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300.000 Bienen im Goldenen Wagen auf Schloss Wackerbarth

Fünf Immenvölker 300.000 Bienen im Goldenen Wagen auf Schloss Wackerbarth

Für die Weinlese ist es noch zu früh, dennoch wird im Goldenen Wagen – der Prestigeweinlage von Radebeul – schon kräftig geerntet. Allerdings sind es keine Winzer, die dort den Lohn der Arbeit eines Jahres einfahren, sondern Imker Fritz Woitaß, der auf einer kleinen Anlage an der Spitze des Weinbergs zugange ist.

Seit Juni lässt der Zabeltitzer Imker Fritz Woitaß fünf Bienenvölker im Goldenen Wagen für sich arbeiten. Er hofft auf einen ordentlichen Ertrag.

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul. Für die Weinlese ist es noch zu früh, dennoch wird im Goldenen Wagen – der Prestigeweinlage von Radebeul – schon kräftig geerntet. Allerdings sind es keine Winzer, die dort den Lohn der Arbeit eines Jahres einfahren, sondern Imker Fritz Woitaß, der auf einer kleinen Anlage an der Spitze des Weinbergs zugange ist. Dort stehen seit Juni fünf Bienenvölker, der Honig der etwa 300 000 fleißigen Insekten wird ab Mitte oder Ende August als Wackerbarths erster Weinbergshonig vom Goldenen Wagen im Gutshof des Staatsweinguts zu haben sein, wie Woitaß ankündigt.

Der Zabeltitzer Imker hatte schon vor Jahren die Idee, ein paar seiner Völker auf dem Weinberg anzusiedeln. „Das ist so eine große und von vielen Pflanzen bewachsene Anlage, das muss doch ein schönen Honig geben“, begründet er. Zwei Jahre hat es gedauert, bis er sich mit dem Staatsweingut auf eine Zusammenarbeit verständigt hatte. Man habe sichergehen wollen, dass der Weinanbau nicht gestört werde und einen geeigneten Standort suchen müssen, begründet Wackerbarth-Sprecher Martin Junge die etwas längere Findungsphase. Gelohnt haben sich die Bemühungen offenbar. Woitaß zumindest stellen die Stichproben zufrieden. 50 Kilogramm Honig sollte jedes Volk gesammelt haben, damit sich der Aufwand lohnt, sagt der erfahrene, seit 1978 tätige Imker.

„Wir haben von den Bienen im Weinberg noch gar nichts bemerkt“, sagt Winzer Stefan Kloß. Was nicht sehr verwunderlich ist, schließlich kamen die Völker erst in den Weinberg, als die Weinblüte 2017 schon längst Geschichte war. „Wir wissen nicht, ob Bienen tatsächlich an die Weinblüten gehen“, sagt Imker Woitaß. Das könnte man im nächsten Jahr beobachten, wenn das Projekt Winzerhonig nach einem erfolgreichen Testlauf in diesem Jahr fortgesetzt werden könnte. Woitaß denkt dabei auch an eine Ausweitung. Zehn Bienenvölker würde der Goldene Wage schon vertragen, findet er.

Statt Nektar aus Weinblüten haben die Weinberg-Immen woanders gesammelt. In einem zwei Kilometer-Radius liegen zahlreiche Grünanlagen, Vorgärten, wilde Wiesen und begrünte Balkone in Radebeul, Dresden und Moritzburg, erläutert Imker Woitaß. Auf so weite Wege müssen sich die Bienen aber gar nicht machen, derzeit blühen unmittelbar vor ihren Kisten Klee, Diesteln und einige Kräuter auf einer ungehauenen Wiese. Aber auch im Weinberg selbst blüht allerhand. „Wir lassen alles stehen, was das Gedeihen der Weintrauben nicht beeinträchtigt“, sagt Winzer Kloß.

Gerade in den Steillagen gebe es durch die Trockenmauern eine reiche Flora und Fauna. Da auf Wackerbarths Rebanlagen nur schonende Pflanzenschutzmittel gespritzt werden, könnten Nützlinge, seltene Reptilien und nun eben auch Bienen dort gedeihen. Für Wackerbarth verbindet sich angesichts der negativen Nachrichten über Winzer, die verbotene Pflanzenschutzmittel im Weinbau einsetzten, mit den Weinbergshonig auch eine wichtige Botschaft. „Wir haben hier ein gesundes und funktionierendes Ökosystem“, betont Wackerbarth-Sprecher Junge.

Dessen schmackhafter Zeuge soll der Honig sein. Bei ihm steht noch nicht fest, in welchen Gefäßgrößen und zu welchen Preisen er angeboten wird. Imker Woitaß bietet seine Produkte üblicherweise in 125, 250 und 500 Gramm fassenden Gläsern an. Ein 250-Gramm-Glas koste bei ihm üblicherweise drei bis 3,50 Euro, verrät er.

Von Uwe Hofmann

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