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Obstbauern und Winzer atmen nach Frostnächten au

Eisnächte vorbei Obstbauern und Winzer atmen nach Frostnächten au

Es ist dann doch nicht so schlimm gewesen wie befürchtet: Die Frostnächte vor rund zwei Wochen haben auf den Obstplantagen und Weinbergen im Elbland nur geringe Schäden hinterlassen. Obstbauer Michael Görnitz rechnet mit 15 bis 20 Prozent weniger Erdbeeren. Trotz eines zusätzlichen Vlieses seien einige Blüten erfroren.

Die Frostnächte vor rund zwei Wochen haben auf den Obstplantagen und Weinbergen im Elbland nur geringe Schäden hinterlassen.

Quelle: Lars Müller

Meissen/Coswig. Es ist dann doch nicht so schlimm gewesen wie befürchtet: Die Frostnächte vor rund zwei Wochen haben auf den Obstplantagen und Weinbergen im Elbland nur geringe Schäden hinterlassen. Obstbauer Michael Görnitz rechnet mit 15 bis 20 Prozent weniger Erdbeeren. Trotz eines zusätzlichen Vlieses seien einige Blüten erfroren. „Es kann auch sein, dass es bei Stachel- und Johannisbeeren noch Ausfälle gibt“, so der Gartenbauingenieur. Das könne er aber derzeit noch nicht genau abschätzen. Bei den Obstbäumen habe es hingegen kaum Schäden gegeben, sagt er erleichert.

Der Weinbauverband Sachsen hat die Weingüter in der Region nach Frostschäden abgefragt, aber noch keinen Überblick erhalten. Man gehe jedoch davon aus, dass keine größeren Einbußen drohen. Eine seriöse Bilanz sei erst möglich, wenn in drei bis vier Wochen der Austrieb der Reben erfolgt ist. Zuversichtlich optimistisch ist man im Staatsweingut Schloss Wackerbarth. Ein Sprecher erklärte, mit den Feuern auf den Rebflächen habe man einen Totalausfall definitiv verhindern können. Schloss Proschwitz hat zwar keinen zusätzlichen Aufwand für Frostschutz betrieben, trotzdem ist auch Sachsens größtes Privatweingut nach Angaben Weinbergschef Walter Beck weitestgehend schadlos aus den Frostnächten gegangen. Lediglich in einer Junganlage seien einige Blättchen erfroren, die Reben würden jedoch wieder durchtreiben.

Wohl die meiste Aufmerksamkeit hatte Winzer Matthias Schuh aus Sörnewitz erregt. Seine Feuerstellen im Klausenberg zierten etliche Titelseiten in Sachsen. Und die Winzerszene im deutschsprachigen Raum diskutierte in sozialen Medien, ob die Taktik mit den Holzbriketts aufgehen werde. „Unser Dunkelfelder, den wir wegen des weit fortgeschrittenen Austriebs zwei Nächte lang mit jeweils 100 Feuern vor Frost geschützt haben, zeigt keine Schäden“, sagt der 29-Jährige nun erleichtert. Auch bei den anderen Rebsorten sehe es gut aus. „Mit nur minus 1,5 Grad Celsius in unseren tiefsten und damit frostgefährdetsten Lagen hatten wir im Gegensatz zu Kollegen in anderen Anbaugebieten viel Glück gehabt“, so der Weinbautechniker. Auch wenn ihm die Nachtschichten noch in den Knochen steckten, hat gemeinsam mit Helfern schon wieder 1.100 Löcher gegraben und Riesling neu aufgerebt. „ Das war lange terminiert.“ Schuh ist längst im Arbeitsalltag zurück und auf den kleinen Feuerstellen zwischen den Rebzeilen sprießt auch schon wieder Grün.

Das Weingut Matyas in Coswig teilte auf Anfrage mit, lediglich beim Müller-Thurgau auf einem Radebeuler Weinberg seien wenige Knospen erfroren. Einige Frostschäden melden auch Winzer aus den Ortschaften Oberau und Niederau, die weiter von der Elbe entfernt liegen. „Die Nachtfröste sind noch nicht ausgestanden“, schreibt das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in seinem aktuellen Pflanzenschutz-Warndienst Weinbau und gibt den Weinbauern konkrete Handlungstipps: Knospen, die äußerlich erfroren scheinen, könnten immer noch aus dem Innern heraus treiben, heißt es dort. Deshalb sollten die geschädigten Triebe auch jetzt noch nicht entfernt werden. Frostgeschädigte Reben dürften die Winzer nicht düngen, damit der Rebstock mit dem Neuaustrieb ausgeglichen wachsen kann. Die niedrigsten Temperaturen wurden nach Angaben des Landesamtes mit minus 2,9 Grad Celsius in Coswig gemessen. Lars Müller

Von Lars Müller

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