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Ausbau der Kottenleite: Radebeul kann 3,4 Millionen Euro aus Fluthilfe-Mitteln für die Sanierung ausgeben

Ausbau der Kottenleite: Radebeul kann 3,4 Millionen Euro aus Fluthilfe-Mitteln für die Sanierung ausgeben

"Vor diesem Vorhaben haben wir immer Respekt gehabt", sagt Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos). Man könnte auch sagen, dass so mancher in der Verwaltung die Sanierung des etwa 1,3 Kilometer langen Straßenzugs Kottenleite und Obere Johannisbergstraße nicht einmal mit der Kneifzange anfassen wollte.

Radebeul.

Jetzt zwingt die Schadensbeseitigung nach dem Junihochwasser 2013 zur Eile.

"Damals sprudelten mitten auf der Kottenleite kleine Quellen", erinnert Stadtrat Jürgen Hartmann (Freie Wähler). Das ging etwa ein Vierteljahr nach der Elbeflut noch so, ohne dass sich genau sagen ließ, woher das Wasser eigentlich kam. Entsprechend hat Radebeul den Straßenzug, der zum Leidwesen der Anwohner bei Fernfahrern als günstige Verbindung zur Niederwarthaer Brücke bekannt ist, als Flutschaden angemeldet. Rund 3,4 Millionen Euro darf die Stadt dort bis 2017 ausgeben. Die Planungen, wie das geschehen soll, haben nun begonnen.

Dabei gibt es schon einen Ausbau-Plan, zumindest für die Kreuzung der Oberen Johannisbergstraße mit der Meißner Straße. Der wurde wegen des nahe der Kreuzung gelegenen Baumarkts "Obi-Strahl" getauft. Er ist vor allem bei Anwohnern, die sich in der Bürgerinitiative "Kottenleite-Altlindenau-Friedewald" organisiert haben, extrem unbeliebt. Sie befürchten die Zunahme des Schwerlastverkehrs vor ihrer Haustür, sollte die Kreuzung in irgendeiner Form bequemer für den Verkehr gestaltet werden. Derzeit firmiert die sogenannte Obi-Kreuzung, die den Verkehr von der Niederwarthaer Straße auf die Meißner Straße verteilen soll, als größte Staufalle in Radebeul. "Wir müssen deshalb auch die Kreuzung mitplanen", sagt Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos). Eine Wiederbelebung des offiziell auf Eis gelegten "Obi-Strahls" soll es aber wohl nicht geben.

Stattdessen will man mit dem an Straßenraum zurechtkommen, was man derzeit schon hat, heißt es in den Planungszielen. Dennoch solle an den meisten Stellen der Begegnungsverkehr von Lkw ermöglicht werden, an den schmalsten Stellen noch der von Bussen bei Tempo 30, was eine Fahrbahnbreite von wenigstens sechs Meter bedeutet. Außerdem soll die Straße, die laut einer Verkehrszählung (2012) von 3100 Fahrzeugen am Tag befahren wird, einen durchgängigen Fußweg erhalten. "Das ist etwas Positives aus dem Hochwasser", sagt CDU-Stadtrat Wolfgang Jacobi. Schließlich handele es sich um einen Schulweg.

Zu den Verkehrsfragen kommen die technischen Probleme. Sie hängen vor allem mit der Suche nach der idealen Entwässerung zusammen. Derzeit gibt es sie auf der Kottenleite nicht durchgängig, was sich zum Junihochwasser unangenehm bemerkbar gemacht hat. In einem Papier wird der dadurch entstandene Schaden unter anderem als "Risse und Fehlstellen in der Fahrbahndecke und erhebliche Beschädigungen der straßenbegleitenden Mulden und Gräben" beschrieben. Das gilt insbesondere für das Teilstück zwischen Ringstraße und Meißner Straße, das den ersten Bauabschnitt bildet. Es soll nach derzeitigem Stand instandgesetzt werden, während der etwa 300 Meter lange zweite Bauabschnitt zwischen Ringstraße und Moritzburger Straße grundhaft ausgebaut werden soll.

Ob die dafür zur Verfügung stehenden 3,4 Millionen Euro genügen werden, lässt sich noch nicht sagen. Mit diesen Mitteln ließe sich ohnehin nur bezahlen, was auch klar als Hochwasserschaden erweise, erläutert Baubürgermeister Müller. Es könnte also sein, dass auf die Stadtkasse noch erhebliche Kosten hinzukommen. "Wir hoffen, das Glück zu haben, dass wir eine 100-prozentige Förderung bekommen", sagt deshalb Stadträtin Eva Oehmichen (Grüne/Bürgerforum).

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.10.2014

Uwe Hofmann

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