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Umland Angeklagter bestreitet im Dschihadisten-Prozess Vorwurf
Region Umland Angeklagter bestreitet im Dschihadisten-Prozess Vorwurf
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15:23 23.08.2016
Amtsgericht Pirna: Nach dem Prozessauftakt am Dienstag, wird sich der Angeklagte erneut am 9. September vor Gericht behaupten müssen. Quelle: Marko Förster
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Pirna

Tourist oder Terrorist: Ein mutmaßlicher Islamist aus Dippoldiswalde bei Dresden hat vor Gericht bestritten, 2014 wegen des Dschihads (heiliger Krieg) nach Syrien gereist zu sein. Nach Angaben des Amtsgerichtes Pirna gab der 22-Jährige zum Auftakt des Prozesses am Dienstag an, vor knapp zwei Jahren über die Türkei nach Syrien gereist zu sein, um heilige Stätten zu besuchen und seinen neuen Glauben zu leben. Zuvor war er zum Islam konvertiert. Als er auf einer Koranschule gemerkt habe, dass man ihn für die Zwecke des Islamischen Staate (IS) missbrauchen wollte, habe er sich abgesetzt.

Die Anklage wirft ihm dagegen die „Aufnahme von Beziehungen zur Begehung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ vor. Nach Gerichtsangaben wird zum Paragraf 89b erstmals in Deutschland im Zusammenhang mit Terrorverdacht verhandelt. Ursprünglich sollte sich der junge Mann für den Inhalt des Paragrafen 89a („Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“) verantworten. Der Vorwurf wurde aber abgemildert.

Gleich zu Beginn des Prozesses wurde die Öffentlichkeit vom Verlauf der Verhandlung ausgeschlossen. Jugendrichter Jürgen Uhlig - der Prozess findet am Jugendschöffengericht statt - verwies auf das besondere Schutzbedürfnis des 22-Jährigen, der zum Tatzeitpunkt noch ein Heranwachsender war. Daraufhin mussten die zahlreich angereisten Medienvertreter den Saal 1 im Pirnaer Amtsgericht wieder verlassen. Am Mittag äußerte sich ein Gerichtssprecher zum Verlauf.

Zuvor war der Prozess unterbrochen worden. Er soll nun am 9. September mit der Vernehmung zweier Zeugen und eines Sachverständigen weitergehen. Bei den Zeugen handle es sich um zwei Männer, mit denen der Angeklagte wegen seines Glaubens Kontakt hatte, hieß es. Der Sachverständige ist Islamwissenschaftler.

Nach Gerichtsangaben war der Beschuldigte bis zu seinem Abtauchen Student der Sportwissenschaft in Jena. Momentan sei er arbeitslos, plane aber ein neues Studium. Im Frühjahr 2014 soll er zum Islam übergetreten sein. Zusammen mit einem damals 19 Jahre alten Freund fuhr er dann im September in die Türkei und weiter nach Syrien. Was aus dem 19-Jährigen Freund wurde, ist unklar. Vor Gericht gab der 22-Jährige an, dass sich die Wege beider in der Koranschule trennten.

Der Angeklagte war Ende 2014 verhaftet worden, nach drei Wochen aber gegen Auflagen freigekommen. Vor einem Jahr erhob die Dresdner Staatsanwaltschaft Anklage nach Paragraf 89a, das Hauptverfahren lehnte die Jugendkammer zunächst aber ab. Das Landgericht Dresden ließ es nach Beschwerde jedoch zu - milderte aber den Vorwurf. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt davon, dass sich die beiden jungen Männer in Unterkünften der Terrororganisation IS aufhielten.

Von dpa

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