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Umland Albrechtsburg zeigt auf der 2. Porzellanbiennale zeitgenössische Kunst
Region Umland Albrechtsburg zeigt auf der 2. Porzellanbiennale zeitgenössische Kunst
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19:02 09.08.2018
Ausstellungskuratorin Claudia Zachow, Designwissenschaftlerin am Porzellanikon Selb, betrachtet und erklärt Objekte des Koreaners Jong-min Lee, auf die der Künstler Zeichnungen mit einer Nadel geritzt hat. Quelle: Fotos (2): Silvio Kuhnert
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Meissen

Porzellan muss nicht immer Teller mit Zwiebelmuster oder eine Schäfergruppe aus Figuren im Rokokostil sein. Aus dem „Weißen Gold“ kann beispielsweise auch ein Tischläufer hergestellt werden. Wie Wollfäden gleichen die tausende Elemente auf dem ersten Blick, die die gebürtige Dresdnerin Beate Pfefferkorn einzeln mit Hand geformt und gereiht hat. Doch sie sind aus Porzellan.

„Whispering bottles“ lautet dagegen der Titel des interdisziplinären Kunstprojektes von Christiane Toewe. Mehr als 100 Porzellankörper in Flaschenform bilden eine Rauminstallation und stellen eine der Kommunikation fähigen Gesellschaft dar. Immer wieder blinkt ein Licht in den Flaschen auf. Jede leuchtet anders durch die feinen Nuancen von weiß, die sich durch den Brand ergeben haben, und symbolisieren die Individualität jeder einzelnen „bottle“. Das aufblinkende Licht reagiert auf Frequenzen und Töne der Umgebung, und je nach ihrem Wechsel bzw. Rhythmus scheint es zu einer Kommunikation zwischen den Flaschen selbst und ihrer Umwelt zu kommen.

Die beiden Kunstwerke sind Teil der Porzellanbiennale Meißen. Zum zweiten Mal wird von diesem Sonntag an bis zum 4. November dieses Jahres die Albrechtsburg zum Schauplatz zeitgenössischer Porzellankunst. In sechs Räumen des ältesten Schlosses Deutschlands, wo nach der Erfindung des europäischen Hartporzellans durch das Team Böttger, von Tschirnhaus und Pabst von Ohain vor 310 Jahren 1710 die erste Porzellanmanufaktur des Abendlandes eingerichtet wurde, demonstrieren 31 Künstler aus Europa, der Türkei und Südkorea, was mit diesem Material alles möglich ist.

„Wir wollen die Vielfalt des Porzellans zeigen“, sagt der Meißener Porzellankünstler Olaf Fieber, einer der Initiatoren vom Verein zur Förderung zeitgenössischer Porzellankunst, die vor zwei Jahren das erste Mal Porzellankünstler zu einer Leistungsschau in die Domstadt einluden. „Die damalige Resonanz bei den Künstlern wie bei den Besuchern ließen uns die Idee weiterverfolgen“, führt Fieber weiter aus. Und Angesichts der Zahl der Bewerbungen legt bereits vor der Eröffnung der zweiten Schau eine Fortsetzung der Biennale nahe.

75 Bewerbungen gingen beim Verein zur Förderung zeitgenössischer Porzellankunst ein, der in diesem Jahr nicht nur mit der Albrechtsburg zusammenarbeiten, sondern erstmals mit dem größten Spezialmuseum für Porzellan in Europa, dem Porzellanikon im fränkischen Selb, kooperiert. Der vierköpfigen Jury fiel die Entscheidung, welche der Bewerber ihre Arbeiten und Werke präsentieren dürfen, nicht leicht. „2016 hatten wir Künstler nach Meißen eingeladen, die mit dem keramischen Material Porzellan experimentieren und sich auf dem Gebiet der bildenden Künste schöpferisch betätigen“, berichtet Fieber. Dieses Mal habe die Jury vor allem Werke ausgewählt, die durch ihre Handwerklichkeit brillieren und sich der bildenden Kunst verpflichtet fühlen. „Beispielhaft hierfür stehen die akribisch geritzten Objekte des Koreaners Jong-min Lee und des polnischen Künstlers David Zynda“, so Fieber.

2. Porzellanbiennale Meißen: Eröffnung am 12. August um 14 Uhr in der Albrechtsburg; bis 4. November 2018 täglich von 10 bis 18 Uhr zu sehen.

Von Silvio Kuhnert

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