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Umland 54.000 Besucher bestaunen Aschenbrödel im Schloss Moritzburg
Region Umland 54.000 Besucher bestaunen Aschenbrödel im Schloss Moritzburg
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10:07 29.12.2016
Weihnachten ohne „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ ist heutzutage nur schwer vorstellbar. Quelle: WDR/Degeto
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Moritzburg

Alle Jahre wieder: Prinz im Schnee, ein Schuh auf der Schlosstreppe, Schimmel Nikolaus, Eule Rosalie mit Schmuckschatulle und die Musik von Karel Svoboda. Der tschechisch-deutsche Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ wird im Advent besonders oft gezeigt. Für viele gehört er zu Weihnachten wie Plätzchen, Tannenbaum und „Stille Nacht“-Singen. Im Dezember lief der beliebte Film etwa 20 mal im deutschen Fernsehen. Doch nicht nur in der gemütlichen Wohnstube wird die Liebesgeschichte gern verfolgt. Auch die jährliche Ausstellung auf Schloss Moritzburg kann sich vor Besuchern kaum retten. Bis zum 28. Dezember besuchten bereits 54 000 Interessierte die Ausstellung zum Film. Bis zum 26. Februar ist ein Besuch noch möglich. Auch in diesem Jahr sind die Gäste wieder begeistert –„Zu groß“, sagt Anja aus Bayern, die ihren rechten Fuß in den Messingpumps auf der Osttreppe von Schloss Moritzburg steckt. „Der Schuh ist ganz schön kalt“, meint die 46-Jährige und wechselt bei zwei Grad über Null schnell wieder in den warmen Stiefel. Für sie hat sich mit dem Besuch am Originalschauplatz von „3HfA“, wie Fans den Film nennen, ein Traum erfüllt. „Er gehört für mich zu Weihnachten, seit ich Kind bin“, erzählt die gebürtige Vogtländerin etwa an der Stelle, wo Aschenbrödel ihren Schuh auf der Leinwand verliert.

Das frühere Jagdschloss des sächsischen Kurfürsten August der Starke aus dem 18. Jahrhundert war im Winter 1972/1973 Drehort, neben dem Böhmerwald und den Filmstudios in Babelsberg. Eigentlich sollte es ein Sommerfilm werden, wie der Kulturwissenschaftler Stefan Retzlaff erzählt. Da aber die DEFA sofort anfangen wollte mit dem Dreh, wurde alles auf Winter umgeschrieben. Hauptdarstellerin Libuše Šafránková und die anderen Schauspieler froren trotz langer Unterhosen in ihren leichten Renaissancekostümen, obwohl die Stoffe schnell noch gefüttert wurden.

„Tri oriky pro Popelku“ - so der tschechische Titel - läuft auch in Tschechien zu Weihnachten im TV und wird dabei jeweils an einem neuen Märchenfilm gemessen. Die Konkurrenz hat Popelku mit nur einer Ausnahme gewonnen: Heiligabend 2011 schlug Šafránková sich selbst - als gute Hexe „Micimutr“. „Sie hat wunderbare Augen und Ausdruckskraft. Wo sie hinkam, mochte man sie“, beschreibt Pavel Trávnicek (Prinz) im Begleitbuch zu der Schau in Moritzburg einen Teil der Faszination. „Wir waren natürlich alle in sie verliebt.“ „3HfA“-Forscher Retzlaff hält auch die Mischung aus Märchen und Film für „unheimlich geschickt“. „Alles, was zum Märchen gehört, ist dabei und wiederkennbar, aber zugleich ist alles, was unbedingt nicht märchenmäßig sein muss, stark modernisiert.“ So seien das Verhältnis und der Umgang der Eltern oder des Prinzen zu seinen Eltern „ganz nah am alltäglichen Leben“. Das Ausmaß der Begeisterung in Deutschland ist einzigartig: Filmaufführungen mit Orchester, die Titelmelodie ein Hit, Aschenbrödel-Ballkleid und Diadem in der Box. Einer 37-Jährigen reichte das nicht, sie stahl im Februar 2014 eine Kopie des Kostüms aus der Moritzburger Schau. „Es ist ein Film, der sehr zu Herzen geht“, sagt Kuratorin Hensel. Am 29. Januar und 5. Februar kann der Film auf Schloss Moritzburg angeschaut werden.

Von Lisa-Marie Leuteritz/ dpa

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