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Umland 800 Jahre Stolpen: Stadtwette gegen Dresden gewonnen
Region Umland 800 Jahre Stolpen: Stadtwette gegen Dresden gewonnen
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10:01 04.06.2018
Wette gewonnen: Mehr als 1000 Festbesucher erschienen in historischer Klamotte. Wettverlierer Dirk Hilbert, OB von Dresden, muss den Stolpenern nun etwas vorlesen.
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Stolpen

800 Jahre Stolpen – die Burgstadt hat sich auf ihren zehntägigen Feier-Marathon eingestimmt. Noch bis zum 10. Juni feiern die Stolpener tagtäglich das Jubiläum ihrer Stadt mit einer Festwoche.

Mit einem Festakt auf Burg Stolpen mit geladenen Gästen sowie mit einer Geburtstagsfeier auf dem historischen Markt hat am Sonnabend die Festwoche begonnen. Zu Beginn des Spektakels auf dem Markt begrüßten Bürgermeister Uwe Steglich (FDP) und die 13. Basaltkönigin neben den Herrschern vergangener Tage, August der Starke und Gräfin Cosel, auch Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), der als Schirmherr der Jubiläumsfeier fungiert. Als Überraschungsgast tauchte Schauspieler und Kabarettist Tom Pauls auf. Aus allen Stolpener Ortsteilen – also allen Himmelsrichtungen – kamen Bewohner mit den Fahnen der Ortsteilen auf den Markt angelaufen. Handwerkerfrauen wagten ein Tänzchen und Bäckermeister zogen auf den Markt.

Dann hieß es Top, die Wette gilt. Und Stolpen gewann! Weit mehr als 1000 kostümierte Menschen wurden auf dem Markt gezählt – gefordert waren 800 – und feierten Geburtstag. Und der Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP), der sich auf die Wette eingelassen hatte, musste und muss seine Wettschulden einlösen. Eine davon ist das Versprechen, bei den nächsten Stolpener Lesenächten als Vorleser zu fungieren. Gleich vor Ort musste er seinem Amtskollegen im Sessel auf einem alten weißen Fahrrad hinter sich im Kreise chauffieren.

Absoluter Hingucker auf dem Markt ist der Nachbau der Wasserkunst Stolpen im Maßstab 1:5. Erbaut wurde sie von der „Rentnergang“ um Peter Jungnickel. Ab 1563 versorgte die Wasserkunst 250 Jahre lang die Burg mit Frischwasser. Die Anlage überbrückte 100 Höhenmeter. Nach eineinhalb Jahren Bauzeit wurde mit ihr 1563 das erste Wasser auf die Burg gepumpt. Nach mehrfacher Verbesserung in den folgenden Jahren konnte die Wasserkunst den gesamten Wasserbedarf der Burg decken.

250 Jahre lang versorgte eine Wasserkunst die Burg mit Trinkwasser. Für die Feierlichkeit haben Ehrenamtliche ein Modell der Konstruktion aufgebaut. Quelle: Daniel Förster

Das Modell zeigt die technische Raffinesse: Ein oberschlächtiges Wasserrad ( 10,2 Meter Durchmesser im Original) hat auf 720 Metern Länge in Holzröhren Wasser den Berg hinauf gefördert. Zehn Zug- und Druckhäuser überwanden von Haus zu Haus sieben Meter an Höhe bis auf die Burg. Allein für die Röhren wurden ungefähr 1200 Baumstämme verarbeitet. Wegen der hohen Bedeutung der Wasserversorgung war die Wasserkunst ein häufiges Ziel bei kriegerischen Auseinandersetzungen. So wurde sie unter anderem im Dreißigjährigen Krieg wie auch im Siebenjährigen Krieg zerstört. Stets wurde sie wieder aufgebaut und dabei technisch verbessert. Erst beim Durchzug napoleonischer Truppen wurde die Wasserkunst 1813 endgültig vernichtet.

Mit Veranstaltungen unterschiedlicher Couleur geht es nun weiter. Höhepunkte der Festwoche sind unter anderem die Sonderausstellung zu den Anfängen der Stolpener Geschichte „Stolpen – Der Anbeginn“ in der Kornkammer der Burg. Ein großer historischer Festumzug setzt sich am kommenden Sonntag um 13 Uhr in der Innenstadt in Bewegung.

Von Daniel Förster

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