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Umland ASB legt Grundstein für neues Pflegezentrum in Moritzburg-Boxdorf
Region Umland ASB legt Grundstein für neues Pflegezentrum in Moritzburg-Boxdorf
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18:00 19.08.2016
Auf der Visualisierung ist zu erkennen, wie sich der lange Anbau hinter dem Altbau verbirgt. Beide sind durch einen Aufzug und ein gemeinsames Treppenhaus erschlossen, so dass alle Räume barrierefrei sind. Quelle: Visualisierung: Hildebrandt Architekten
Moritzburg

„Es ist für uns nicht selbstverständlich, dass wir in solchen Dimensionen bauen“, sagt Ulrich Grundmann, Geschäftsführer der Arbeiter-Samariter-Bund Dresden & Kamenz gGmbH. Die hat am Freitag den Grundstein für ein neues Pflegezentrum im Moritzburger Ortsteil Boxdorf gelegt. Für rund 2,5 Millionen Euro entstehen Räume für Tagespflege und Sozialstation, dazu elf seniorengerechte Wohnungen und eine Hausarztpraxis. Im Juli 2017 soll alles fertig sein.

Mit der Investition verbindet sich eine Geschichte, die nicht alltäglich ist. Das Grundstück hat Vera Klemm dem ASB vermacht, die 2013 im Alter von 92 Jahren verstarb. Offenbar verband sie Dankbarkeit mit dem ASB, weil sich ihre Eltern in den 1920er Jahren bei den ASB-Schwimmern in den Moritzburger Teichen kennenlernten, wie Peter Großpietsch, Vorstandsvorsitzender des ASB Regionalverbandes Dresden, zu berichten weiß. Es sei dem ASB zu danken, dass er die Immobilie „nicht gleich in bare Münze umgesetzt hat“, wie Bürgermeister Jörg Hänisch (parteilos) sagt. Stattdessen zerbrach man sich zwei Jahre lang den Kopf, wie sich auf dem Grundstück ein möglichst umfassendes Angebot an Pflege und Altershilfe unterbringen lässt und wie man dafür die Finanzierung aufbringt.

Geplant ist nun eine Sanierung des direkt an der Straße gelegenen Altbaus, in dem Arztpraxis, Sozialstation und zwei Wohnungen Platz finden sollen. Hinzu kommt ein moderner Anbau der das dahinter liegende Grundstück fast gänzlich ausnutzt. „Es ist ein sehr großes Gebäude, das sich aber hinter dem Altbau klein und unauffällig macht“, sagt Architekt Gunter Hildebrandt. Von der Schulstraße aus soll fast nur der Altbau zu erkennen sein, der sich ins dörfliche Ortsbild einfüge. Um den Effekt zu verstärken, soll der Neubau eine zurückhaltend gestaltete Fassade mit Holzverkleidung erhalten, fügt der Architekt an. Im Gebäude selbst sind die Tagespflege und neun weitere altersgerechte Wohnungen untergebracht, von denen vier rollstuhlgerecht sein werden. Die Wohnungen sind entweder um die 40 Quadratmeter oder 50 bis 55 Quadratmeter groß, was sich für ältere Bewohner als eine gut handhabbare Größe herausgestellt habe, wie ASB-Chef Grundmann sagt. Obwohl man die Quartiere nicht beworben habe, gebe es schon 30 Bewerber. „Der Bedarf ist überall sehr groß, woran es fehlt, ist das Personal, um diese Einrichtungen zu betreiben“, sagt er.

Genaugenommen wird das Pflegezentrum Boxdorf deshalb auch nicht als Neugründung betrachtet, sondern als ein Umzug mit Angebotserweiterung. Sobald es fertig ist, wird das Radebeuler Pflegezentrum im Landhaus Beschke geschlossen. Die dem Landkreis Meißen gehörende Immobilie sei stark sanierungsbedürftig, begründet Grundmann. Das Personal wandert dann ebenso nach Boxdorf wie die 15 Plätze in der Tagespflege, die der ASB bisher an der Meißner Straße in Radebeul angeboten hatte.

Immerhin bleibt das Frühförderzentrum in der Lößnitzstadt. Es zieht zum Frühjahr in das Gebäude Meißner Straße 218, den früheren Hauptsitz der Firma Kriesten. Damit hat Grundmann eine wesentliche Frage klären können, die mit dem Umzugsplänen zusammenhängt. Die andere ist mit der neuen Praxis im Altbau verbunden. Der ASB verhandelt derzeit mit der Hausärztin Annette Weidhase über einen Einzug, die nur wenige Meter entfernt eine Praxis in nicht barrierefreien Räumen hat. Er sei optimistisch, dass man zusammenkommen, sagt ASB-Chef Grundmann.

Von Uwe Hofmann

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