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Umland 500 Kilogramm alte Munitionsreste in Altenberg gesprengt
Region Umland 500 Kilogramm alte Munitionsreste in Altenberg gesprengt
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23:20 25.10.2017
Die Rauchwolke ragte mindestens 30 Meter hoch in den Himmel.  Quelle: Roland Halkasch
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Dresden

Fünf. Vier. Drei. Zwei. Eins... Plötzlich steigt eine über 30 Meter große Rauchschwade langsam über dem Altenberger Wald auf, dicht gefolgt von einem lauten und dumpfen knall. 26 Granaten, eine Panzermine und reichlich Gewehrmunition aus dem Zweiten Weltkrieg hat die sächsische Polizei so bei einer kontrollierten Sprengung am Mittwochnachmittag unschädlich gemacht. Es war die erste größere Sprengung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KMBD) seit dem Abgang des langjährigen Chefs und Bombenexperten Thomas Lange im vergangenen Dezember.

Seine beiden Nachfolger, die Doppelspitze bestehend aus Holger Klemig, dem Leiter des Kampfmittelzerlegedienstes und André Mauermeister, dem neuen Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes, verfolgten das lang geplante Spektakel aus sicherer Entfernung vom Plateau des Kahlebergs. Mauermeister, der zwar fachlich eine Grundausbildung besitzt, sich aber sonst vom explosiven Gut eher fernhält, hat es in der neu geschaffenen Doppelspitze sonst eher mit Verwaltungsarbeit und Wirtschaftsaspekten zu tun. „Trotzdem versuche ich, bei jeder Sprengung dabei zu sein und die Arbeit der Kollegen zu würdigen“, so der 36-Jährige.

Fachlich leitet nun der 55-jährige Sprengmeister und Kampfmittelzerleger Holger Klemig den KMDB. Die Sprengung am Mittwoch überließ er jedoch seinem jüngeren Kollegen Thomas Zowalla, der den insgesamt rund 500 Kilogramm schweren Munitionshaufen pünktlich um 14.30 Uhr mustergültig zur Explosion brachte. „Wir gehen davon aus, das wir nahezu alle Kampfmittel und den zugehörigen Sprengstoff vernichtet haben“, so der Sprengmeister.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat am Mittwoch rund 500 Kilogramm Munitionsreste am Kahleberg gesprengt.

Zuvor hatte die Polizei großflächig in einem Radius rund 1000 Meter rund um den Ort der Sprengung das Gelände gesichert und abgesperrt, ein Hubschrauber hielt Ausschau nach Wanderern. „Steine und Granatsplitter fliegen bei so einer Sprengung etwa 500 Meter weit“, erklärt Zowalla. Der KMBD geht davon aus, das im gesamten Gebiet rund um den Gebirgskamm in Altenberg Munitionsreste vergraben liegen. Die Sprengung am Mittwoch fand an der Räumstelle an der Schneise 31 nahe der Rehefelder Straße statt. „In Absprache mit den Förstern legen wir die Felder fest, in denen wir suchen. Meistens dann dort, wo wichtige Forstarbeiten anstehen“, erklärt Klemig.

Die Schneise 31 ist jedoch besonders belastet. Am Ende des Zweiten Weltkriegs flüchteten die letzten im Erzgebirge zusammengezogenen Truppenverbände der Wehrmacht vor den nahenden Sowjets gen Süden. Munition und Waffen ließen sie dabei zurück. Die Besatzer sammelten das Material in einem ehemals im Gebiet der Schneise 31 gelegenen Steinbruch und sprengten es. „Im Rahmen der damaligen Möglichkeiten geschah das natürlich weder vollständig noch profesionell“, so Klemig. Deshalb seien Großteile der Minutions- und Granatenreste bei der Explosion rings um die betreffende Stelle verteilt worden. Eine Gefahr für Wanderer oder Pilzsucher bestehe jedoch nicht. „Die von uns gezielt gesuchten und gefunden Reste befinden sich meist dicht verwachsen unter der Erde“ so der Sprengmeister.

Etwa 30 Kilogramm Sprengstoff befand sich in der sogenannten „Vernichtungsladung“ am Mittwoch, 20 Kilogramm TNT fügten die Experten der kontrollierten Sprengung hinzu, um auch alle Munitionsreste vollständig zu zerstören. Solche Sprengungen werden ein bis zwei mal pro Jahr nötig, da viele Granaten und Minen als nicht transportfähig gelten und deshalb vor Ort vernichtet werden müssen. Insgesamt barg der KMBD in diesem Jahr bislang rund sieben Tonnen Munitionsreste in Altenberg. Im Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gibt es neben der Schneise 31 und der Dippser Heide noch einige kleinere Räumstellen. Die nächste Sprengung wird vermutlich 2018 nötig.

Von Sebastian Burkhardt

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