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Bahnverbindung nach Königsbrück auf dem Prüfstand

Investitionen nötig Bahnverbindung nach Königsbrück auf dem Prüfstand

Braucht Königsbrück einen Bahnanschluss? So gestellt, müsste diese Frage mit „nein“ beantwortet werden. Etwa 350 Fahrgäste steigen täglich in den Zug nach Dresden ein oder aus ihm aus. „Damit bewegen wir uns sehr deutlich im niedrigen Bereich“, erklärt Burkhard Ehlen. So einfach macht sich der Geschäftsführer des VVO die Antwort aber nicht.

Der Bahnhof in Königsbrück. Die Bahnstrecke zwischen Dresden und Königsbrück ist „in die Jahre“ gekommen und bedarf dringend der Erneuerung.
 

Quelle: PR

Königsbrück.  Braucht Königsbrück unbedingt einen Bahnanschluss oder nicht? So gestellt, müsste diese Frage sicher mit „nein“ beantwortet werden. Etwa 350 Fahrgäste steigen täglich in der Kamelienstadt in den Zug nach Dresden ein oder aus ihm aus. „Damit bewegen wir uns sehr deutlich im niedrigen Bereich“, erklärt Burkhard Ehlen.

So einfach macht sich der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) die Antwort aber nicht. Schließlich weiß er um die Bedeutung, die Menschen in kleinen Städten wie Königsbrück ihrem über die Jahrzehnte lieb gewonnenen Bahnanschluss beimessen, auch wenn ihn nur eine Minderheit regelmäßig nutzt. Und so hat er auf der jüngsten Sitzung des Königsbrücker Stadtrates ein klares Bekenntnis für den Erhalt der Bahnverbindung zwischen der Landeshauptstadt und dem am Heiderand gelegenen Städtchen abgegeben: „In der Abwägung der möglichen Varianten tendiere ich für den Erhalt der Verbindung mit Eisenbahnverkehr.“

Warum aber muss sich der VVO-Geschäftsführer überhaupt mit dieser Frage beschäftigen? Die Antwort ist einfach: Die Bahnstrecke zwischen Dresden und Königsbrück ist „in die Jahre“ gekommen und bedarf dringend der Erneuerung. Im Zuge der Planungen muss sich der VVO auch die Frage stellen, ob es vielleicht bessere Alternativen zum Zugverkehr gibt. Und so hat man verschiedene Varianten miteinander verglichen. Zur Debatte stehen die Kappung der Bahnlinie in Ottendorf-Okrilla mit anschließendem Busverkehr nach Königsbrück. Alternativ wäre laut VVO der Bau einer Straßenbahnlinie bis Ottendorf-Okrilla (bzw. die Verlängerung der bestehenden Linie 7) denkbar. Auch bei dieser Variante bliebe für Königsbrück nur noch der Busverkehr.

Jede dieser Varianten hat Vor- und Nachteile. „Für den Beibehalt des Eisenbahnverkehrs sprechen zunächst die wesentlich niedrigeren Investitionskosten“, so Burkhard Ehlen. Diese liegen bei einem zeitgemäßen Ausbau bis Königsbrück bei circa 7,4 Millionen Euro. Der Löwenanteil würde für den Abschnitt zwischen Dresden-Klotzsche und Ottendorf-Okrilla benötigt: „Von dort bis Königsbrück bedarf nur der Bahnübergang in Laußnitz der Erneuerung.“

Für den Bau einer Straßenbahntrasse hingegen fallen mehr als 60 Millionen Euro an – eine geradezu exorbitante Summe. „Mit einem bloßen Umbau ist es nicht getan. Wahrscheinlich wäre ein Planfeststellungsverfahren erforderlich. Außerdem ist noch gar nicht sicher, ob die DB Netz die Strecke überhaupt verkaufen würde“, so Burkhard Ehlen. Für die Straßenbahn-Variante – die nur bis Ottendorf-Okrilla in Betracht kommt – sprechen hingegen die deutlich niedrigeren Kosten im laufenden Betrieb. Doch so weit muss man erst einmal kommen.

In Abwägung all dieser Umstände plädiert der Geschäftsführer schließlich dafür, alles so zu lassen, wie es ist: „Es gibt keine Notwendigkeit, die Bahnstrecke nach Königsbrück aufzugeben.“ Damit rennt er bei den Königsbrücker Stadträten natürlich offene Türen ein, fordern diese doch geschlossen den Erhalt. Freilich sind Verbesserungen des Angebots erforderlich: So müsste an den Wochenenden eine Verdichtung des bisherigen Zwei-Stunden-Taktes erfolgen. Und da viele Dresdner ihre Fahrräder mitbringen, um in der Umgebung von Königsbrück zu radeln, müssten die diesbezüglichen Kapazitäten erweitert werden. Und schließlich ist auch eine Verkürzung der Fahrzeit (bislang 34 Minuten bis Dresden-Klotzsche) unabdinglich, um die Attraktivität der Verbindung sicherzustellen. Hierfür sieht Burkhard Ehlen ein Potenzial von bis zu zehn Minuten, jedoch: „Eine Hochgeschwindigkeitsstrecke wird das nicht.“ Schließlich sei die Trasse einst als Schmalspurbahn quasi „durch die Vorgärten“ angelegt worden.

Auch wenn sich der VVO-Geschäftsführer für den Erhalt der Bahnstrecke ausspricht, so kann er dies nicht allein entscheiden. Das letzte Wort hat die Verbandsversammlung, in der die Meinung des Verwaltungschefs jedoch ein gewisses Gewicht haben sollte.

Von Uwe Menschner

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