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Umland Anwohnern in Zitzschewig stinkt es
Region Umland Anwohnern in Zitzschewig stinkt es
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20:30 05.06.2018
An dieser Stelle auf dem Bischofsweg kann nach Ansicht der Anwohner in Zitzschewig der Schacht für eine alternative Entwässerung gebaut werden. Quelle: Foto: Annette Lindackers
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Radebeul

Die Anwohner im Radebeuler Stadtteil Zitzschewig entlang des Bischofswegs und der Winterkehle müssen nach dem Abwasserbeseitigungskonzept (ABK) bis Ende 2018 an das zentrale Abwassernetz angeschlossen sein. Von der Wasserversorgung und Stadtentwässerung Radebeul GmbH (WSR) ist der Bau einer zentralen Druckleitung entlang des Bischofswegs vorgesehen. Jedes Haus auf dieser Straße muss dann das Abwasser in das höher gelegene Sammelbecken auf der Barkengasse pumpen. Dazu wird jedes Gebäude mit einer eigenen Hauspumpe angeschlossen: Auf die Eigentümer kommen neben der Anschaffung von etwa 4000 Euro weitere Kosten für Wartung, Strom und Rücklagen für die Neuinvestition zu. Die Anwohner fühlen sich von der WSR benachteiligt – und haben den Eindruck, dass die Kosten auf die Bürger abgewälzt werden.

Vorwürfe, denen WSR-Geschäftsführer Olaf Terno vehement widerspricht: „Wir haben eine Variantenuntersuchung durchgeführt und uns für die Druckleitung als kostengünstigste Variante entschieden.“ Aus seiner Sicht trägt der Anschluss ans Abwassernetz zu einer Gewinnsteigerung der Grundstücke bei.

Von der bereits in den 1990er Jahren geplanten Abwasserentsorgung über den Kapellenweg bis zur Meißner Straße habe man Abstand genommen, da dies eine sehr lange Strecke sei, ohne weitere Anschlüsse. Dort wäre das Abwasser in einem sogenannten Freispiegelkanal nur der Schwerkraft folgend, abgeflossen. Nun soll also auf einem kürzerem Weg, aber bergauf und mittels einer Druckleitung das Abwasser abgeführt werden. Die Leitung mit einem Durchmesser von sechs Zentimetern muss bis 1,30 Meter tief in der Erde verlegt werden.

Die Bewohner von Bischofsweg und Winterkehle sehen sich mit der Variante über Hauspumpwerke gegenüber den anderen Bürgern der Stadt stark benachteiligt. Zusätzlich zu den jährlichen Gebühren und Abwasserbeiträgen haben sie noch die Anschaffung der Pumpen mit Schneidwerk und die Verantwortung sowie alle Folgekosten zu tragen. Und das, obwohl es andere Möglichkeiten der Entwässerung gebe. Bei einer durchschnittlichen Lebensdauer einer Hauspumpe von zehn Jahren sind das alles in allem jeweils mehr als 10 000 EUR, die als Mehrkosten auf die Anlieger zukommen, sagen die Betroffenen.

Ebenso sehen die Anlieger sich beim Einsatz der Hauspumpen mit Problemen wie Havarie oder Stromausfall konfrontiert. „Jeder Bürger in Radebeul hat im Jahresmittel weniger als fünf Minuten Stromausfall “, hält Terno allerdings dagegen, der gleichzeitig Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Elbtal ist. Das, so sagt er, stelle keine Bedrohung für die Anwohner dar.

Die WSR bietet den Anwohnern als Entgegenkommen einen Baukostenzuschuss an, der einen Teil der Mehraufwendungen übernehme. Im übrigen seien die Folgekosten gar nicht so hoch, sagt der WSR-Geschäftsführer. Nach seiner Rechnung kommen pro Jahr nur etwa 125 Euro für Strom und Wartung zusammen – die Anwohner halten aus Erfahrung allerdings einen Betrag von 300 Euro für realistischer. Warum setzt die WSR dann aber den Baukostenzuschuss nicht für eine Anlage mit nur einem einzigen zentralem Hebewerk ein?, fragen die betroffenen Hausbesitzer. Bei dann vergleichbaren Gesamtkosten ginge diese Lösung nicht zu ihren Lasten, rechnen die Anwohner vor. Laut Terno werden hier nicht gleiche Zahlen miteinander verglichen – die Druckleitung sei nach wie vor die wirtschaftlichste Variante.

Dennoch geben sich die Anwohner mit dieser Variante über private Hauspumpwerke nicht zufrieden. Genügend Gefälle für eine Freispiegelanlage bis zu einem zentralen Sammelpunkt in der Straßenmitte gibt es auf dem Bischofsweg. Dort übernimmt dann eine einzige große Pumpe der WSR für alle Anwohner die Hebeleistung in einer Druckleitung zur Barkengasse.

Hier widerspricht Terno ebenfalls, denn dazu wäre auf dem Bischofsweg nicht genügend Platz. Alle anderen Medien hätten dort schon ihren Bereich belegt. Mit der Freispiegelanlage benötige man zudem mehr Platz für einen Schacht mit einem Durchmesser von 2,5 Metern. Das gebe die Straße nicht her. „Hinzu kommt, dass eine zentrale Pumpe alle zwei Wochen defekt wäre“, fügt er hinzu, „die Benutzer werden so in die Pflicht genommen, das eigene Abwasser zu entsorgen, wie es vorgesehen ist.“

Der Baustart vom 28. Mai ist nun auf den 11. Juni verschoben worden, die Zustimmung der Anwohner hat die WSR auf keinen Fall – denen stinkt’s gehörig.

Von Annette Lindackers

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