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Tröten nach Mitternacht - Lärm bringt Lomnitzer um den Schlaf

Glockenkrieg Tröten nach Mitternacht - Lärm bringt Lomnitzer um den Schlaf

Seit nunmehr 15 Jahren beschäftigt der "Glockenkrieg" die Gemüter im kleinen Wachauer Ortsteil Lomnitz und sorgte zeitweilig sogar bundesweit für Schlagzeilen. Jetzt wurde der Kamenzer Amtsrichter Eckhard Laschewski wegen ruhestörenden Trötens nach Mitternacht bemüht.

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Das Lomnitzer "Tröten-Haus".

Quelle: Werner Peters

Kamenz/Lomnitz. Seit nunmehr 15 Jahren beschäftigt der "Glockenkrieg" die Gemüter im kleinen Wachauer Ortsteil Lomnitz und sorgte zeitweilig sogar bundesweit für Schlagzeilen. Somit hat auch die Justiz weiterhin alle Hände voll mit diesem facettenreichen Nachbarschaftsstreit zu tun, der sich einst am Zwist um eine vermeintlich zu laute Türschelle entzündete.

Jetzt wurde der Kamenzer Amtsrichter Eckhard Laschewski wegen ruhestörenden Trötens nach Mitternacht bemüht. Denn bei dem Krach, welcher das Dorf aus dem Schlaf schreckt, handelt es sich nach Auffassung von Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU) um eine Ordnungswidrigkeit im Sinne der örtlichen Polizeiverordnung. Folglich verhängte die Gemeinde gegen die vermeintliche Ruhestörerin Ria H.-M., die als eine der Protagonisten im Glockenkrieg gilt, in insgesamt achtzehn Fällen Bußgelder. Dabei berief sich das zuständige Ordnungsamt auf die übereinstimmenden Angaben von Zeugen aus der unmittelbaren Nachbarschaft.

Gegen die Bußgelder setzte sich Ria H.-M., welche 1996 mit ihrem Mann Werner 1996 aus Freiburg zugezogen war, zur Wehr. Folglich wurde der nächtliche Spuk ein Fall für die Justiz. Allerdings ließ das Gericht nur einen exemplarischen Fall, welcher sich am 28. Mai ereignet hat, zur Verhandlung zu. Insgesamt drei Zeugen berichteten, dass in jener lauen Frühlingsnacht kurz nach 2 Uhr im Dorf jämmerliches Getöse ausbrach. "Eine Trompete war es nicht", so Zeuge Veit J., der eine Blechgießkanne als Lärmquelle vermutete. Zeuge Jens Z. fühlte sich dagegen durch die schaurigen Geräusche an Tröten, wie man sie aus Fußballstadien kennt, erinnert. Nachbarin Regina S. will in der Vergangenheit auch Trillerpfeifen und Topfdeckel gehört haben. "Da scheint mir ja fast eine ganze Fußballausrüstung im Haus zu sein", schlussfolgerte der Richter trocken.

Trotzdem stellte Richter Laschewski das Bußgeldverfahren (Aktenzeichen: 8 OWI 530 Js 25138/15) zulasten der Staatskasse ein. Gleiches kündigte er für die anderen anhängigen Verfahren an. Zwar haben alle Zeugen das Wohnhaus der Familie M. als Lärmquelle benannt. "Doch in diesem Haus wohnen zwei Personen". Und wer letztendlich der Lärmverursacher ist, darüber lieferten alle drei Zeugen nur Mutmaßungen und keine konkreten Beweise ab. Zwar ist nach Worten des Richter das Geschehene "bußgeldwürdig" jedoch hat die Gemeinde ihrer Aufklärungspflicht nicht genüge getan, gab es einen recht kritischen Seitenhieb in Richtung des anwesenden Wachauer Bürgermeisters.

Werner Peters

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