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Rindenprobe liefert Hinweis auf unerlaubte Pflanzenschutzmittel

Weinskandal Rindenprobe liefert Hinweis auf unerlaubte Pflanzenschutzmittel

Eine Rindenprobe hat einen Hinweis auf die Verwendung unerlaubter Pflanzenschutzmittel bei einem Winzer ergeben, der das Weingut Jan Ullrich mit Trauben beliefert hat. Ob der Pflanzenschutzmittel-Rückstand aus einer unzulässigen Anwendung resultiert, ist nun Gegenstand weiterer Ermittlungen.

Rebstock mit Traube.

Quelle: dpa

Diesbar-Seußlitz/Dresden. In der jüngsten Pflanzenschutzpanne bei der Weinkellerei Jan Ulrich liegen dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) erste Untersuchungsergebnisse vor. Bei einem Traubenlieferanten wurden auf der Rinde von Rebstöcken Rückständen des im Weinbau nicht zugelassenen Wirkstoffes Dimoxystrobin nachgewiesen.

Anfang des Jahres war ein Kerner-Wein mit diesem Fungizid aufgefallen. Eine Sprecherin des Amtes sagte, es seien insgesamt vier Lieferanten untersucht worden. Ob der Pflanzenschutzmittel-Rückstand aus einer unzulässigen Anwendung resultiere, sei nun Gegenstand weiterer Ermittlungen. Im Klartext: Das Amt muss auch mögliche Abdrift von Ackerflächen prüfen. Ob ein Bußgeldverfahren eingeleitet wird, hänge von den weiteren Untersuchungsergebnissen ab, so die Amtssprecherin.

Im Zuge der amtlichen Ermittlungen seien Aufzeichnungen über Pflanzenschutz, Lager, Sachkunde der Anwender und Pflanzenschutzgeräte kontrolliert sowie jeweils Rindenproben genommen worden. Die Auswahl der vier Lieferanten sei risikoorientiert erfolgt, konkret vor allem nach deren Liefermenge. Winzer Ulrich hatte zuvor gesagt, es kämen acht Lieferanten als Verursacher in Frage. Fest steht nach Angaben des Landesamtes bereits, der nun ermittelte Traubenerzeuger hat keine weiteren Kellereien beliefert.

Für Winzer Ulrich sind die Erkenntnisse des Landesamtes hingegen zunächst ein schwacher Trost: Der Name des mutmaßlichen Verursachers wird ihm, wie der Öffentlichkeit auch, nicht mitgeteilt. „Eine Information der Öffentlichkeit über personen- bzw. betriebsbezogene Daten ist nur auf Grundlage entsprechender gesetzlicher Ermächtigungen zulässig. Für eine aktive Information der Öffentlichkeit durch das LfULG über vermeintliche oder festgestellte Verstöße gegen das Pflanzenschutzgesetz liegt eine solche Ermächtigung nicht vor“, erklärte die Sprecherin.

Der Kellerei bleibe nur die Möglichkeit, einen Antrag auf Auskunft zu stellen. Der Traubenerzeuger müsse dann noch vom Amt gehört werden. Danach könne das Landesamt abwägen, ob die Interessen des Antragstellers an der begehrten Auskunft oder die Interessen des Angehörten überwiegen. Auskunftsrechte in Ordnungswidrigkeiten-Verfahren könnten durch einen Rechtsanwalt geltend gemacht werden, hieß es ergänzend.

Ungeachtet dessen hatte Weinbauer Ulrich schon angekündigt, sich von zahlreichen Traubenerzeugern trennen zu wollen, um weiteren Schaden für sein Unternehmen abzuwenden. Der bei der amtlichen Kontrolle aufgefallene Wein war nicht in den Verkauf gelangt. Offenbar funktioniert die voriges Jahr eingeführte sächsische Vollkontrolle der Qualitäts- und Prädikatsweine auf Rückstände von etwa 300 Pflanzenschutzrückständen, die nach Behördenangaben dem Steuerzahler je Wein rund 250 Euro kostet.

Eine Sprecherin des sächsischen Verbraucherschutzministeriums sagte, seit dem 1. September 2016 seien bisher 456 Qualitätsweine und Prädikatsweine auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht worden. Nur in dem einen Fall des Kerner-Weins seien dabei Rückstände eines nicht zugelassenen Wirkstoffs gefunden worden. „Im Jahr 2017 wurden im Rahmen des Landesüberwachungsprogramms zudem bisher 20 sächsische Landweine aus sieben Betrieben untersucht“, so die Ministeriumssprecherin. „Unerlaubte Wirkstoffe wurden in keinem Fall gefunden.“

Von LM

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