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120 Flutopfer aus Coswig wollen umsiedeln

120 Flutopfer aus Coswig wollen umsiedeln

Coswig/Meißen. Ihre Häuser standen unter Wasser, Gärten sind verschlammt, Möbel kaputt, die Schäden an und in Gebäuden kaum zu stemmen. Einen Neuanfang wie nach dem Hochwasser 2002 können sich viele Hauseigentümer nach der jüngsten Flut nur noch weit weg von der Elbe vorstellen.

Ihre erneut gefluteten Grundstücke würden sie für immer aufgeben. Etwa 120 Briefe von Elbe-Anwohnern liegen Landrat Arndt Steinbach (CDU). Darin erklären sie, umsiedeln zu wollen.

Laut Landratsamt Meißen stammen die Gesuche aus den Coswiger Ortsteilen Brockwitz und Sörnewitz. Außerdem fragten Betroffene aus Nünchritz und elbnahen Ortsteilen von Zeithain an, die während des Hochwassers tagelang nur mit dem Boot zu erreichen waren. Für Radebeul würden "derartige Fälle im Wohngebäudebereich" aber "absolute Ausnahme sein", so Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos). Dies sei schon klar.

Anders in Coswig, wo nach ersten Schätzungen 6,9 Millionen Euro an Schäden - davon über ein Fünftel im Privatbereich - festgestellt wurden. Oberbürgermeister Frank Neupold (parteilos) liegt derzeit eine konkrete schriftliche Anfrage vor, wie er sagt. Angesprochen hätten ihn zudem drei weitere Einwohner. "Wenn jemand umsiedeln will, würde das in jedem einzelnen Fall geprüft", betont Neupold. "Das hat man uns versichert." Man sollte dies unterstützen, so gäbe es "das nächste Mal ein Problem weniger".

Steinbach sagte Ähnliches. Vor knapp drei Wochen stieß er eine Debatte zum Thema Umsiedlung an. Flutgefährdete Siedlungen sollten langfristig betrachtet aufgegeben werden. So wurde es zum Beispiel nach der Flut 2002 in Zeithain gehandhabt. Das Wohngebiet Röderau-Süd gibt es nach dem Abriss nicht mehr.

Gespräche zu Umsiedlungen müssten "sehr sensibel sowie im Konsens mit Kommunen und Bewohnern geführt werden", heißt es aus dem Landratsamt. Bund, Freistaat und Landkreise müssten dafür ein gemeinsames Konzept finden, in dem finanzielle und rechtliche Fragen klar geregelt würden. Der Freistaat arbeitet derzeit an einer Regelung für die Finanzierung des Wiederaufbaus, die bis Ende Juli vorliegen soll.

Aus der sächsischen Staatskanzlei heißt es, dass im Interesse des Flutschutzes und in konkreten Einzelfällen auch über Umsiedlungen nachzudenken sei. "Die Betroffenen müssen dazu bereit sein", sagt Sprecher Lars Rischke. "Es gilt außerdem, dass solche Maßnahmen dem Allgemeinwohl dienen müssen." Das Geld, das Hauseigentümer für die Behebung ihre Flutschäden bekommen, könne auch "an anderer, an neuer Stelle verbaut werden", so Rischke weiter.

Einige freie Flächen könnten künftig als Ausweichflächen für die Wassermassen dienen. Neupold zufolge mehren sich im Kreis derzeit solche Forderungen. Dabei sollten landwirtschaftliche Flächen in Elbnähe - so die Diskussion - unbedingt mit einbezogen werden. Die Geschwindigkeit der Wassermassen in die Elbtalgebiete solle so verzögert werden. Zur Debatte stünden Flächen in Richtung Riesa.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.06.2013

Stephan Klingbeil

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