Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Umland 14 Millionen für umstrittenes Seniorenwohnen im „Sonnenhof II“
Region Umland 14 Millionen für umstrittenes Seniorenwohnen im „Sonnenhof II“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:30 29.09.2018
Die Seniorenanlage „Sonnenhof“ (vorn) ist schon fertig, nun soll auch der betongraue DDR-Bau umgebaut werden. Quelle: Foto: Junes Semmoudi
Heidenau

Der betongraue Sechsgeschosser an der Käthe-Kollwitz-Straße in Heidenau wirkt fast wie ausgestorben. Von den ehemals 108 Mietparteien wohnen nur noch 38 im Wohnblock. Und auch die sollen in den nächsten Jahren weichen, einige sogar noch in den kommenden Monaten. Denn die städtische Wohnungsgesellschaft Heidenau (WVH) will den DDR-Bau ab April 2019 in eine moderne Seniorenwohnanlage „Sonnenhof II“ umwandeln. Nun hat die WVH erstmals konkrete Pläne auf den Tisch gelegt.

Demnach soll das Gebäude, neben dem bereits seit 2013 die WVH-Wohnanlage „Sonnenhof“ steht, in zwei Bauabschnitten saniert werden. Im ersten Schritt erfolgt der Umbau der Hauseingänge 21 bis 25. Dabei sollen zunächst 51 Wohnungen renoviert werden, davon 15 Einraum- und 36 Zweiraumwohnungen. Zudem ist der Abbruch der alten, einheitlichen Balkone und Loggien an der Käthe-Kollwitz-Straße geplant. Stattdessen wollen die Bauplaner bunte, verschieden große Balkone anbringen. Auch die Treppenhäuser möchte die WVH zurückbauen – und im „Sonnenhof II“ stattdessen neue Treppenanlagen mit Aufzügen schaffen.

Frühestens im Sommer 2020, schätzen die Planer, könnte das erste Maßnahmenbündel abgeschlossen sein. Dann könnten die ersten Mieter bereits einziehen, bevor es ab 2023 planmäßig an den zweiten Bauabschnitt geht. „In erster Linie schließt sich die Sanierung der Hauseingänge 15 bis 19 an. Die 57 Wohnungen werden barrierefrei, einige sogar rollstuhlgerecht gebaut. Darüber hinaus gestalten wir die Freiflächen um den Wohnkomplex komplett neu“, sagt WVH-Geschäftsführerin Sonnhild Ruffani. Unter anderem sollen Hochbeete, ein überdachter Vorplatz, ein Laubengang mit Glasdach, ein Sinnespfad sowie ein Kneippbecken zum Wassertreten entstehen. „Wir wollen schließlich einen Wohlfühlort für die Bewohner schaffen“, so Ruffani weiter. Die Fertigstellung der Anlage „Sonnenhof II“ ist planmäßig für 2024 angedacht. Die WVH rechnet mit Gesamtbaukosten in Höhe von rund 14 Millionen Euro.

Ein überdachter Vorplatz vor dem geplanten „Sonnenhof II“ soll die Aufenthaltsqualität verbessern. Quelle: WVH Heidenau

Doch das Bauvorhaben war in den vergangenen Jahren nicht unumstritten. Denn bevor der erste Spatenstich gesetzt wird, müssen diejenigen Mietparteien, die vom ersten Bauabschnitt direkt betroffen sind, ihre Wohnungen erst einmal verlassen. Die WVH vermittelte den Mietern zwar neue Wohnungen, aber dennoch wollten nicht alle sofort ausziehen. Zwei Jahre dauert die Freilenkung nun schon an, einige Hausbewohner sind hartnäckig geblieben.

Und noch etwas sorgt bei den ehemaligen Mietern für Aufruhr: Wer nach der Sanierung in seine bisherige Wohnung zurückkehren möchte, muss eine höhere Kaltmiete zahlen. Zwischen 7,62 und 8,50 Euro verlangt die WVH für einen Quadratmeter „Sonnenhof II“-Wohnraum. Zum Vergleich: In den umliegenden Geschossbauten liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis bei etwa 4,50 Euro.

Der Bedarf nach betreutem Wohnen in Heidenau sei jedoch sehr hoch, begründet Ruffani die Umbaumaßnahme. „Hier leben immer mehr ältere Menschen. Aber nur etwa sechs Prozent der Wohnungen im Stadtgebiet sind barrierefrei. Dem wollen wir jetzt entgegenwirken“, so die WVH-Geschäftsführerin.

Von Junes Semmoudi

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der grundhafte Ausbau der Kiefernstraße in Radebeul-Ost steht kurz vor dem Abschluss. Wenn alles nach Plan verläuft, kann die Verkehrsfreigabe im Laufe des 2. Oktobers 2018 erfolgen.

28.09.2018

Die Fußballer des Radebeuler BC 08 wünschen sich einen neuen Kunstrasen. In den Sommerferien 2019 sollen sie ihn bekommen.

27.09.2018

Im Radebeuler Bismarckturm hat der Einbau der Treppe begonnen. In 14 Tagen soll die Stufenanlage fertig sein. Für den Bau der Aussichtsplattform fehlen dem Verein für Denkmalpflege und Neues Bauen Radebeul allerdings rund 20000 Euro. Er bittet daher noch einmal um Spenden.

26.09.2018