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Archäologen finden Reste von zwei vorgeschichtlichen Siedlungen in Bannewitz

Detektivarbeit Archäologen finden Reste von zwei vorgeschichtlichen Siedlungen in Bannewitz

Die Geschichte von Bannewitz reicht bis in die Jungsteinzeit zurück. Bei archäologischen Grabungen kamen entlang der B170 zum einen Spuren einer Siedlung des Neolithikums sowie der Jungbronzezeit zum Vorschein

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Dr. Christiane Hemker hält eine Keramikscherbe vor dem Grabungsfeld der jungsteinzeitlichen Siedlung in der Hand.

Quelle: Silvio Kuhnert

Bannewitz. Die Geschichte von Bannewitz reicht bis in die Jungsteinzeit zurück. Bei archäologischen Grabungen kamen entlang der B170 zum einen Spuren einer Siedlung des Neolithikums um 2500 v. Chr. sowie der Jungbronzezeit Ende des zweiten und beginnenden ersten Jahrtausends v. Chr. zum Vorschein. "Die Menschen haben hier als Bauern gearbeitet und Ackerbau und Viehzucht betrieben", berichtete gestern Grabungsleiter Dr. Johann Friedrich Tolksdorf. Dies trifft auf beide vorgeschichtliche Epochen zu. Denn die Lebensweise unterscheidet sich nur in der Verwendung von Metall, welches Steinzeitmenschen noch nicht kannten.

Im Vorfeld der geplanten Erweiterung der Bundesstraße ab kommendem Jahr rückte in Bannewitz das Landesamt für Archäologie an, um eine 3,8 Hektar große Fläche zu untersuchen. "In diesem Gebiet war mit vorgeschichtlichen Siedlungsresten zu rechnen", erläuterte Dr. Christiane Hemker, Referatsleiterin für Südwestsachsen. Bereits beim Bau der nahe gelegenen A17 haben Archäologen vorgeschichtliche Funde zutage befördert.

Um über 4500 Jahr alte Siedlungsspuren zu entdecken, benötigen die Archäologen vor allem eins - einen sehr geschulten Blick. Grabungsleiter Tolksdorf spricht von "archäologischer Detektivarbeit". Ein Bagger mit zahnloser Schaufel trägt behutsam das Erdreich ab. Die Archäologen stehen daneben und achten auf die Beschaffenheit und die Farbe des Bodens. Denn Farbunterschiede und eine veränderte Konsistenz im Gegensatz zum ursprünglichen Bodenmaterial weisen auf vorgeschichtliche Bodeneingriffe und Verfüllungen hin. Wenn die Archäologen auf eine andere Bodenfärbung stoßen, holen sie ihre Mauerkelle und den Pinsel heraus und durchstöbern vorsichtig die Stelle.

So hebt sich für den Laien kaum zu erkennen beispielsweise ein kreisrunder Fleck vom Lehmboden ab. "Dies ist ein charakteristischer Befund", meint der Grabungsleiter. Denn an dieser Stelle befand sich einst ein Erdspeicher. Den haben die Menschen sowohl in der Jungsteinzeit als auch in der Bronzezeit zur Lagerung von Getreide genutzt. Als er als Kornspeicher ausgedient hatte, wurde die Grube mit allen Hinterlassenschaften des Siedlungsalltags verfüllt. Die Archäologen wühlen quasi im Müll der vorgeschichtlichen Behausungen. Ans Licht beförderten sie unter anderem Keramikreste, Reste von Lehmbrocken sowie verbranntes Material. Anhand dieser können sie die Siedlung einer Menschheitsepoche zuordnen.

Zu den Entdeckungen der Forscher gehörte auch ein Graben. "Er bildete wohl die Grenze des Siedlungsbereichs", vermutet Tolksdorf. Graben und Gruben geben eine Vorstellung von der Größe der Siedlung aus der Jungsteinzeit. "Hier befanden sich wenige Gehöfte", berichtet Tolksdorf. Die Archäologen denken, dass es drei an der Zahl waren. In einem Hof lebte eine Familiengruppe bzw. Großfamilie zusammen. Die Häuser bestanden aus einem Holzgerüst. Für den Bau der Wände wurde zwischen den Balken Weide geflochten und mit Lehm beworfen. Die gefundenen Lehmbrocken sind Reste eines solchen Wandverputzes. Weil die Häuser aus organischen Material bestanden, sind sie komplett verrottet. "Mit das Einzige, was aus jener Zeit erhalten blieb, ist die Keramik", sagt Tolksdorf. Aber auch von den Brandresten erhoffen sich die Forscher über moderne naturwissenschaftliche Analysen einen Einblick in Ernährungs- und Wirtschaftsweise der damaligen Bewohner.

Silvio Kuhnert

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