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Bau des Leistungssportzentrums wird über 3,8 Millionen Euro teurer

Kostenexplosion in Altenberg Bau des Leistungssportzentrums wird über 3,8 Millionen Euro teurer

Die Baukosten für das Leistungssportzentrum in Altenberg steigen um über 3,8 Millionen auf 12,2 Millionen Euro. Der Kreistag muss am Donnerstagabend entscheiden, ob er das Projekt überhaupt noch realisieren will. Die Verwaltung plädiert für die Fortsetzung trotz klammer Kreiskasse.

Neben der bereits errichteten Dreifeldsporthalle (großes Gebäude links) soll ein Trainingskomplex für Wintersportler entstehen.Visualisierung: Landratsamt Pirna/Archiv

Pirna/Altenberg. Soll der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ein neues Leistungssportzentrum in Altenberg bauen oder nicht? Angesichts einer Kostenexplosion von fast vier Millionen Euro muss diese Frage am Donnerstagabend der Kreistag auf einer Sondersitzung entscheiden. Die Verwaltung plädiert trotz klammer Kreiskasse für die Realisierung des Projektes.

Lang und heftig haben der Wintersportort und der Kreis um den Standort für den neuen Trainingskomplex für Rennrodler, Bobpiloten, Skeletonis, Biathleten und Mountainbiker gerungen. Mit dem Baubeschluss fiel im April vorigen Jahres die endgültige Entscheidung, ein dreigeschossiges Gebäude mit Lauf- und Schießhalle sowie einem angrenzenden Gebäudeteil mit zwei Anschubstrecken neben der Dreifeldsporthalle und dem Sportgymnasium am Schellerhauer Weg zu errichten. Knapp 8,4 Millionen Euro sollte das Vorhaben kosten. Doch die im Mai dieses Jahres erfolgte Ausschreibung der Rohbauleistungen offenbarte, dass die ursprünglich geplante Bausumme nicht zu halten ist.

Insgesamt sieben Angebote trafen für den Rohbau beim Landratsamt Pirna ein. Das kostengünstigste lag mit rund 600000 Euro über dem veranschlagten Preis. „Diese Kostensteigerungen entsprechen der allgemeinen bauwirtschaftlichen Lage und den Ergebnissen vergleichbarer Ausschreibungen“, informiert die Kreisverwaltung. D.h., wie viele andere Kommunen auch sieht sich das Landratsamt mit der aktuell sehr guten Auftragssituation im Baugewerbe konfrontiert. Bei fast allen Gewerken sind die Bücher wegen zahlreicher Bauprojekte der öffentlichen Hand sowie der Privatwirtschaft gut gefüllt. Das hat zur Folge, dass die eingereichten Angebote weit über den Plansummen liegen.

Die Ausschreibung der Rohbauleistungen nahm die Kreisverwaltung zum Anlass, eine Kostenfortschreibung unter besonderem Augenmerk auf die aktuelle Marktentwicklung vornehmen zu lassen. Das Ergebnis ist ernüchternd. Nach der aktuellen Kostenberechnung liegt die Bausumme jetzt voraussichtlich bei über 12,2 Millionen Euro. Damit wird das Baubudget um über 3,8 Millionen Euro überschritten und das bisherige Finanzierungsmodell ist geplatzt.

Die Finanzierung sah bislang wie folgt aus: Bund und Land stellen rund 5,8 Millionen Euro an Sportfördermitteln bereit; der Kreis legt Eigenmittel in Höhe von über 1,1 Millionen Euro drauf; für den Restbetrag von fast 1,5 Millionen Euro wollte das Landratsamt Pirna weitere Fördertöpfe anzapfen.

Der Landkreis selbst kann, um die Finanzierungslücke zu stopfen, das Budget um eine Million Euro aufstocken. Dafür verschiebt es geplante Investitionen in den Verwaltungsstandort Dippoldiswalde im Umfang von rund 800000 Euro in der mittelfristigen Finanzplanung in Jahre nach 2021. Weitere 200000 Euro sind als Betriebskosten für den Sportkomplex bereits im Haushalt eingestellt. Da die Fertigstellung und Inbetriebnahme nicht wie ursprünglich vorgesehen im kommenden Jahr, sondern erst im Laufe von 2019 erfolgen wird, steht dieser Betrag nun zum Bauen zur Verfügung. Um die restliche Finanzierungslücke zu schließen, bemüht sich der Freistaat um eine Aufstockung der Fördermittel von Bund und Land.

Das Landratsamt Pirna empfiehlt den Kreisräten, trotz der Mehrkosten die Ausschreibung nicht aufzuheben, sondern die Firma mit dem günstigsten der sieben Angebot mit dem Rohbau zu beauftragen. Von einem generellen Abbruch des Vorhabens rät die Verwaltung ganz ab. Denn in die Planung seien bereits über 1,1 Millionen Euro geflossen. Und ohne neue und den Anforderungen der heutigen Zeit entsprechenden Trainingsbedingungen sieht die Kreisverwaltung den Status von Altenberg als Bundes- und Nachwuchsstützpunkt gefährdet.

Von Silvio Kuhnert

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