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BI kämpft für Erhalt des Ritterguts Seifersdorf - Wo einst Goethe weilte, soll jetzt die Abrissbirne walten

BI kämpft für Erhalt des Ritterguts Seifersdorf - Wo einst Goethe weilte, soll jetzt die Abrissbirne walten

Nach Angaben der Berliner Schinkel-Expertin Martina Abri gibt es schriftliche Belege, die beweisen, dass Johann Wolfgang von Goethe einst im Rittergut Seifersdorf zu Gast war und der Dichterfürst das Gut wohl sehr schätzte.

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An die einst glanzvollen Zeiten des Ritterguts Seifersdorf erinnert heute nur noch morbider Charme.

Quelle: Werner Peters

Allerdings erinnert nur noch morbider Charme an diese glanzvollen Zeiten. Und geht es nach den Plänen des Eigentümers, dem bekannten bayerischen Unternehmer Gernot Glatz, wird, wo einst Goethe weilte, schon bald die Abrissbirne walten und Platz für eine Eigenheimsiedlung schaffen (DNN berichteten). Lediglich das Herrenhaus soll, ergänzt durch zwei Seitenflügel, erhalten bleiben.

Gegen diese Pläne wehrt sich nun eine Bürgerinitiative (BI). Allein vierzig formelle Einwendungen gingen zum kürzlich veröffentlichten Bebauungsplan bei der Gemeindeverwaltung ein. Nach Auffassung der BI bilden das Brühlsche Wasserschloss zusammen mit dem Rittergut und der 1605 erbauten Kirche ein bauliches Gesamtensemble im Dorfkern. Martina Abri, seit 1993 Professorin für Denkmalpflege in Potsdam, bestärkt die Bürger in ihrer Auffassung. Bei ihr hatte die BI angefragt, inwieweit die zum Gut gehörigen Bauten möglicherweise durch Karl Friedrich Schinkel beeinflusst wurden und somit unbedingt erhaltenswert wären.

"Eindeutig belegt ist, dass das Schloss, ein Umbau und die Erweiterung zu einer U-förmigen Anlage im Jahr 1821 von Karl Friedrich Schinkel abgeschlossen wurden", so die Professorin für Denkmalpflege. Benannt wird in ihren Forschungsunterlagen auch der Pferdestall des Rittergutes der mit seinen Pfeilern und Kreuzgewölben möglicherweise zeitgleich mit dem Schloss entstand. "Die Frage, in wieweit Karl Friedrich Schinkel in Bezug auf den Stall als Autor oder Mitautor zu benennen ist, kann erst nach weiteren Forschungen beantwortet werden", so Martina Abri weiter. Ihr Ratschlag lautet deshalb: "Bis zur Klärung dieser Frage wäre die Gemeinde gut beraten, das Ensemble intakt zu bewahren!"

Auf den guten Willen der Kommune wollen sich die Bürger jedoch nicht verlassen. Protestschreiben wurden an die Fraktionen im Sächsischen Landtag sowie an Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) gerichtet, in dessen Wahlkreis Seifersdorf liegt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.12.2014

Werner Peters

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