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OB Hanke siegte bis auf den Ortsteil Jessen in allen Wahlbezirken

Nach der Wahl in Pirna OB Hanke siegte bis auf den Ortsteil Jessen in allen Wahlbezirken

Noch in der Wahlnacht erwies sich Tim Lochner als fairer Verlierer und wünscht dem künftigen OB Klaus-Peter Hanke viel Erfolg. CDU muss Wahlschlappe eingestehen und führt das schlechte Abschneiden ihrer Kandidatin auf Amtsbonus zurück.

OB Klaus-Peter Hanke feierte mit Ehefrau Birgit sowie Freunden und Unterstützern den Wahlsieg im Gasthaus „Weißes Roß“.

Quelle: Daniel Förster

Pirna. Die Oberbürgermeister-Wahl in Pirna ist Geschichte. Amtsinhaber Klaus-Peter Hanke (parteilos) wird die Sandstein-Stadt weitere sieben Jahre regieren. Das Echo in den sozialen Netzwerken fällt geteilt aus. Es gibt sehr viele Gratulanten, aber auch etliche, die die verpasste Chance auf einen Wechsel an der Stadtspitze bedauern. Bei letztgenannten handelt es sich vor allem um die Anhänger von Tim Lochner. Der unabhängige OB-Bewerber zeigte dagegen noch in der Wahlnacht Größe und gratulierte den alten und neuen OB Hanke. „Er wird in den nächsten Jahren die Geschicke der Stadt Pirna lenken. Dafür wünsche ich ihm im Sinne der Bürger viel Erfolg“, schrieb Lochner zu nächtlicher Stunde.

Bis auf einen der 39 Wahlbezirke hatte Hanke immer die Nase vorn. Wenn es nach den 480 Wählern, die im Walter-Hultzsch-Heim ihre Stimme abgegeben haben, gegangenen wäre, würde Lochner jetzt ins Rathaus einziehen. Dort holte der Tischlermeister mit 50,5 Prozent sein bestes Einzelergebnis, was nicht verwundert, denn es ist das Wahllokal des Ortsteils Jessen, wo der 46-jährige Stadtrat wohnt.

Nach dem vorläufigen Wahlergebnis votierten 8613 Pirnaer – 60,5 Prozent der gültigen Stimmen – für OB Hanke. Lochner holte bei seiner ersten OB-Kandidatur auf Anhieb 32,9 Prozent. – Zur Erinnerung: als Hanke 2001 sich das erste Mal 2001 um den Chefsessel im Rathaus bewarb, erhielt er 32,6 Prozent, allerdings erst im zweiten Wahlgang. Sieger war damals der heutige Innenminister Markus Ulbig (CDU). – Lochners Dank gilt „den 4687 Wählern für das Vertrauen, welches sie mir mit ihrer Stimme entgegengebracht haben und damit auch den Wunsch nach Veränderungen in Pirna verdeutlichten.“ Er kündigte an, weiterhin nachhaltig Politik für die Einwohner Pirnas gestalten zu wollen. „Ich werde als Stadtrat weiter für Ihre Anliegen ein offenes Ohr haben und gemeinsam mit Ihnen an notwendigen Veränderungen in der Stadt arbeiten“, so Lochner.

Für die Pirnaer CDU entpuppte sich der Wahltag als ein Desaster. Die Kandidatin der Christdemokraten, Ina Hütter, knackte gerade einmal in fünf der 39 Wahlbezirke die Zehn-Prozent-Marke. Das beste Einzelergebnis errang sie im Ortsteil Liebethal mit 18 Prozent. In Neundorf und im Wahllokal soziokulturelles Zentrum Sonnenstein holte sie 10,7 Prozent und in der Alexa-Seniorenresidenz und im Seniorenzentrum Sächsische Schweiz jeweils 13,1 Prozent. In 34 Wahlbezirke blieb die Unternehmerin im einstelligen Prozentbereich und errang am Ende 6,6 Prozent bzw. 933 Stimmen – das schlechteste Ergebnis für einen CDU-Bewerber und ein Tiefschlag für Pirnas mitgliederstärkste Partei.

CDU-Stadtverbandschef Oliver Wehner musste eingestehen, dass das Ergebnis hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. „Wir wollten gern den OB stellen bzw. haben uns gewünscht, dass es knapper ausgeht“, so der Landtagsabgeordnete. Seiner Meinung nach lag die Wahlniederlage nicht an der eigenen Kandidatin, sondern Hanke habe vom Amtsbonus profitiert. „Die Bürger haben den, gewählt den sie kennen und dem Amtsinhaber ihr Vertrauen geschenkt“, führte der Landtagsabgeordnete weiter aus, der zum zweiten Mal nach der OB-Wahl 2009/10 mit seinem Wunschkandidatin bei den Pirnaern nicht punkten konnte. Zudem hätte Hanke vielen Themen der CDU besetzt, wie etwa die eines Veranstaltungssaals für Pirna oder innere Sicherheit durch Stärkung des Ordnungsamtes, so Wehner.

Sein Landtagskollege von der Linkspartei Lutz Richter wittert dagegen Morgenluft für künftige Wahlen. „Die Menschen wählen nicht mehr einfach CDU, weil es eben die CDU ist“, so der Pirnaer und Chef des Kreisverbandes. „Zwei desaströse Niederlagen in Folge können daher auch im CDU-Stadtverband sicher nicht ohne Folge bleiben“, meint Richter. Linke, SPD und Grüne hatten eine Wahlempfehlung für Hanke abgegeben.

Von Silvio Kuhnert

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