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Radebeul nutzt erstmals seit 2001 das Vorkaufsrecht zum Grundstückskauf

Dresdner Straße 14 Radebeul nutzt erstmals seit 2001 das Vorkaufsrecht zum Grundstückskauf

Findet sich zwischen all dem Gestrüpp ein Loch zum Durchgucken, wird deutlich, dass das Grundstück Dresdner Straße 14, Ecke Turnerweg eher einem Schrottplatz gleicht. Dieses Grundstück empfindet die Stadt als Schandfleck und nutzt nun das sogenannte Vorkaufsrecht.

Das Grundstück gleicht einem Dschungel. Zwischen Bäumen und Sträuchern sammelt sich allerlei Kram.

Quelle: Lisa-Marie Leuteritz

Radebeul. Findet sich zwischen all dem Gestrüpp ein Loch zum Durchgucken, wird deutlich, dass das Grundstück eher einem Schrottplatz gleicht. Alte Möbel, Platten und diverse Gerätschaften tummeln sich zwischen all dem Grün. Im Erdgeschoss ranken sich die Kletterpflanzen sogar schon von innen an den Fenstern hoch. Dieses Grundstück empfindet die Stadt als Schandfleck und nutzt nun das sogenannte Vorkaufsrecht. Das Grundstück an der Dresdner Straße 14, Ecke Turnerweg steht zum Verkauf und ausgerechnet der Mieter, welcher das Gelände seit mehr als 14 Jahren verwahrlosen lässt, will es kaufen. Das will die Stadt verhindern.

Rechtlich gesehen ist es legitim. Denn das Areal liegt im Sanierungsgebiet „Zentrum und Dorfkern Radebeul Ost“. Werde das Grundstück so belassen, erfülle die Stadt nicht die Ziele einer Stadtsanierung. Das bestätigte auch die Sanierungsbehörde bei einer Vorortbegehung. Grundsätzlich darf ein Vorkaufsrecht erst angewendet werden, wenn von einem Grundstück Gefahr für die öffentliche Sicherheit ausgeht. Verwahrlosung allein reicht nicht aus. „Natürlich kann die Stadt nicht jedes Grundstück in der Stadt kaufen“, erklärt Baubürgermeister Jörg Müller in der Stadtratsitzung am 21. Juni. Doch das Sanierungsgebiet machts möglich.

Für gerade einmal 12 000 Euro kann die Stadt das Grundstück erwerben. Die Kosten für den geplanten Abriss sind dagegen viermal so hoch. 48 000 Euro werden investiert und anschließend soll die Fläche begrünt werden. Also bleibt es grün an der Dresdner Straße 14, nur eben schöner. Die Maßnahme hat auch noch einen anderen Vorteil. Denn die Häuser dahinter bezeichnet Baubürgermeister Müller auch als „Hubschraubergrundstücke“. Das bedeutet, diese sind nur über das verwahrloste Grundstück erreichbar und haben keinen direkten Anschluss an Gehwege und Straße. Dies wird sich nun ändern. Außerdem werden die Gehwege auf der Ostseite des Turnerweges auf 2,90 Meter verbreitert.

Derzeit laufen die Anhörungen mit dem Mieter. Bei der Vorortbegehung mit der Sanierungsbehörde wurde deutlich, dass der Mieter zwar den Hauptwohnsitz an der Stelle angemeldet hat, es spricht aber einiges dagegen, dass er dort tatsächlich wohne. Der Mieter erklärte bei der Begehung im vergangenen Oktober, dass sein Kind an eine Schule in eine andere Stadt gehe. Außerdem prüfte die Behörde Abrechnungen von Trink- und Abwasser und konnte einen viel zu geringen Verbrauch für eine Wohnnutzung feststellen. Darüber hinaus schätzt die Stadt die finanziellen Mittel des potenziellen Käufers und bisherigen Mieters zu gering ein, als dass er das Haus selbst renovieren oder abreißen könne. Gegen den Käufer musste bereits im Jahr 2000 ein Verfahren der Ordnungsbehörde eingeleitet werden, weil der Giebel einzustürzen drohte.

Der Stadtrat beschloss dieses Vorhaben einstimmig und wünschte der Verwaltung viel Glück bei den anstehenden Anhörungen.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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