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Bau der Südumfahrung Pirna hat offiziell begonnen

Großbauprojekt Bau der Südumfahrung Pirna hat offiziell begonnen

Mit einem symbolisch ersten Spatenstich ist der Startschuss zum Bau der Südumfahrung Pirna erfolgt. 2022 sollen Fahrzeuge über die knapp vier Kilometer lange Trasse rollen können. Der Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) konnte beim Baustart des rund 97 Millionen Euro teuren Vorhabens nicht wie ursprünglich angekündigt dabei sein.

Die Visualisierung zeigt die beiden Brückenbauwerke für die Südumfahrung, die in den kommenden 21 Monaten im Seidewitztal gebaut werden.

Quelle: Deges

Pirna. Es sei ein schöner, wunderbarer und besonderer Tag für Pirna und die Sächsische Schweiz, war am Donnerstag an der Zehistaer Straße mehrmals zu hören. Landrat Michael Geisler (CDU) sprach gar von einem „Festtag, an dem ein Jahrhundertereignis für unsere Region stattfindet“. Er meinte den symbolisch ersten Spatenstich und damit den offiziellen Baubeginn der Südumfahrung Pirna.

Symbolsicher Spatenstich für die Südumfahrung

Symbolsicher Spatenstich für die Südumfahrung: Eckhard Lang (v.l.n.r.), Klaus Brähmig, Gerhard Rühmkorf, Martin Dulig, André Hahn und Michael Geisler.

Quelle: Sebastian Kahnert, dpa

Mit dem Bau von zwei Brücken im Seidewitztal – eine führt über den Fluss selbst und eine weitere über die Staatsstraße 173 (Zehistaer Straße) – nimmt die etwa 3,8 Kilometer lange Trasse im Laufe der nächsten fünf Jahren nach und nach Gestalt an. Zwischen dem Autobahnzubringer in Höhe des Feistenbergs und der Sonnensteiner Ebenheit wird sie nach der geplanten Fertigstellung im Jahr 2022 durch den 300 Meter langen Kohlberg-Tunnel sowie über die Gottleubatalbrücke mit einer Weite von 916 Metern führen. Eigentlich sei es keine Ortsumfahrung, sondern eine Abkürzung. „Die meisten Ortsumgehungen machen einen weiten Schlenker um einen Ort herum. Hier ist es aber so, dass wir den Weg in die Sächsische Schweiz abkürzen“, sagte Gerhard Rühmkorf, Unterabteilungsleiter im Bundesverkehrsministerium. Er kam in Vertretung von Alexander Dobrindt (CSU). Der Bundesverkehrsminister sagte kurzfristig seinen Besuch in der Sandstein-Stadt ab, da er laut Rühmkorf „in Berlin anderen Aufgaben nachgehen müsse“. Der Dieselskandal lässt grüßen.

Umweltschützer vom NABU protestierten mit einem Transparent gegen das Bauvorhaben

Umweltschützer vom NABU protestierten mit einem Transparent gegen das Bauvorhaben.

Quelle: Sebastian Kahnert, dpa

Zum Spaten griffen neben den beiden bereits erwähnten auch Sachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Dulig (SPD), die beiden Bundestagsabgeordneten aus der Region Klaus Brähmig (CDU) und André Hahn (Die Linke), die sich sowohl in Berlin als auch auf Landesebene seit vielen Jahren für das Vorhaben eingesetzt haben, und Pirnas Baubürgermeister Eckhard Lang (parteilos). Mit einem Transparent mit der Aufschrift „Abgastote statt Naherholung“ protestierten Vertreter der Regionalgruppe „Oberes Elbtal“ des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) gegen das Großbauprojekt. Die Naturschützer kritisieren, dass durch die B 172n, so der Kurzname der Umgehungsstraße, die Landschaft und der Lebensraum seltener Tiere zerstört, die Hochwassergefahr im Seidewitztal erhöht und Anwohner der Trasse giftigen Abgasen und Lärm ausgesetzt werden. Für sie ist das Projekt völlig überdimensioniert. Mit Baukosten von rund 97 Millionen Euro für knapp vier Kilometer stellt für die Umweltschützer die Südumfahrung zudem eine Steuerverschwendung dar (DNN berichteten).

Verkehrsminister Dulig verteidigte die Notwendigkeit des Straßenbauprojekts und erinnerte an den täglichen Stau ab der Volkshauskreuzung hinauf auf den Sonnenstein im Berufsverkehr sowie während der Rückreisewelle von Ausflüglern in den Abendstunden am Wochenende. „Wer miterlebt hat, wenn Auto an Auto auf der B 172 alt gestanden haben, für den ist das heute ein besonderer Tag“, sagte er. Durch die bessere Anbindung der Sächsischen Schweiz kämen Touristen schneller ins Elbsandsteingebirge, ohne Pirnas Innenstadt zu belasten. „Aber auch der Wirtschaftsraum wird besser an das Fernstraßennetz angebunden“, so Dulig weiter. Er geht davon aus, dass durch die Umfahrung es zu einer Schadstoffentlastung komme und die Bewohner der Innenstadt von weniger Lärm geplagt werden.

Die Südumfahrung bettet sich in den Gesamtverkehrsplan der Region mit der Autobahn A 17, dem Autobahnzubringer, der neuen Elbbrücke und dem Ausbau der S 177 bis zur A 4 ein und schließt die Lücke zur Sächsischen Schweiz. Von der besseren verkehrstechnischen Erschließung erhoffen sich die Städte Pirna, Heidenau und Dohna einen wirtschaftlichen Aufschwung. Sie sind dabei ein interkommunales Gewerbegebiet entlang des Autobahnzubringers zu entwickeln. Mit rund 150 Hektar werde das größte zusammenhängende Angebot an Gewerbe- und Industrieflächen in Sachsen geschaffen, berichtete Baubürgermeister Lang.

Viel Lob gab es auch für den Einsatz der Bürgerinitiative „Südumfahrung jetzt“, die unter anderem mit einer groß angelegten Unterschriftaktion auf die Politik Druck ausübte, als die Realisierung des Bauprojekts durch einen Planungsstopp auf der Kippe stand.

Bauablauf

2017 bis 2019: Bau der beiden Brücken über die Seidewitz und die Zehistaer Straße sowie eines Kreisverkehrs als Anbindung an die S 173; 21 Monate Bauzeit.

ab Sommer 2018 bis 2021: Bau der über 900 Meter langen und fast 70 Meter hohen Gottleubatalbrücke sowie die Anbindung zur bestehenden B 172 auf dem Sonnenstein; 34 Monate Bauzeit.

2019 bis 2022: Bau des Straßenabschnitts ab dem Autobahnzubringer bis zum Kohlberg; 18 Monate Bauzeit.

2019 bis 2022: Bau des Tunnels durch den Kohlberg erfolgt in bergmännischer Bauweise. Mit Sprengen, Picken und Bohren wird die Strecke durchs Gestein geschlagen; 27 Monate Bauzeit sind vorgesehen.

Von Silvio Kuhnert

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