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Umland Ahmadi-Muslime setzen sich für positives Islambild in sächsischen Landkreisen ein
Region Umland Ahmadi-Muslime setzen sich für positives Islambild in sächsischen Landkreisen ein
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18:16 31.07.2017
Machen sich für einen friedlichen Islam stark: Dr. Mohammad Dawood Majoka (l.) und die beiden Dresdner Zaheer Ahmed (M.) und Tariq Riaz Mazhar (r.). Quelle: Foto: Silvio Kuhnert
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Pirna

Die friedliche Seite des Islams möchten in den kommenden Wochen Anhänger der Reformbewegung Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zeigen. Unter dem Motto „Wir sind alle Deutschland“ suchen sie alle 133 Ortschaften im Kreisgebiet auf und wollen dort mit den Bewohnern in Kontakt treten. Ihr Anliegen ist nicht die Mission oder die Bekehrung. „Wir möchten auf die Bevölkerung zugehen und ihre Sorgen und Ängste vor dem Islam nehmen“, berichtet Dr. Mohammad Dawood Majoka, Sprecher der islamischen Reformgemeinde in Deutschland. Sie verteilen daher keinen Koran, sondern Flyer in Fußgängerzonen, an markanten Plätzen der Kommunen oder stecken diese in die Briefkästen in kleinen Ortschaften.

Die kleine Broschüre informiert über das Islamverständnis der Ahmadi-Muslime. „Wir sind nicht politisch, sondern rein spirituell organisiert“, führt Majoka weiter aus. Für sie ist Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad, der die islamische Reformbewegung 1889 in Indien gegründet hat, der von Mohammed prophezeite Messias und Imam Madhi. Der Prophet habe einst vorausgesagt, dass die Muslime von der ursprünglichen Lehre des Islam abweichen werden. Daher werde ein Reformer kommen, der sie wieder zum wahren Islam führen werde. „Wir glauben, dass der Reformer gekommen ist“, so Majoka. Und dieser ist der Begründer jener Bewegung, der circa ein Prozent der weltweiten rund 1,2 Milliarden Muslime in über 200 Ländern anhängen. In Deutschland zählt sie mit ihren über 45000 Mitgliedern zu einer der größten Gemeinden unter den organisierten Muslimen und ist bisher die einzige islamische Gemeinschaft mit dem Status der Körperschaft des öffentlichen Rechts, wie ihn die katholische und evangelische Kirche besitzen. Die Dresdner Ahmadi-Gemeinde zählt rund 60 Mitglieder. Zwei Familien leben im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Zu ihren Grundsätzen gehört die Trennung von Religion und Staat. „Jeder Muslim muss loyal gegenüber dem Land sein, in dem er lebt. Wir bekennen uns zu Deutschland und dem Grundgesetz“, informiert Majoka. Für Ahmadi-Muslime seien Männer und Frauen gleichberechtigt. Und sie lehnen mit Verweis auf den 256. Vers der zweiten Sure des Korans jeden Zwang im Glauben ab und bekennen sich zur Religions- und Meinungsfreiheit. Angesichts terroristischer Anschläge, die von extremsitischen Muslimen wie in Paris, Manchester, Berlin oder erst vor kurzem in Hamburg verübt wurden, „sehen wir deutschen Muslime es als unsere Pflicht an, auf die Bevölkerung zu zugehen und das friedliche Gesicht des Islam zu zeigen“, so Majoka. Dazu sucht seine Bewegung zuerst unter dem Motto „Muslime für Frieden“, jetzt mit de Aktion „Wir sind alle Deutschland“ sämtliche Landkreise und kreisfreien Städte im Bundesgebiet auf.

Am kommenden Sonnabend verteilen sie ihren Flyer von 9 bis 18 Uhr auf der Dohnaischen Straße in Pirna. In der Sandstein-Stadt sollen ein Informationsstand sowie, wenn alle Orte des Kreises aufgesucht worden sind, ein Vortrag folgen.

Von Silvio Kuhnert

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