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Streit in der Kita: Mittagessen oder Kündigung

Radeberg Streit in der Kita: Mittagessen oder Kündigung

Montags ist Nudeltag, mittwochs gibt es süßen Nachtisch. An den restlichen Tagen der Woche gibt es mal Fisch mit Reis, mal ein Kartoffelgratin oder eine frische Erbsensuppe. So gestaltet sich das tägliche Mittagessen im Integrativen Kinderhaus Alex Wedding in Radeberg. Eine Mutter will das aber nicht und nun gibt es Streit.

Claudia Schmidts möchte ihren Zwillingen das Mittagessen selbst zubereiten und mitgeben. Doch da macht die Kita nicht mit

Quelle: Lisa-Marie Leuteritz

Radeberg. Montags ist Nudeltag, mittwochs gibt es süßen Nachtisch. An den restlichen Tagen der Woche gibt es mal Fisch mit Reis, mal ein Kartoffelgratin oder eine frische Erbsensuppe. So gestaltet sich das tägliche Mittagessen im Integrativen Kinderhaus Alex Wedding in Radeberg. Die Zwillinge von Claudia Schmidts werden dort seit einem guten halben Jahr betreut.

Doch mit dem Mittagessen ist die Mutter der zweijährigen Mädchen nicht einverstanden. Sie sieht sich gezwungen, den Vertrag mit dem Cateringanbieter abzuschließen, obwohl das Essensangebot nicht ihren Wünschen entspricht. Denn wenn sie den Vertrag nicht unterschreibt, droht die Kündigung. Nach der Auffassung von Schmidts essen ihre Zwillinge nicht genügend, um den Betrag von 120 Euro im Monat für das Mittagessen zu rechtfertigen. Auch die Auswahl des Essens entsprechen nicht den Vorstellungen der Mutter. Zu viel Zucker, zu wenig Vollkorn. Doch die Arbeiterwohlfahrt Radeberger Land (AWO), Träger der Kita, besteht auf den Vertragsabschluss. „Mit der Unterschrift des Betreuungsvertrages akzeptieren die Eltern auch den Essensanbieter. So ist es im Vertrag festgeschrieben“, sagt Britta Marschler von der AWO. Dessen war sich Schmidts auch bewusst. Der Bio-Essenslieferant „Grünes Wunder“ war einer der Gründe, warum sie sich für diese Kita entschied. Auch seitens der Stadt wurde ihr damals gesagt, dass es keine andere Kita in der Umgebung gebe, die andere Verträge anbiete. Also unterschrieb sie.

Doch nach der Eingewöhnungszeit der Zwillinge ruderte sie zurück. „Der Verlauf der Zeit hat sehr schnell gezeigt, dass viele Gerichte des Bio-Caterers so gar nicht meinen Vorstellungen von einem vollwertigen, ausgewogenen Essen entsprechen. Wie hätte ich denn das vorher wissen können?“, fragt Schmidts. Anfangs konnte sie eine Einigung mit der Kitaleitung erzielen und gab den Zwillingen das selbst gekochte Mittagsessen mit. Doch die AWO war mit dieser Abmachung nicht einverstanden und droht mittlerweile mit der Kündigung, wenn Schmidts den Vertrag nicht bis zum 15. Mai unterschreibt.

Zwischenzeitlich hatte der Träger versucht, einen Kompromiss zu finden. Dieser sah Anfang April vor, dass Familie Schmidts nur ein Kind zum Mittagessen anmeldet und sich die Kinder das Essen teilen. Dieser Regelung wolle man so lange folgen, bis das Essen nach Einschätzung der Erzieher nicht mehr für beide Kinder ausreichend sei. „Spätestens mit dem Übergang in den Kindergarten endet diese Sonderregelung“, heißt es in dem Schreiben vom 5. April. Schmidts arrangierte sich mit dem Vorschlag, doch kurze Zeit später erfuhr sie von der Kitaleitung, dass dieser Kompromiss nur bis Ende Mai gelten könne.

Marschler von der AWO begründet das Vorgehen damit, dass Ausnahmen aus organisatorischen und hygienischen Gründen nicht möglich seien. „In der Kita werden 140 Kinder betreut. Wenn jedes Kind ein individuelles Mittagessen von zu Hause mitbringt, ist das organisatorisch nicht umsetzbar. Dafür haben wir einfach zu wenig Personal. Auch Kühlmöglichkeiten sind nicht vorhanden“, sagt sie.

Die Stadt Radeberg hat in diesem Fall keine Entscheidungsgewalt, ebenso wenig wie das Jugendamt. Die Kita befindet sich in freier Trägerschaft und erst „wenn sich die Beschwerden auffällig häufen, wird die Stadt aktiv und sucht das Gespräch mit den Trägern“, informiert Pressesprecher Jürgen Wähnert. „In Einzelfällen wie diesem müssen Träger und Betroffene zu einer Einigung finden“, so Wähnert weiter. Auch das Jugendamt sieht in diesem Fall keine Zuständigkeit. Es gebe keine rechtliche Norm, welche einen Einfluss auf das Vertragsverhältnis ermöglichen würde, heißt es aus dem zuständigen Amt in Bautzen. Claudia Schmidts sieht sich gezwungen, den Vertrag zu unterschreiben, andernfalls verliere sie den Betreuungsanspruch für beide Kinder. Eine Betreuung zu Hause ist für die Selbstständige, die nebenbei Physik studiert, nicht möglich. Doch sie gibt sich nicht geschlagen und wendet sich nun an die Kinderbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion Susann Rüthrich. Die hat das Anliegen wurde die Parlamentarische Beraterin und SPD-Landtagsabgeordnete Almut Thomas weitergeleitet. Eine Antwort steht aus.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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