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Auf dem Neujahrsempfang ehrte die Stadt Radebeul das Engagement von neun Einwohnern

Auszeichnungen für engagierte Bürger Auf dem Neujahrsempfang ehrte die Stadt Radebeul das Engagement von neun Einwohnern

Die Stadt Radebeul hat auf dem Neujahrsempfang neun Einwohner für ihr soziales Engagement geehrt. In seiner Rede mahnte OB Bert Wendsche mehr Solidarität auf allen Ebenen und in allen Bereichen an.

Die Ehrenamtspreisträger der Stadt Radebeul: Vicky Adler (vordere Reihe, v. l. n. r.), Andrea Hoffmann, Gisela Hultsch, Annkatrin Hoentzsch und Hans Korb sowie (obere Reihe, v. l. n. r.) OB Bert Wendsche mit den Preisträgern Ekkehard Mandry, Dr. Heidelore Geistlinger, Christian Schmidt sowie die beiden Laudatoren Andrea Mönkhoff und Elmar Günther. Der Preisträger Christian Franz konnte aus terminlichen Gründen seine Auszeichnung nicht persönlich entgegennehmen.

Quelle: Silvio Kuhnert

Radebeul. „Solidarität und Herausforderung“ ist für Radebeuls OB Bert Wendsche (parteilos) das Jahresmotto für 2018. Zu Beginn seiner Rede zum traditionellen Neujahrsempfang der Stadt in den Landesbühnen Sachsen am Donnerstagabend – dazu waren rund 370 Gäste geladen – erinnerte er an ein Lied von Bettina Wegner. „Sind so kleine Hände. Ein Lied, welches sich mir tief einprägte. Es wurde letztlich zu einem Symbol nicht nur in Bezug auf Kinder, sondern ein Symbol der Solidarität mit den Schwachen, Zerbrechlichen – zu beachten bei allen Herausforderungen“, sagte das Stadtoberhaupt.

Angesichts des Ergebnisses der Bundestagswahl, vor allem in Sachsen, sieht Wendsche im gesellschaftlichen Zusammenhalt eine große Herausforderung: „Während es als Privatperson oder als Unternehmen für den Erfolg oft darauf ankommt, der Erste, der Schnellste, der Innovativste zu sein, so darf dies für ein Gemeinwesen gerade nicht das Leitmotiv sein.“ Hier müsse wie bei einer Gruppenwanderung oder Radtour gelten, der Langsamste bestimmt das Tempo. „Beziehungsweise ihm wird beim Mithalten geholfen, sonst zerbricht die Gemeinschaft, das Gemeinwesen“, so das Stadtoberhaupt.

Solidarität forderte Wendsche von den Städten mit dem ländlichen Raum ein. Die Konzentration der Ansiedlungspolitik auf die Großstädte habe fatale Folgen. „Dort muss dann mit Milliardenaufwand öffentliche Infrastruktur – Schulen, Kitas, Straßen, Abwassernetze etc.– neu errichtet werden, die Sogwirkung vom ländlichen Raum wird weiter verstärkt“, so Wendsche. Die Kommunen auf dem Lande müssten dagegen mit hohem Kostenaufwand Infrastruktur zurückbauen. Daher fragte Wendsche, ob es nicht volkswirtschaftlich sinnvoller wäre, Investoren höhere Ansiedlungszuschüsse dafür zu geben, dass sie sich in Torgau, Riesa, Zeithain oder Niesky ansiedeln, um dem wachsenden Stadt-Land-Gefälle entgegenzuwirken. „Neben einer immensen Kosteneinsparung würden den auf dem Land lebenden Menschen wieder Zukunft und Hoffnung in ihrer angestammten Heimat gegeben“, meinte der Oberbürgermeister.

Als eine weitere Herausforderung benannte der Rathauschef den Fachkräftebedarf. In den nächsten 20 Jahren würden mehr Menschen in Rente gehen, als neue ins Berufsleben starten. „So können allein bei uns in Radebeul in diesem Zeitraum 40 Prozent der jetzt vorhandenen Arbeitsplätze biologisch nicht durch Radebeuler ersetzt werden“, benannte Wendsche ein Problem. Da mit einer aktuellen Arbeitslosigkeit von nur noch 3,8 Prozent nahezu Vollbeschäftigung herrsche, sei die Reserve an Arbeitskräften nahezu ausgeschöpft.

Gelebte Solidarität stand vor Wendsches Rede im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs: Andrea Mönkhoff von der Familieninitiative Radebeul und Elmar Günther, Sozialamtsleiter der Lößnitzstadt, ehrten neun sozial sehr engagierte Einwohner. Ihre Namen sind:

Vicky Adler: Seit ihrem 18. Geburtstag ist sie im Katastrophenschutz-Einsatzzug des DRK Kreisverbandes Dresden-Land aktiv. Sie kümmert sich unter anderem um den Nachwuchs als Ausbilderin im Schulsanitätsdienst.

Christian Franz: Seit Jahren sammelt er die Kinder in seinem Wohngebiet ein und bringt sie als Schulwegbegleiter sicher in die Grundschule Niederlößnitz.

Annkatrin Hoentzsch: Sie lebt mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Statt sich komplett zurückzuziehen und zu isolieren – was bei Betroffenen dieser psychischen Erkrankung sehr oft vorkommt –, engagiert sie sich in der Kontakt- und Beratungsstelle „Kobra“, gründete eine Selbsthilfegruppe und stellte eine Nachbarschaftshilfe in ihrem Wohnumfeld auf die Beine.

Dr. Heidelore Geistlinger: Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern des Bilz-Bundes für Naturheilkunde und bringt seit mehr als 25 Jahren mit leidenschaftlicher Arbeit und viel Einsatz das Lebenswerk von Eduard Bilz den Menschen der Region näher.

Andrea Hoffmann: Die Lehrerin nahm einen kleinen Jungen als Pflegekind auf. Dieser leidet am fetalen Alkohol-Syndrom. Dabei handelt es sich um eine Behinderung, die auf den Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft zurückzuführen ist. Andrea Hoffmann investiert viel Zeit und Kraft für ihren Pflegesohn, der mit Defiziten im Lernverhalten zu kämpfen hat.

Gisela Hultsch und Hans Korb: Die beiden Geschwister hatten ihren schwerkranken Bruder bei sich aufgenommen und gepflegt. Nach dessen Tod gaben sie einem Psychischerkrankten ein Zuhause und ermöglichen diesem so seit 2015 ein Leben außerhalb einer Einrichtung.

Ekkehard Mandry: Der Ruheständler unterstützt drei Tage in der Woche das Gut Gamig. Er übernimmt Gruppenführungen, erledigt Sekretariatsaufgaben oder hilft beim kognitiven Training für Menschen mit Behinderung. An den beiden anderen Wochentagen trifft man ihn in der Evangelischen Grundschule, wo er im Büro und bei allen anstehenden Aufgaben hilft. Darüber hinaus ist er beim THW aktiv.

Christian Schmidt: Er hat beim Aufbau der Radebeuler Tafel mitgewirkt und ist seither bei ihr sehr aktiv. Ihm gelang es, mehrere Autos zu akquirieren und Radebeuler Supermärkte zum Mitmachen zu animieren. Inzwischen gibt die Radebeuler Tafel jede Woche an zwei Tagen Lebensmittel an Bedürftige aus.

Von Silvio Kuhnert

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