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Ab 1. September können rund 68000 Schwimmer das neue Becken in Pirna nutzen

Ab 1. September können rund 68000 Schwimmer das neue Becken in Pirna nutzen

Time to say goodbye - am Sonnabend hieß es Abschiednehmen in Pirna. Am kommenden Mittwoch messen Schüler der fünften Klassen des Herder-Gymnasiums auf den Bahnen der Sportschwimmhalle noch einmal ihre Kräfte.

Pirna.

Es ist der letzte Wettkampf in dem Gebäude. In einer Woche beginnt der Abriss. Bei einem "Tag der offenen Tür" konnten am vergangenen Wochenende Pirnaer und ihre Gäste noch einmal einen Blick in das Hallenbad werfen. Und das Angebot wurde rege genutzt. Bereits eine Dreiviertelstunde vor Beginn des ersten Rundgangs standen die ersten Besucher vor den Toren.

Als Volksschwimmhalle ging das Objekt an der Seminarstraße vor rund 45 Jahren in Betrieb. Und Erinnerungen wurden bei den Besuchern wach. "Es war die einzige Halle, in der man auch im Winter schwimmen konnte", berichtete OB Klaus-Peter Hanke (parteilos). Zwischen 1991 und 1995 ließ die Stadt Becken, Sanitäranlagen und Umkleideräume sanieren. 1999 ging das Hallenbad in die Verantwortung der Stadtwerke Pirna (SWP) über. Nachdem das städtische Tochterunternehmen zwei Jahre später das Geibeltbad eröffnet hatte, diente die Schwimmhalle nur noch dem Schul- und Vereinssport. Wie die Stadtwerke informierten, nutzen derzeit 19 Schulen mit rund 41 000 Schulschwimmern und 34 Vereine mit 27 000 Vereinssportlern die fünf Bahnen jährlich.

Auf den Schwimmsport müssen sie nach dem Abriss des in die Jahre gekommenen Objektes nicht verzichten. Auf dem einstigen Parkplatz vor dem Gebäude wuchs seit April vergangenen Jahres eine neue Sportschwimmhalle. Noch ist sie eine Baustelle. Holzpaletten wurden zu Treppenstufen vor dem Haupteingang gestapelt. Über sie gelangten am "Tag der offenen Tür" die Besucher in das neue Haus und konnten dieses erstenmals in Augenschein nehmen. Auch wenn noch Baumaterial wie Fließen, Bodenplatten und Zementsäcke überall in den Räumen und Gängen lagert, ist das Schwimmbecken bereits mit Wasser gefüllt. 653 000 Liter passen hinein. Es hat die gleichen Dimensionen wie sein Pendant in der alten Halle. Mit 25 Metern Länge und 12,5 Metern Breite entspricht das Becken den Richtlinien des Deutschen Schwimmverbands und ist somit wettkampftauglich. Komplett neu und bisher nicht im Angebot ist ein Bewegungsbecken, in dem sich künftig Schwimmanfänger an das Bewegen im Wasser gewöhnen und Kurse wie Aquafitness durchgeführt werden können.

Die Decke im Neubau hängt weit höher als im Vorgängerbau. Drei statt bislang einer Glasfassade lassen mehr Tageslicht hinein. "Die neue Halle bietet mehr Raum für die Nutzer. Sie ist doppelt so groß wie die alte, verbraucht aber nur die Hälfte an Energie", sagte Rico Eglin von den Stadtwerken. Er hat als Projektleiter bereits das Geibeltbad gebaut. Die dabei gewonnenen Erfahrungen konnte er in den Neubau einbringen, der einen weit besseren Schallschutz als die alte Schwimmhalle bietet. Das hängt mit der Holzkastendecke zusammen. An sie sind Sauerkrautplatten geschraubt, die den Schall schlucken.

Die Energieersparnis ist nicht der Hauptgrund, warum die Stadtwerke rund 6,15 Millionen Euro in die Hand genommen haben, um eine neue Schwimmhalle zu bauen. An der alten nagt der Zahn der Zeit bzw. vielmehr das Chlor, was im Wasser und der feuchten Luft enthalten ist. An kritischen Stellen ist es in den vergangenen viereinhalb Jahrzehnten in den Beton zwei Zentimeter vorgedrungen. Und weil die Betonschicht mitunter nur einen Zentimeter bis zur Armierung dick ist, beschleunigt das Chlorid die Korrosion der Stahlbewährung. "Die Standsicherheit kommt langsam an ihre Grenzen", berichtete Eglin. Ende 2015 läuft die aktuelle Zulassung für den Schwimmbetrieb in der alten Halle aus. Nur eine umfassende Sanierung hätte eine weitere Nutzung sichern können. "Die Sanierungskosten wären aber höher gewesen als die Baukosten für ein neues Gebäude", so Eglin.

Mit Beginn des neuen Schuljahres am 1. September nimmt die neue Sportschwimmhalle ihren Betrieb auf. Bis dahin ist die Volksschwimmhalle verschwunden. Auf ihrem Standort entstehen bis Ende des Jahres Parkplätze für die Nutzer und Besucher der neuen Schwimmhalle.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.07.2014

Silvio Kuhnert

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