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Astroclub Radebeul präsentiert das größtes transportables Sternwartenteleskop Sachsens

Astroclub Radebeul präsentiert das größtes transportables Sternwartenteleskop Sachsens

"Nein", sagt Martin Fiedler. Für die Beobachtung des Mondes eignet sich das neue Teleskop des Astroclubs Radebeul nicht. "Wenn man ihn mit ansehen will, sollte man fast schon eine Sonnenbrille tragen", sagt der Vereins-Chef.

Radebeul.

Trotz der nächtlichen Finsternis. So lichtstark ist das neue Gerät des 60-köpfigen Vereins, das am Sonnabend als "größtes transportables Sternwartenteleskop Sachsens" in der Radebeuler Volkssternwarte, Auf den Ebenbergen 10a, vorgestellt wird.

Das Datum ist gut gewählt. Nur einen Tag vorher verdunkeln sich fast drei Viertel der Sonne über Deutschland, am Sonnabend wird dann bundesweit der Tag der Astronomie begangen (siehe Infokästen). Das wird auch den Radebeuler Sternenguckern viel Aufmerksamkeit bringen, die sich 1991 gegründet haben und immer freitags zur Himmelsbeobachtung einladen. Dabei kommt regelmäßig auch das bisher leistungsfähigste Fernrohr der Radebeuler zum Einsatz, ein für die Astro-Fotografie geeignetes Maksutov-Newton-Teleskop, das der Astroclub unter anderem zur Erforschung des Weltalls nutzt. Immerhin elf neue Asteroiden haben die Radebeuler Sternengucker inzwischen entdeckt. Einer davon trägt den Namen ihrer Stadt.

Die Leistungsfähigkeit der Teleskope bemisst sich im Spiegel- oder Linsendurchmesser. Je größer ein Spiegel ist, desto mehr Licht kann er sammeln. Beim Maksutov-Newton-Teleskop sind das 35 Zentimeter. Der Spiegel des Neulings bringt es dagegen auf 60 Zentimeter, was der Himmelsbeobachtung in Radebeul schlagartig neue Möglichkeiten eröffnet. "Für uns war der Andromedanebel zum Beispiel bisher ein nebliger Fleck", sagt Andreas Krawietz, der Schatzmeister des Vereins. "Jetzt werden Strukturen sichtbar." Das gilt auch für die Spiralarme entfernter Galaxien und für Kugelhaufen, die aus tausenden von Sternen bestehen. Ebenso werden die Farbunterschiede zwischen dem Licht verschiedener Himmelskörper wahrnehmbar. Für die Sternwarte ist das ein Attraktivitätssprung. "Es ist nicht immer einfach, die Erwartungen der Besucher zu treffen. Bei manchen sind sie recht groß, weil sie nur die von der NASA gemachten Fotos kennen", sagt Krawietz. Ein bisschen mehr von dem, was die NASA kann, geht jetzt auch in Radebeul. Davon sollen vor allem die Besucher profitieren.

Das neue Teleskop eignet sich vor allem für die Beobachtung mit dem Auge. Ein Fotoapparat, der bei langen Belichtungszeiten Beobachtungen in der Tiefe des Alls möglich macht, ließe sich zwar anbringen, sagt Fiedler. Wirklich geeignet sei das Gerät dafür aber nicht. "Dann hätte es sicher das Zehnfache gekostet", sagt er. So blieb es bei knapp 18 000 Euro, was für den Verein immer noch happig ist. Den Löwenanteil davon haben mit der Sparkasse Meißen, dem LionsClub Radebeul und dem Rotary Club Radebeul drei Sponsoren übernommen. Der Rest kommt von vielen Kleinspendern. Etwa 30 Prozent hat der Verein selbst bezahlt. Bereits vor vier Jahren hatte man mit dem Spendensammeln begonnen. Man hätte eigentlich auch schon viel eher damit aufhören können, hätte man nicht zweieinhalb Jahre Wartezeit in Kauf genommen, weil sowohl der französische Teleskop-Produzent als auch der Spiegelschleifer ausgelastet waren.

"Auf der ganzen Welt gibt es nur eine Firma, die uns so ein Teleskop bauen kann, wie wir es brauchen", begründet Fiedler, warum man sich geduldet hat. Das neue Fernrohr musste transportabel sein, damit es ins Freie befördert werden kann. Alles andere hätte Umbauten an der Sternwarte bedeutet, die derzeit nicht zu bezahlen sind. Das lange Warten hatte auch seine guten Seiten. Weil der Verein weiter Spenden sammelte, war noch Geld für ein paar Extras drin: Etwa einen computergesteuerten Einstellmechanismus, mit dem sich Himmelsregionen per Knopfdruck fokussieren lassen. Oder eine besonders leichte Bauweise durch Karbonstangen. Das neue Spiegelteleskop ist deshalb leicht genug,um es auch beim Herbst- und Weinfest vorzuführen.

www.astroclub-radebeul.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.03.2015

Uwe Hofmann

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