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Schneefall und Weltcup führen zu Ansturm in Altenberg – ein Erlebnisbericht

Das Ski-Mekka für die Sachsen Schneefall und Weltcup führen zu Ansturm in Altenberg – ein Erlebnisbericht

Ausnahmesituation in Altenberg: Der stärkste Schneefall des bisherigen Winters und der Bob- und Skeleton-Weltcup lassen den Kurort vor Gästen überquellen. „Das ist der ganz normale Wahnsinn. Spätestens sobald in Dresden Schnee liegt, kommen die Leute alle hier raus“, sagt Frank Mühle, Betriebsleiter der Ski- und Rodelarena.

sagt Frank Mühle, Betriebsleiter der Ski- und Rodelarena

Quelle: Gerrit Menk

Altenberg. Bereits am frühen Vormittag tummeln sich am Dresdner Hauptbahnhof zahlreiche Ski- und Wintersportbegeisterte auf dem Bahnsteig. Um kurz nach 10 Uhr fährt der WinterSportExpress der Deutschen Bahn nach Altenberg, für die Frühaufsteher ist bereits zwei Stunden zuvor ein Sonderzug gestartet. Besonders an den Dresdner Haltestellen, an denen der Zug stoppt, steigen immer mehr Gäste, bepackt mit Ski-Ausrüstung und Schlitten, hinzu, so dass die Waggons beim Verlassen des Stadtgebiets bestens gefüllt sind.

„Wir versuchen, in der Winterzeit im Schnitt einmal im Monat zum Skifahren nach Altenberg zu fahren“, erzählt Karin Schwede aus Dresden und weist auf ihre beiden Töchter, die bereits in ihre dicken Schneeanzüge eingemummelt sind. „Natürlich nur, wenn das Wetter mitspielt“, ergänzt sie, was in den letzten Jahren oft genug nicht der Fall gewesen sei.

Nach rund einer Stunde fährt der Zug in Altenberg ein. Minus elf Grad Celsius herrschen hier an diesem Vormittag, durchaus also Temperaturen, denen man Ende der Woche auch in Dresden ausgesetzt war. Trotzdem wirkt es deutlich kälter. Vielleicht liegt es daran, dass Altenberg 750 Meter über dem Meeresspiegel liegt.

Vom Bahnhof aus orientiert sich ein Großteil der Menge gleich in Richtung Epizentrum der Wintersportanlagen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich der Einstieg in die erste Loipe, Skilift und -pisten liegen in Sichtweite. Am Morgen wurden die meisten der Loipen und Skiwanderwege noch einmal frisch gespurt.

An diesem Wochenende befindet sich der Kurort im Ausnahmezustand, wie Kerstin Heimann von der Tourist Info bestätigt. „Die letzten beiden Wochenenden – Weihnachten und der Jahreswechsel – waren auch schon sehr gut besucht. Aber soviel Neuschnee wie jetzt hatten wir diesen Winter noch nicht, außerdem finden Weltcup-Rennen im Bob und Skeleton statt. Da kommt noch mal ein ganz anderes Publikum.“ Auch in der Nacht zum Samstag habe es noch einmal geschneit, durchschnittlich 60 Zentimeter habe man zurzeit.

Vor dem Skilift zum Raupennesthang hat sich eine lange Schlange gebildet. Aber auch nicht so lang, dass man die Wartezeit nicht für ein paar Stunden Wintersportspaß auf sich nehmen würde. „Rund 600 zahlende Gäste haben wir heute“, sagt Frank Mühle, Betriebsleiter der Ski- und Rodelarena, der in seinem Kassenhäuschen Tickets für den Skilift verkauft. „Das ist der ganz normale Wahnsinn. Spätestens sobald in Dresden Schnee liegt, kommen die Leute alle hier raus.“ Neben dem viel befahrenen Hang, auf dem es von einer Höhe von 850 Metern hinab geht, liegt ein etwas kleinerer Rodelberg, der ebenfalls gut frequentiert ist (übrigens nicht nur von Kindern) – der Spaß im Schnee ist also nicht nur Ski- und Snowboardfahrern vorbehalten. In der oberhalb davon gelegenen Rodelklause wärmen sich die Wintersportfreunde bei Tee und heißer Zitrone auf, während die Kinder sich Nudeln und Pommes schmecken lassen.

„Es sind natürlich nicht die Alpen“, erkennt Paul Lutz aus Meißen, „aber für Leute aus der Dresdner Region, die einfach mal einen Tag oder ein Wochenende einen Tapetenwechsel brauchen und Spaß am Wintersport haben, für die ist es doch ein idealer Ausflugsort.“ Vor drei Jahren hat er seine Freundin beim Snowboarden in Altenberg kennen gelernt. „Klar, dass der Ort für uns zusätzlich einen besonderen Charme hat.“

Auch die Pension mit Restaurant „Zum Erzgebirge“ ist gut gefüllt. Das auffällig in Rot und Gelb gestrichene und urig eingerichtete Haus liegt direkt an der Hauptdurchgangsstraße durch den Ort. Jetzt, zur Mittagszeit, sind alle Tische belegt. „Immer, jedes Wochenende“, bestätigt ein Mitarbeiter. Dabei sei es ganz egal, ob Weltcup ist oder gerade besonders viel Schnee gefallen ist. Die Leute kommen jedes Wochenende – Ski gefahren wird immer.

Aber es dauert auch nicht lange, um sich von dem Touristentrubel zu entfernen. In nicht einmal zehn Gehminuten ist man vom geschäftigen Zentrum entfernt und kann in Seelenruhe ein Stück bergauf, zum Beispiel über den Raupennestweg, und dann den Hang entlang wandern. Hier und da kommen einem Langläufer entgegen oder queren Rodelpisten, aber wer gerne mal etwas Ruhe haben und die verschneite Landschaft genießen will, kommt auch dazu.

Altenberg ist einer der ersten Adressen für die Sachsen, wenn es um einen Skiausflug geht. Es ist bekannt: wenn es in Sachsen schneit, dann liegt der Schnee in Altenberg schon zum Befahren bereit. Aber nicht nur in der Region ist der Ort beliebt. „Gerade Übernachtungsgäste kommen natürlich auch von weiter weg“, berichtet Kerstin Heimann, „sehr viele zum Beispiel aus Berlin.“ Auch in Tschechien sei der Ort sehr beliebt, immerhin ist die südliche Gemeindegrenze von Altenberg gleichzeitig die Bundesgrenze zu unseren Nachbarn. „Die haben dort zwar auch Skigebiete, aber es ist wohl besonders chic, zum Skiausflug nach Deutschland zu fahren.“

Von Gerrit Menk

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