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Platz ist in der kleinsten Ecke

Gemeinschaftsgarten „Mittelinsel“ in Freital Platz ist in der kleinsten Ecke

Weil es in Freital zwar schöne Parks gebe, aber keine Fläche, auf der die Freitaler selbst Hand anlegen können, machte sich Dorothee Zetzsche mit dem Umweltzentrum auf die Suche nach einem Ort mit Potenzial. Und sie fanden eine kleine Ecke an der Dresdner Straße/Einmündung Gutenbergstraße.

Hier grünt und blüht es jetzt.
 

Quelle: Catrin Steinbach

Freital.  Freital ist eher nicht die Stadt, die für Auswärtige über eine magische Anziehungskraft verfügt. Und das hat nicht nur mit den unrühmlichen Schlagzeilen in der jüngeren Vergangenheit bezüglich der Proteste gegen das Erstaufnahmelager und des Gerichtsprozesses um die rechtsradikale Gruppe Freital zu tun. Denn viele fahren hier nur durch. Und so kennen sie von der Stadt, die kein richtiges Zentrum hat, gerade mal die ewig lange Dresdner Straße, an der gefühlt übermäßig viele Geschäfte leer stehen. „Dabei hat Freital wirklich Potenzial“, ist Dorothee Zetzsche überzeugt.

Die Psychologin aus Kreischa ist in Freital zur Schule gegangen. Auch ihr Mann stammt von hier. Und so lässt ihr die Stadt keine Ruhe. Freital sei geprägt von Gegensätzen – von schöner Natur und Industriekultur auf der einen und Hinterlassenschaften von Bergbau und Stahlindustrie auf der anderen Seite. Die Stadt existiere eher in ihren Dörfern und Ortsteilen, es fehle nicht nur ein Zentrum, sondern überhaupt ein Leitbild für die Entwicklung.

Vor zwei Jahren machte Dorothee Zetzsche ihre Gedanken bei den Kultur(All)Tagen im Rahmen eines Vortrages im Technologiezentrums öffentlich. Sie wollte eine Diskussion anregen, darüber nachzudenken, was Freital wirklich ausmacht, was man tun könnte, um die vorhandenen Potenziale besser zu nutzen und wie die einzelnen Akteure besser zusammenarbeiten könnten. Tatsächlich entstanden im Nachgang vielfältige Gespräche, sagt Zetzsche.

Saskia Zeising (l) vom Umweltzentrum Freital und Dorothee Zetzsche zeigen ein Foto, wie es erst in der Ecke an der Dresdner Straße in Freital aussah

Saskia Zeising (l.) vom Umweltzentrum Freital und Dorothee Zetzsche zeigen ein Foto, wie es erst in der Ecke an der Dresdner Straße in Freital aussah.

Quelle: Catrin Steinbach

Weil es in Freital zum Beispiel zwar schöne Parks gebe, „aber keine Fläche, auf der die Freitaler selbst Hand anlegen können, um mitzugestalten“, machte sie sich zusammen mit dem Umweltzentrum auf die Suche nach einem Ort mit Potenzial. Und sie fanden eine kleine Ecke an der Dresdner Straße/Einmündung Gutenbergstraße an der Unteren Mühle. Im Mittelbeet wuchsen zwar Rosen, aber ansonsten waren die Betonbeete verwildert, der Ort kahl, vermüllt und abstoßend.

Dorothee Zetzsche hängte Pappschilder auf und kündigte vergangenes Jahr im Frühling eine Pflanzaktion an. „Erst stand ich ganz alleine da und kam mir schon komisch vor“, erzählt sie. Doch nach und nach seien etwa zehn Leute gekommen und hätten mitgemacht.

Inzwischen gab es mit Unterstützung des Umweltzentrums vielfältige Aktionen auf der „Mittelinsel“, wie das kleine jetzt grüne und blühende Fleckchen jetzt heißt. Eine Freitaler Tischlerei zum Beispiel spendete mehrere Sitzbänke, die Schüler des Weißeritzgymnasiums im Rahmen einer Projektwoche zusammen mit einem Hochbeet aufbauten. Teilnehmer der Pflanzentauschbörse am Umweltzentrum pflanzten hier ihre übrig gebliebenen Pflanzen ein. Bombastus spendete eine große Salbeipflanze. Mit Spenden konnte eine Fühlplastik für Kinder angeschafft werden. Die seien überhaupt die ersten gewesen, die das kleine grüne Fleckchen für sich entdeckten, freut sich Dorothee Zetzsche.

