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Umland Angeklagte im Anneli-Prozess schuldfähig - Urteil wohl im September
Region Umland Angeklagte im Anneli-Prozess schuldfähig - Urteil wohl im September
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16:25 19.08.2016
Der seit Ende Mai laufende Prozess wird am 23. August fortgesetzt. Quelle: dpa
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Dresden

Die beiden Angeklagten im Anneli-Prozess am Dresdner Landgericht sind nach Einschätzung von Gutachtern schuldfähig. Weder bei Markus B. noch Norbert K. sahen die Psychiater Anzeichen für eine Erkrankung, seelische Störung oder psychische Beeinträchtigung, wie Hans-Ludwig Kröber und Matthias Lammel am Donnerstag in der Verhandlung um die Entführung und Ermordung der Gymnasiastin aus Klipphausen (Landkreis Meißen) erklärten. Danach sind die beiden Angeklagten normal intelligent, B. ein sich überschätzender „Macher“ und K. ein Typ, der sich eher Anderen anpasst.

Die Männer sind wegen erpresserischen Menschenraubes mit Todesfolge angeklagt, der Jüngere zudem wegen Mordes. Sie sollen die Tochter eines Unternehmers am 13. August 2015 unweit ihres Elternhauses in Robschütz verschleppt und von ihrem Vater Lösegeld gefordert haben - 1,2 Millionen Euro. Die 17-Jährige wurde tags darauf im Versteck der Entführer in einem Nachbarort erdrosselt, ihre Leiche auf dem Anwesen versteckt. Die Rechtsmediziner fanden um ihren Hals zwei Kabelbinder und einen Spanngurt.

B. habe „geltungsbedürftige Persönlichkeitszüge“, ein unkritisches Selbstbild, überschätze seine Möglichkeiten und Leistungsfähigkeit, sagte Kröber. Der gelernte Koch hat kriminelle Erfahrung und wurde zwischen 1997 und 2002 zwölf Mal wegen Betrugs, Urkundenfälschung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis verurteilt, wie die Vorsitzende Richterin verlas. Zwei Mal war er im Gefängnis. So kaufte er mit gesperrter EC-Karte von seinem ungedeckten Konto Bahn-Fahrkarten per Lastschrift und machte sie zu Bargeld. Er selbst will zu Vorstellungsgesprächen quer durch Deutschland gereist sein.

„Ihm fehlt es an erforderlicher Einsicht, Unrecht getan zu haben“, befand das Karlsruher Gericht damals. „Er hält sich vermutlich für schlauer als er ist“, resümierte Kröber. Bei B. gebe es eine gewisse Diskrepanz zwischen Realität und von ihm gepflegter Legende.

K. ist laut Lammel ein passiver Mann, „der sich gern beiordnet“. Ihm falle es sehr schwer, in schwierigen Situationen die Fronten zu wechseln. Ein Abhängigkeitsverhältnis zu B. aber sieht er nicht. K. habe die Tat ihm gegenüber bedauert, „er war sehr betroffen“.

Der seit Ende Mai laufende Prozess wird am 23. August fortgesetzt. Die Kammer terminierte zwei weitere Tage Anfang September. Nach Angaben der Richterin könnte das Urteil am 5. September verkündet werden.

dpa

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