Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Umland Am Freitag ist die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts
Region Umland Am Freitag ist die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:03 23.07.2018
Die Bildkombination zeigt von links oben nach rechts unten die verschiedenen Phasen einer totalen Mondfinsternis. Quelle: Foto: Sven Hoppe, dpa
Radebeul/Tharandt

Astronomischer Sommernachtstraum: Gleich zwei besondere Konstellationen erhellen den Nachthimmel am kommenden Freitag – und das an einer lauen Nacht mitten im Hochsommer. Der Mond taucht in den Erdschatten ein. „Die totale Mondfinsternis am 27. Juli gehört zweifelsohne zu den ganz großen astronomischen Ereignissen unserer Zeit. Mit einer Dauer von 103 Minuten ist sie die längste des 21. Jahrhunderts“, berichtet Danila Wolf von der Sternwarte Radebeul. Der Mars ist der Erde gleichzeitig so nah wie selten. Das Planetarium der Lößnitzstadt lädt wie auch andere Sternwarten und Vereine der Region zum Beobachten des Spektakels ein.

Nur wenn sich die Mondbahn mit der Erdbahn bei Vollmond kreuzt, verfinstert sich der Mond, erklären die Astronomen. Die totale Mondfinsternis ist diesmal besonders lang: Der Mond taucht für circa eine Stunde und 43 Minuten vollständig in den Erdschatten ein. Übertroffen wird diese Mondfinsternis-Dauer erst am 9. Juni 2123 – um zwei Minuten.

Allerdings ein Wermutstropfen bleibt: Die Mondfinsternis ist in Sachsen nicht in ihrer vollen Länge beobachtbar. „Geht der Mond bei uns gegen 20.51 Uhr auf, befindet sich bereits über die Hälfte seines Körpers im Kernschatten der Erde“, teilt Gunter Baumann vom Verkehrs- und Verschönerungsverein „Tharandter Wald“ mit. Vollständig im Kernschatten verschwunden ist der Erdtrabant gegen 21.30 Uhr. Gegen 22.22 Uhr befindet sich der Mond nahezu im Kernschattenzentrum und erscheint dadurch besonders dunkel. Ab 23.13 Uhr verlässt der Mond den Kernschattenbereich wieder und gegen 0.20 Uhr sei der eindrucksvollste Teil dieses Himmelspektakels beendet, so Baumann.

Gleichzeitig zu diesem Schauspiel leuchte der Mars besonders hell. Denn unser Nachbarplanet nimmt am Freitag seine Oppositionsstellung zur Sonne ein. Er kommt in den Folgetagen der Erde fast so außergewöhnlich nah wie im August 2003 bei der „Jahrtausendopposition“. „Erst im September 2035 wird der Abstand zwischen Erde und Mars wieder außerordentlich gering sein“, informiert Baumann.

Der als Roter Planet bekannte Mars ist weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Anders als diese braucht er auf seiner Bahn nicht ein, sondern fast zwei Jahre, um die Sonne zu umrunden. Der Abstand vom Mars zur Sonne schwankt erheblich: An seinem sonnenfernsten Punkt ist er rund 250 Millionen Kilometer entfernt, am sonnennächsten nur etwas mehr als 200 Millionen Kilometer. Nur wenn der Mars der Sonne nahe steht und ihn die Erde auf der Innenbahn überholt, ist er am Himmel besonders hell und vergleichsweise groß zu sehen. Zu dieser speziellen Konstellation kommt es im Durchschnitt aber nur alle 15 Jahre. Am Freitag ist der Mars nur etwa 58 Millionen Kilometer von der Erde entfernt.

Wenn die Sonne untergeht, taucht Mars am Horizont auf. Das ist rund eine Stunde nach dem Aufgang des Mondes. Zum Ende der Mondfinsternis um 23.13 Uhr ist es dann richtig dunkel und beide Himmelskörper leuchten rötlich. Während die Mondfinsternis kurz nach Mitternacht endet, ist Mars die ganze Nacht lang zu sehen. Das ganze Spektakel erfolgt sehr horizontnah am Himmel. Ein geeigneter Beobachtungsplatz sollte freie Sicht in südöstliche Richtung gestatten, empfiehlt Baumann.

Veranstaltungen zur längsten totalen Mondfinsternis am 27. Juli

Sternwarte Radebeul

20 Uhr: Mondbeobachtung an den Fernrohren der Sternwarte; für Fotos am Teleskop müssen Besucher ihre Smartphones oder Kameras mitbringen; auch die sichtbaren Planeten (Venus, Jupiter, Saturn und Mars) werden beobachtet

Folgende Vorträge finden statt: 20 Uhr „Wie entsteht eine Mondfinsternis“; 20:30 Uhr: Der aktuelle Sternhimmel im Planetarium; 22 Uhr: „Schattenspiele“ – Finsternisse rund um die Welt; 22:30 Uhr: „Mission to moon“ – Unser Trabant in 3D

Auf der Beobachtungsterrasse erwartet die Besucher außerdem ein sommerlicher Weinausschank des Sächsischen Staatsweingutes Schloss Wackerbarth

Adresse: Auf den Ebenbergen 10, Radebeul

Sternwarte Graupa

19 Uhr: offener Beobachtungsabend mit mehreren Fernrohren bei Bratwurst und Getränken

Adresse: Badstraße, hinter der Grundschule Graupa

Tharandt, OT Kurort Hartha

Ab 20.45 Uhr lädt der Verkehrs- und Verschönerungsverein „Tharandter Wald“ zur gemeinsamen Himmelbetrachtung mit dem Fernrohr (günstige Witterungsbedingungen vorausgesetzt) ein.

Ort: Gewerbegebiet von Kurort Hartha, Zeisigweg, Nähe Freiberger Straße – der Beobachtungsort ist ausgeschildert

Meißen

21 Uhr: Mondscheinfinsternisspaziergang mit der Meißnerin Walfriede C. Hartmann. Während der Führung zeigt Uta Rolland „Feuer und Tanz“ im Blutmondschein; Teilnehmerbeitrag: 14, ermäßigt elf Euro, ein Kind pro zahlendem Erwachsenen frei

Treffpunkt: hinter der Meißner Frauenkirche am Tuchmachertor (Anmeldung unter Tel.: 03521/839332)

Von Silvio Kuhnert mit DPA

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In der Region um Dresden brauchen die Helfer oft länger zum Einsatzort, als eigentlich gefordert. Die zuständigen Landkreise reagieren – und rüsten im Rettungswesen auf.

23.07.2018

Nach dem Ranking eines Online-Portals schneidet das Albert-Schwarz-Bad in Heidenau besonders gut ab und hat das am Wochenende mit einer „Dankeschön-Party“ gefeiert. Grundlage des deutschlandweiten Rankings waren nämlich die persönlichen Online-Bewertungen der Badbesucher.

22.07.2018
Umland Wegen Trockenheit und Hitze - Waldbrandgefahr im Landkreis Meißen steigt

Sommerliche Hitze und Wind lassen die Waldbrandgefahr steigen. Im Landkreis Meißen wurde am Freitag die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe 4 ausgerufen. Kameraden mussten seit Montag mindestens 16 Mal zum Löschen von Freiflächenbränden ausrücken.

21.07.2018