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Anzahl der Straftaten in den Landkreisen sinkt deutlich

Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Anzahl der Straftaten in den Landkreisen sinkt deutlich

Die Straftaten in den Landkreisen Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (SSOE) und Meißen sind 2016 teils erheblich zurück gegangen. Das geht aus der polizeilichen Kriminalitätsstatistik der Polizeidirektion Dresden für das vergangene Jahr hervor.

In beiden Landkreisen macht die Diebstahlkriminalität nach wie vor den Hauptteil unter den Straftaten aus.

Quelle: dpa-Zentralbild

Pirna/Meissen. Die Straftaten in den Landkreisen Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (SSOE) und Meißen sind 2016 teils erheblich zurück gegangen. Das geht aus der polizeilichen Kriminalitätsstatistik der Polizeidirektion Dresden für das vergangene Jahr hervor. Während die Landeshauptstadt einen Anstieg der Straftaten hinnehmen musste, sank die Anzahl im Landkreis Meißen um 567 auf 12 353 und damit den tiefsten Stand in den letzten zehn Jahren. Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge fällt das Minus noch deutlicher aus: 13 398 Straftaten bedeuten einen Rückgang um fast 25 Prozent. Das sage aber nichts über die wirkliche Lage aus, wie Polizeipräsident Horst Kretzschmar einschränkt. „Denn der vermeintlich deutliche Rückgang resultiert insbesondere aus dem Rückgang der ausländerrechtlichen Verstöße, die wiederum kaum Einfluss auf das Sicherheitsgefühl der Menschen haben“, wie Kretzschmar sagt.

Generell lässt sich sagen, dass die Menschen in den Landkreisen gegenüber Dresden deutlich sicherer leben. In der Landeshauptstadt kommen 10 787 Straftaten auf 100 000 Einwohner, das ist das in etwa Doppelte gegenüber den Vergleichswerten von 5415 (SSOE) und 5037 (Meißen). Einige Tendenzen sind jedoch in Stadt und Umland gleich. So stieg überall die Gewaltkriminalität an. 348 Fälle in Meißen bedeuten 50 mehr als noch 2015. 288 Fälle und damit 20 mehr waren es in der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge. Diese Zahlen zeigten, dass man sich auf der positiven Entwicklung der Gesamtkriminalität nicht ausruhen dürfe, urteilt Polizeipräsident Kretzschmar. „Der neuerliche Anstieg bei der Gewaltkriminalität ist für mich ein Weckruf“, fügt er an. Zumal auch die Zahl der Rohheitsdelikte um 167 auf 1620 (Meißen) sowie 27 auf 1407 (SSOE) anstieg. Die Anzahl der Mord- und Totschlagdelikte bewege sich im einstelligen Bereich (SSOE: 3; Meißen: 5). Man werde diese Entwicklung nicht unterschätzen und mit einer stärkeren Präsenz der sächsischen Bereitschaftspolizei reagieren, verspricht Kretzschmar zumindest für die Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Einen deutlichen Unterschied zwischen beiden Landkreisen gibt es, wenn man die Aufklärungsquote hinzuzieht. Im Landkreis Meißen beträgt sie 57,3 Prozent, südlich von Dresden gar 65,9 Prozent. Es wurden 4936 (Meißen) beziehungsweise 7274 (SSOE) Tatverdächtige ermittelt. Bezogen auf die allgemeine Kriminalität, das ist die Summe aller Straftaten abzüglich derer, die nur Ausländer begehen können, stieg der Anteil ausländischer Tatverdächtiger auf 17,9 Prozent im Landkreis Meißen und auf 21,4 Prozent in der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge. Durch Straftaten entstand ein Sachschaden von rund 7,1 Millionen Euro (SSOE) beziehungsweise rund elf Millionen Euro (Meißen).

In beiden Landkreisen macht die Diebstahlkriminalität nach wie vor den Hauptteil unter den Straftaten aus. Ihr Anteil beträgt 41, 9 Prozent (Meißen) und 29,7 Prozent (SSOE). In beiden Zahlen sanken die Fallzahlen teils deutlich, von 5633 auf 5171 im Landkreis Meißen und von 4322 auf 3979 in der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge. Im Landkreis Meißen führen Ladendiebstähle (1192), Fahrraddiebstähle (708) und Diebstähle an oder aus Autos (538) die Rangliste an, in der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge sind es Ladendiebstähle (752), Diebstähle an oder aus Autos (441) und Diebstähle aus Keller, Böden und dergleichen (377).

Entgegen dem allgemeinen Trend stieg im Landkreis Meißen die Zahl der Diebstähle aus Büros, Lagern und Werkstätten um 9,9 Prozent auf 389 Fälle an. Die Wohnungseinbrüche gingen dagegen um 47 auf 258 zurück. Diese Zahl sei jedoch mit Vorsicht zu genießen, wie Polizeipräsident Kretzschmar einordnet. „Seit dem Jahreswechsel haben wir eine Häufung von Einbrüchen in Einfamilienhäusern festgestellt“, sagt er. Betroffen seien in erster Linie Radebeul und Coswig. Deshalb habe die Polizei ihre Präsenz auch mit Bereitschaftspolizisten und Zivilfahndern erhöht. „Mitunter bracht man aber einen langen Atem, um Einbrecher zu fassen.

In beiden Landkreisen war 2016 je ein Drogentoter zu beklagen. Das Ausmaß erfasster Drogendelikte ist ebenfalls annähernd gleich (Meißen: 405; SSOE: 354), wobei die Anzahl erfasster von Rauschgiftstraftaten stark von der Kontrollintensität der Polizei abhängt. Weniger Kontrollen bedeuten auch weniger Fallzahlen. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger ist anders als in Dresden nicht sehr hoch, beträgt 15,7 (SSOE) und 9,3 Prozent (Meißen). Insgesamt wurden im Landkreis Meißen 3,5 Kilogramm Marihuana, rund 439 Gramm Haschisch und 152 Gramm Crystal beschlagnahmt, im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge waren es 1,1 Kilogramm Marihuana, 960 Gramm Haschisch und etwa 235 Gramm Crystal.

Von Uwe Hofmann

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