 Im September fand ein Picknick mit den Kindern und Jugendlichen des mundwerk-Schülertreffs statt. Zur 48-Stunden-Aktion, bei der junge Leute ehrenamtlich mit anpacken, um etwas für die Gemeinschaft zu tun, startete eine Pflanzaktion auf der Mittelinsel. „Wenn ich hier vorbeikomme, sehe ich immer mal, dass Leute Unkraut zupfen oder was einpflanzen. Und so soll es ja auch sein. Jeder darf hier mitmachen“, betont Dorothee Zetzsche. Sie muss auch längst nicht mehr an heißen Tagen Gießkannen von der Weißeritz schleppen, denn der Förderkreis Biotec hat das Gießen übernommen.

Die Ecke hat jetzt auch ein Hochbeet (im Foto rechts hinten) und mehr Aufenthaltsqualität als vorher

Die Ecke hat jetzt auch ein Hochbeet (im Foto rechts hinten) und mehr Aufenthaltsqualität als vorher.

Quelle: Catrin Steinbach

Erstmals macht der kleine Gemeinschaftsgarten Mittelinsel nun beim „Tag des offenen Gartens“ am 18. Juni mit, den in Freital Wolfgang Rudolph vom Arbeitskreis „Naturbewahrung“ des Umweltzentrums mit organisiert. Und weil der „Tag des Gartens“ in diesem Jahr mit den Kultur(All)Tagen, die in Freital vom 9. bis 18. Juni stattfinden, zusammenfällt, wird die „Mittelinsel“ Teil eines bunten Programms. In der leer stehenden Ladenzone der Dresdner Straße 72 gibt es eine Lesebühne. Auf der lesen am 18. Juni ab 15 Uhr Francis Mohr und Lars Hitzing Kurzweiliges, Ernsthaftes, Skurriles und Lustiges. Auf der Freifläche an der Hofmühle – in unmittelbarer Nachbarschaft zur „Mittelinsel“ ist eine Bühne aufgebaut, auf der ab 11 Uhr Künstler Musik verschiedener Genres machen. Das Umweltzentrum ist mit einem Stand vertreten.

Offene Gärten am 18. Juni in Freital

Im Rahmen der Kultur(All)Tage lädt das Umweltzentrum Freital in Kooperation mit dem „Tag der offenen Gartenpforte“ am 18. Juni, 10-18 Uhr, zur Vernetzung, zum Austausch mit anderen Gartenbesitzern und zur Inspiration für den eigenen Garten an. Anlaufpunkte sind:

Garten von Herrn Münch & Frau Dyka , Weißiger Str. 75a, 01705 Freital; entsteht seit 20 Jahren durch den Rückbau einer ehemaligen Gartensparten-anlage, fließend ineinander übergehende Gartenräume

Garten von Familie Hubrig , Sonnenhöhe 33, 01705 Freital; Wohnanlage aus den 1930er Jahren, war früher Weinberg

Garten von Familie Jensen , Bernhardtsweg 2, 01705 Freital, Grundstück am Haus, vogel- und kinderfreundlich; angelegt von Botanikerin

Garten der Tomatensortensammlerin Birgit Kempe ; Achtung: geöffnet schon am 17. Juni 10-17 Uhr; Gartensparte „Am Mittelweg“/Gartennummer 25; kunstvolle Mosaikgestaltung aus recycelter Keramik; botanisch vielgestaltiger Garten

Projektgarten mittelinsel , Platz der Handwerker (Am Markt 4), 01705 Freital; ein von Bürger*innen Freitals ins Leben gerufener Stadtgarten zum Verweilen für alle; im Rahmen der Kultur(All)Tage Freital gibt es bei diesem Garten ein umfangreiches Kulturprogramm mit Lesebühne und Livemusik

Von Catrin Steinbach

Freital, Gutenbergstraße 51.011942 13.662225
Freital, Gutenbergstraße
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