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Verärgerung über Auflösung von Flüchtlingsheimen im Landkreis

Diakonie kritisiert Vorgehen des Landkreises Verärgerung über Auflösung von Flüchtlingsheimen im Landkreis

Diakonie-Chef Christian Schönfeld ist frustriert. In Cunnersdorf hat der Landkreis kurzfristig eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge aufgelöst. Die 40 betroffenen Personen wurden auf andere Unterkünfte verteilt, ihre mühsam geknüpften Beziehungen gekappt, Sprachkurse abgebrochen. 93 weitere Asylbewerber mussten ihre Wohnungen räumen.

Bei den Leidtragenden handele es sich um Flüchtlingsfamilien, deren Kinder in Kitas und Schulen integriert waren. (Symbolbild)

Quelle: dpa

Pirna. Diakonie-Chef Christian Schönfeld ist frustriert. Denn in Cunnersdorf hat der Landkreis am 1. September kurzfristig eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge gekündigt und aufgelöst. Die 40 betroffenen Personen wurden auf andere Unterkünfte verteilt. „Wir warnen nachdrücklich davor, alle Integrationsbemühungen seitens der Flüchtlinge, aber auch das ehrenamtliche Engagement so vieler Helferinnen und Helfer derart zu missachten. Nicht alles, was legal ist, ist auch legitim!“, sagt Schönfeld.

Die Diakonie betreute die Betroffenen vor Ort und leistete Flüchtlingssozialarbeit in der zentralen Einrichtung, in der vor allem schutzbedürftige Frauen und deren Familien untergebracht waren. Die betroffenen Migranten, die ein neues Zuhause gefunden hätten, würden nun erneut ausgegrenzt, mühsam geknüpfte Beziehungen würden gekappt, Sprachkurse abgebrochen, argumentiert Schönfeld. Auch laufende Bildungsangebote, geplante Workshops und Arzttermine mit Dolmetschern seien gestrichen worden.

Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mussten zudem Flüchtlinge binnen fünf Tagen ihre Wohnungen räumen. Betroffen waren 93 Asylbewerber. Anlass für die Kündigungen waren Kosteneinsparungen: Im Juni hatte der Kreistag beschlossen, die Kosten für die Flüchtlingsunterbringung zu senken, da in diesem Jahr weniger Flüchtlinge im Landkreis ankommen. So wurde vereinbart, Mietverträge mit einigen privaten Vermietern und Unternehmen nicht beziehungsweise nur auf der Grundlage einer Finanzierung je tatsächlich belegtem Platz fortzuführen. Daher mussten Flüchtlinge umverteilt werden. Das Problem sei, dass sowohl die Asylbewerber als auch die Sozialarbeiter erst eine Woche vor dem Umzug schriftlich und per Mail von den Plänen der Behörden Kenntnis bekamen, berichten übereinstimmend die Diakonie und der Leiter des Sozial- und Ausländeramtes des Landkreises, Tilo Georgi.  

Bei den Leidtragenden handele es sich um Flüchtlingsfamilien, deren Kinder in Kitas und Schulen integriert waren. Die Kündigungsfristen der Bildungseinrichtungen konnten aufgrund des kurzfristigen Umzuges nicht eingehalten werden. Die Diakonie teilte mit, dass die Mehrzahl der betroffenen Erwachsenen in der unmittelbaren Umgebung ihrer Unterkünfte einer geregelten Arbeit oder Schulungsmaßnahmen nachgegangen war.  „Die Flüchtlinge waren völlig verstört und konsterniert, als sie von dem Umzug erfuhren“, erzählt Kerstin Böttger, Referentin für Migration bei der Diakonie Sachsen. In einigen Fällen mussten die Betroffenen und die ehrenamtlichen Mitarbeiter den kompletten Umzug innerhalb weniger Tage selbst organisieren.  

Laut Angaben des Landratsamtes Pirna leben 1 551 Asylbewerber aus über 30 Ländern in den Unterkünften des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (Stand 1. September 2017). Doch nicht nur dort werden Kosteneinsparungen in der Flüchtlingsunterbringung vorgenommen. Der Sächsische Flüchtlingsrat erklärte, dass auch in Görlitz und Dresden Asylbewerber, die in Wohnungen untergebracht waren, wieder in Gemeinschaftsunterkünfte verlegt wurden.

Von Junes Semmoudi

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