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Pirnas Stadtrat soll über Abriss der Copitzer Turmgut-Scheune entscheiden

Stadtentwicklung Pirnas Stadtrat soll über Abriss der Copitzer Turmgut-Scheune entscheiden

Über das weitere Schicksal der Turmgut-Scheune muss nun der Pirnaer Stadtrat entscheiden. Die sechs Mitglieder des Bauausschusses wollten den Abriss nicht allein beschließen. Sie gaben aber eine Empfehlung.

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Die WGP möchte an der Stelle der maroden Scheune auf dem Hinterhof Parkplätze und eine Grünfläche für ihre Mieter an der Hauptstraße schaffen.

Quelle: Foto: Silvio Kuhnert

Pirna. Ob die Städtische Wohnungsgesellschaft Pirna (WGP) einen Zuschuss von 137000 Euro für den Abriss der Turmgut-Scheune an der Dammstraße erhält, muss nun der Pirnaer Stadtrat entscheiden. Der Bauausschuss scheute am Donnerstagabend, allein die Freigabe der Mittel aus dem Topf für das Sanierungsgebiet „Alt-Copitz“ zu beschließen, und leitete die Vorlage ans Stadtparlament weiter. Der Ausschuss gab nur eine Beschlussempfehlung: Drei Räte votierten für den Rückbau, einer war dagegen, zwei enthielten sich der Stimme.

Der Abstimmung ging eine längere Diskussion voran, an deren Beginn Baubürgermeister Eckhard Lang (parteilos) an die Forstschreibung des Sanierungsprogramms für das Copitzer Fördergebiet erinnerte. Den Maßnahmekatalog dazu hatte der Stadtrat Ende Januar 2016 verabschiedet. Eines in dem Papier enthaltenen Vorhaben ist der Abriss der Scheune.

„Die Historie des Turmgutes ist uns Stadträten bislang nicht bekannt gewesen“, sagte daraufhin Peter Tränkner (Pirnaer Bürgerinitiativen). Als das Kuratorium Altstadt Pirna von den Abrissplänen hörte, wandte es sich in zwei Briefen an das Stadtoberhaupt, um den Abbruch zu verhindern. In den Schreiben ging der größte Kulturverein der Sandstein-Stadt auf die Geschichte der Scheune ein. Sie sei eines der letzten baulichen Zeugnisse der einst wohlhabenden Landgemeinde Copitz. Sein sandsteinernes Türmchen könnte namensgebend für die Turmgutstraße gewesen sein. „Das Gebäude ist ortsbildprägend“, betonte Tränkner.

WGP-Prokurist Dirk Perner stellte die Gründe dar, warum die Wohnungsgesellschaft den Abriss der Scheune plant. Das städtische Tochterunternehmen kann eine Sanierung des maroden Baus allein finanziell nicht stemmen. Über Jahre habe sie sich um private Investoren bemüht. „Es gab aber bis 2015 keine ernsthaften Interessensbekundungen“, so Perner. Die Scheune steht nicht auf der Denkmalschutzliste. Das benachbarte Gebäude Hauptstraße 17 dagegen schon. Dem möchte die WGP den Vorrang geben. „Für uns kommt eine Sanierung des Wohnhauses aber nur in Frage, wenn wir den künftigen Mietern Stellplätze anbieten können“, führte Perner weiter aus. Und diese sollen auf dem Hinterhof entstehen, an jener Stelle, wo sich derzeit noch die Scheune befindet.

Wie sich in der Debatte herausstellte, gab es einmal eine Anfrage eines Architekten, der in die Scheune hochwertige Loftwohnungen bringen wollte. Mit ihm soll die WGP bis zur nächsten Stadtratssitzung noch einmal in Kontakt treten und abfragen, ob derartige Pläne weiterhin bestehen.

„Traumschlösser nutzen uns nichts“, gab Peter Baldauf (CDU) zu bedenken. Für Wohnungen müsste die Fassade für Fenster aufgebrochen werden. „Dann bleibt vom jetzigen Charakter der Scheune nichts erhalten“, sagte Baldauf.

Von Silvio Kuhnert

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