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Angelika Gerhardt setzt sich in Coswig und Radebeul für Frauenrechte ein

Angelika Gerhardt setzt sich in Coswig und Radebeul für Frauenrechte ein

"Frauen an die Macht!" Dieser Satz kommt Angelika Gerhardt nicht über die Lippen. Sie will "frauenfreundlich, aber nicht männerfeindlich" sein, wie sie sagt.

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Angelika Gerhard ist seit 1996 Gleichstellungsbeauftragte in Coswig. Seit Kurzem setzt sie sich auch in Radebeul für die Gleichbehandlung beider Geschlechter ein.

Quelle: Norbert Neumann

Radebeul/Coswig. Seit 1996 ist sie Gleichstellungsbeauftragte in Coswig, vor kurzem hat sie das gleiche Amt in Radebeul übernommen. Das ist eine weitere Brücke zwischen den beiden Nachbarstädten, die schon bei der Rechnungsprüfung, in der Wohngeldstelle und beim Raser-Blitzen miteinander kooperieren. Die Stelle in Radebeul war vakant, weil sich die bisherige Gleichstellungsbeauftragte Ute Wendt aus arbeitstechnischen Gründen entbinden ließ. Für Gerhardt die Chance, Vollzeit-Gleichstellungsbeauftragte zu werden. Bisher hatte sie eine Zehn-Stunden-Stelle in der Geschäftsstelle des Coswiger Stadtrats. "Ich kann mich jetzt ganz auf Gleichstellungsfragen konzentrieren."

Beide Kommunen versprechen sich Synergieeffekte. Beispiel Veranstaltungen: "Ich kann die gleichen Veranstaltungen in beiden Kommunen organisieren", erläutert Gerhardt. So spricht im Oktober die Riesaer Rechtsanwältin Catharina Sternberg in beiden Städten über Altersarmut, von der, so Gerhardt, vor allem Frauen betroffen seien.

Dort sieht Gerhardt auch einen Schwerpunkt ihrer Arbeit. "Es geht um die Generation Frauen, die alleinstehend sind, weil ihre Männer gestorben sind", sagt sie. Ihnen fehle oft der Austausch oder der Anstoß für Unternehmungen. In Coswig hat Gerhardt für diese Frauen zwei Gruppen mit ins Leben gerufen, die je 30 bis 35 Mitglieder haben. Auch in Radebeul will sie solche Verbünde aufbauen, obwohl es hier schon Anlaufstellen wie die Familieninitiative in Kötzschenbroda gibt. Ein weiteres Angebot für Alleinstehende sind Auffrischungskurse für Führerschein-Inhaberinnen. "Oft ist es ja so, dass das Auto zu einer Art Heiligtum erklärt und nur von den Männern gefahren wird. Wenn diese dann gestorben sind, wissen die Frauen nicht mehr, wie man fährt", sagt Gerhardt. Das Problem tritt offenbar recht häufig auf: Zu den Kursen in Coswig kamen bisher 200 Teilnehmerinnen. In Radebeul will Gerhardt nun eine Fahrschule finden, die beim Angebot mitmacht.

Dabei machen die älteren Frauen und ihre Probleme nur einen Teil des breit gefächerten Aufgabengebiets aus. In erster Linie will Gerhardt Ansprechpartnerin sein für Frauen, die mit ihren Problemen sonst nicht wohin wissen. Dabei geht es hauptsächlich darum, Wege aufzuzeigen oder Stellen und Ansprechpartner zu benennen, die konkrete Probleme lösen können. Die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten kann man sich als eine Art Schaltzentrale der Frauenhilfe verstehen. Andererseits scheue sich Gerhardt auch nicht, Opfer häuslicher Gewalt zur Anzeige auf die Polizeiwache zu begleiten.

Dabei ist das Aufgabenfeld einem steten Wandel unterworfen. "Als ich anfing, kamen vor allem Frauen, die plötzlich arbeitslos geworden waren", erinnert sich Gerhardt, die zuvor als Leiterin eines Kindergartens gearbeitet hat. Und die Männer, kommen die nicht zu kurz? "Die werden auch unterstützt, etwa bei der Wiedereingliederung nach der Elternzeit", ist Gerhardt um keine Antwort verlegen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.07.2014

Uwe Hofmann

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