Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Schneeschauer

Navigation:
Google+
Ansprechpartnerin für alle nichtdeutschen Radebeuler

Aus Flüchtlingskoordination wird Integrationsassistenz Ansprechpartnerin für alle nichtdeutschen Radebeuler

Es gab in der Vergangenheit bereits zwei Flüchtlingskoordinatoren für die Stadt. Doch da die Zahlen der Geflüchteten sanken, strich der Landkreis Meißen beide Stellen. Nun wurde eine präventive Stelle geschaffen. Sanna Domaschk ist die neue Integrationsassistentin und hat die Aufgabe, nichtdeutschen nach Radebeul zugezogenen Menschen bei der Ankunft zu unterstützen.

Integrationsassistentin Sanna Domaschk hat selbst viele Jahre im Ausland gelebt und kennt die Probleme.
 

Quelle: Lisa-Marie Leuteritz

Radebeul.  Als Sanna Domaschk drei Jahre alt war, zog ihre Familie mit ihr nach Finnland. Dort fanden sie sich in der gleichen Situation wieder, wie viele Menschen aus anderen Ländern, die in diesen Tagen nach Deutschland kommen. Die damaligen Schwierigkeiten kann sie sich trotz ihres jungen Alters noch gut erinnern. Auch durch Erzählungen ihrer Mutter. Wo melde ich mich an? Wie erlerne ich die Sprache? Welche Ämter helfen mir wie weiter? An Die Erfahrungen, die sie in vielen Jahren Ausland sammeln konnte, lässt sie in ihre Arbeit als Integrationsassistentin, welche sie in Radebeul seit dem 2. Mai ist, mit einfließen.

Es gab in der Vergangenheit bereits zwei Flüchtlingskoordinatoren für die Stadt. Doch da die Zahlen der Geflüchteten sanken, strich der Landkreis Meißen beide Stellen. Nun wurde eine präventive Stelle geschaffen. Die 34-jährige Sanna Domaschk ist die neue Integrationsassistentin und hat die Aufgabe, nichtdeutschen nach Radebeul zugezogenen Menschen bei der Ankunft zu unterstützen und in die Bevölkerung einzubinden. Fragen können unter anderem sein, wo man seine Steuernummer herbekommt oder wie man einen Pass beantragt. Sanna Domaschk hilft, den Berg der Bürokratie zu erklimmen. Sie weiß selbst, wie schwierig es sein kann. „Als ich vor zehn Jahren zurück nach Deutschland kam, hatte ich Probleme, so manche Fragen in den Anträgen zu verstehen. Und das, obwohl ich zweisprachig aufgewachsen bin“, erinnert sich die gelernte Sozialarbeiterin und Theaterpädagogin.

Im Moment leben 60 Geflüchtete in Radebeul und sind dezentral in Wohnungen untergebracht. Neuzugang gibt es kaum. Das liegt vor allem daran, dass das Heim an der Kötitzer Straße noch immer wegen den Folgen des Brandes geschlossen ist. Im Herbst wir es wieder eröffnet. Für 130 Menschen gibt es dort Platz. Elmar Günther, Leiter des Sozialamtes in Radebeul, ist sich sicher, dass es dann wieder mehr werden. Die Situation ist dennoch nicht mit 2015 vergleichbar. Damals wurden teilweise bis zu 200 Geflüchtete dem Landkreis zugewiesen. Pro Woche. Jetzt ist der Landkreis besser aufgestellt und vorbereitet, sagt Günther.

Doch auch jetzt ist die Zahl der nichtdeutschen Einwohner in der Lößnitzstadt deutlich größer als die der Geflüchteten. 823 Menschen aus verschiedensten Nationen, welche keinen deutschen Pass besitzen, sind derzeit gemeldet. Davon sind 292 im vergangenen Jahr zugezogen und davon wiederum sind noch 159 aktiv gemeldet. Es ist also ein ständiges Kommen und Gehen. Sanna Domaschk betont, dass sie für alle Einwohner ohne deutschen Pass zuständig ist und nicht nur für Geflüchtete. Das ist ihr wichtig. Und auch nicht jeder der Menschen benötigt Hilfe bei der Integration, auch das weiß die 34-Jährige zu gut. „Zu unserem Trommelworkshop am Kulturbahnhof lud ich einen Mann ein, welcher kürzlich nach Radebeul zog und eben keinen deutschen Pass hatte. Er erklärte mir, dass er bereits seit 37 Jahren in Deutschland lebt. Damit war meine Hilfe überflüssig“, erzählt Domaschk. Die Einwohner und die Stadt kennenlernen, ein Gespür dafür bekommen, wer ihre Hilfe benötigt und wer nicht, das sei im Moment eine ihrer Hauptaufgaben, erklärt sie. „Ich will nicht unterstellen, dass jeder ohne deutschen Pass meine Hilfe braucht“, betont Domaschk. In ihren ersten Wochen als Integrationsassistentin hat sie eine Familie begrüßt, telefonische Anfragen entgegen genommen sowie Mails von Flüchtlingspaten, die wissen wollten, wofür die Integrationsassistentin zuständig ist. Außerdem arbeitet sie gerade an einem Schreiben für die Willkommensmappe. Die bekommt jeder, der nach Radebeul zieht und vorher weiter entfernt gelebt hat. Auch eine Broschüre erstellt die 34-Jährige derzeit, in der genau aufgelistet wird, welche Behörden und Stellen einem wie weiterhelfen können. Zu tun gibt es also genug. Pläne für die Zukunft hat sie auch schon. Am 29. September soll von 15 bis 18 Uhr ein interkulturelles Fest am Radebeuler Kulturbahnhof stattfinden. Dafür ist Sanna Domaschk derzeit noch auf der Suche nach Menschen und Initiativen, die sich beteiligen möchten.

 Zunächst ist die Stelle auf zwei Jahre für 20 Stunden pro Woche befristet. Dienstags von 13 bis 18 Uhr hat sie Sprechstunde im Sozialrathaus, ebenso nach Vereinbarung. Am besten erreicht man Sanna Domaschk per Mail, da sie oft auch unterwegs ist.

 Amt für Bildung, Jugend und Soziales, Hauptstraße 4, Telefonnummer: 0351/8311802, E-Mail: integrationsassistenz@radebeul.de, Sprechzeit: Dienstag 13 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung.

Von Lisa-Marie Leuteritz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr