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Abriss oder Rückbau? Fahrradstation Pirna vor ungewisser Zukunft

Gebäude Klosterhof 3 in Pirna Abriss oder Rückbau? Fahrradstation Pirna vor ungewisser Zukunft

Das Gebäude Klosterhof 3 am Elberadweg in Pirna muss wohl einer Flutschutzwand weichen. Grund für den Abrissplan ist das Hochwasserschutzkonzept Elbe der Landestalsperrenverwaltung. Die dort ansässige Fahrradstation Pirna weiß aber noch gar nichts von den Plänen der Verwaltung.

Der Klosterhof 3

Quelle: Daniel Förster

Pirna. Frank Salzmann ist entsetzt. Der Inhaber der Fahrradstation Pirna im Gebäude Klosterhof 3 nahe des Elberadwegs hat erst am Dienstag durch eine Anfrage der DNN erfahren, dass das denkmalgeschützte Haus möglicherweise vor dem Abriss steht. Falls es dazu kommt, müsste sich der 51-Jährige nach einer neuen, passenden Lokation umsehen – „fast unmöglich“, so Salzmann.

Grund für den Abrissplan des Gebäudes ist das Hochwasserschutzkonzept Elbe der Landestalsperrenverwaltung (LTV). Der Behörde, die im Bereich zwischen Schifftorvorstadt und altem Bahnhof eine Flutschutzwand plant, ist das Gebäude nämlich ein Dorn im Auge. Zwischen Wand und Haus wäre nämlich nur noch ein sehr begrenzter Platz für den Verkehr. Und weil die LTV eine Umplanung wegen eines einzelnen Gebäudes ablehnt und die Stadt Pirna aber keinesfalls Kompromisse beim Durchfahrtsverkehr machen will, steht das Gebäude wohl vor dem Aus.

Frank Salzmann und seine Fahrradstation

Frank Salzmann und seine Fahrradstation

Quelle: Daniel Förster

Bereits nächste Woche soll im Stadtrat über einen möglichen Abriss entschieden werden. „Wir werden das sicher noch einmal diskutieren, es gibt ja mehrere Varianten“, erklärt Frank Ludwig, CDU-Fraktionschef im Stadtrat. In den Plänen der LTV wird zwar ein Komplettabriss oder zumindest einen Abriss von zwei Dritteln des Gebäudes favorisiert, doch letztendlich liegt die Entscheidung bei der Stadt, die auch Eigentümer ist. „Die Pläne zum Teilrückbau sind auch noch gar nicht zu 100 Prozent ausgearbeitet. Deshalb denke ich, dass es bis zu einer verbindlichen Entscheidung noch eine Weile dauern kann“, so Ludwig. Aus seiner Sicht gehe es auch darum, erste einmal mit einer Grundsatzentscheidung im Stadtrat der Verwaltung bei der Umsetzung des Konzeptes den Rücken zu stärken.

Ludwig stellte aber auch klar, dass der Flutschutz in seiner Fraktion eine hohe Priorität hätte. Zwar seien Schicksale wie das der Fahrradstation sehr ärgerlich und der Erhalt der historischen Bausubstanz sehr wichtig – das müsste sich aber letztendlich einer größeren Sache unterordnen. Laut Stadtsprecher Thomas Gockel habe die Denkmalschutzbehörde bereits signalisiert, einem Abriss zuzustimmen, vor allem weil das Gebäude bereits baulich verändert wurde.

Für Frank Salzmann gleich doppelt ärgerlich: „Ich darf wegen Denkmalschutzes nicht einmal einen Nagel in die Wand schlagen, und jetzt soll das Gebäude auf einmal einfach so abgerissen werden?“, klagt der Unternehmer. Zudem sei es aus aktueller Sicht für ihn unmöglich, einen adäquaten Ersatz für seinen Laden zu finden. „500 Quadratmeter mit Elbnähe gibt es hier so gut wie gar nicht.“ Zudem klagt er über die offensichtlich fehlende Kommunikation von Seiten der Stadt. Unterstützung erhält er von Stadtrat Ludwig: „Da muss man ganz klar die Arbeit der Verwaltung ankreiden, die Kommunikation ist in diesem Fall ein großer Missstand.“

Doch obwohl ein Abriss – oder zumindest ein großflächiger Rückbau – wohl unausweichlich scheint, gibt es noch viel Klärungsbedarf im Stadtrat. Linke und CDU haben bereits angekündigt, das Thema intern intensiv aufzuarbeiten. Zudem ist aktuell noch nicht absehbar, wann die LTV mit dem Bau der Flutschutzwand beginnen kann. Frank Salzmann dürften also Vorerst noch ein paar Jahre im Klosterhof 3 bleiben.

Von Sebastian Burkhardt

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