günstig: Der Fundort liegt direkt im Anlieferungsbereich des Biomarktes, gut 80 Zentimeter unterhalb der geplanten Laderampe. Und unmittelbar daneben befindet sich auch noch der Eingang zu elf Wohnungen eines Wohn- und Geschäftshauses, das die SEP noch bis September saniert.

SEP-Chef Christian Flörke hat aber schon eine Lösung für das Problem gefunden: Er möchte den Brunnen mit Sandsteinblöcken bis auf Rampenhöhe aufmauern. „Ein Betonring soll die alten und neuen Steine optisch voneinander trennen. Als Brunnenabdeckung wäre ein gusseiserner Deckel mit dem Pirnaer Stadtwappen eine Option“, so Flörke. Eine Glasplatte hingegen sei zu rutschig, ein Gitter zu uneben und folglich mit Hubwagen nicht befahrbar. Zu besonderen Anlässen, etwa zum Tag des offenen Denkmals, soll der Brunnen geöffnet werden.

Voraussichtlich am 16. August öffnet der Podemus-Markt erstmals seine Pforten. Bis dahin soll die Laderampe fertig sein – mitsamt aufgemauertem Brunnenschacht.

Von Junes Semmoudi

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