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Neue Pfarrer in Radebeul-Kötzschenbroda

Amtswechsel in der Friedenskirche Neue Pfarrer in Radebeul-Kötzschenbroda

Im November 2015 sind Annegret Fischer und ihr Mann Björn-Hendrik als neue Pfarrer an die Friedenskirche in Radebeul-Kötzschenbroda gekommen. Nicht nur die Mitglieder der Kirchgemeinde sollen wissen, dass sie als die Neuen mit vielen ins Gespräch kommen wollen.

Die scheidende Pfarrerin Antje Pech und die neuen Pfarrer Annegret und Björn-Hendrik Fischer (v. l.) vor der evangelisch-lutherischen Friedenskirche in Radebeul-Kötzschenbroda.

Quelle: Dietrich Flechtner

Radebeul. Im Erdgeschoss teilen Ehrenamtliche Essen an Bedürftige aus. Ein Stockwerk darüber sind Kinderstimmen hinter einer Tür zu hören. „Unten Radebeuler Tafel, oben Krabbelkreis – es ist immer viel los in unserem Gemeindehaus“, sagt Björn-Hendrik Fischer. In Bewegung geraten ist jetzt auch die Leitung der evangelisch-lutherischen Friedenskirche in Radebeul-Kötzschenbroda. Im November 2015 sind Annegret Fischer und ihr Mann Björn-Hendrik als neue Pfarrer hierher gekommen, Nachfolger von Wolfram Salzmann. Antje Pech wiederum, seit 2010 hier erste Pfarrerin, verabschiedet sich am 1. Mai. Die 44-Jährige wird Superintendentin des Kirchenbezirks Löbau-Zittau.

Bei Händlern, Gewerbetreibenden und Gaststätteninhabern haben sich Annegret und Björn-Hendrik Fischer schon mal vorgestellt. Nicht nur die Mitglieder der Kirchgemeinde sollen wissen, dass sie als die Neuen mit vielen ins Gespräch kommen wollen.

Björn-Hendrik Fischer, Jahrgang 1982, ist in Frankfurt am Main, fünf Jahre lang auch in Barcelona aufgewachsen, als Sohn einer Lehrerin und eines Ingenieurs. Aufgeschlossen für christliche Religion hat ihn unter anderem die Musik. Mit dem Kinder- und Jugendchor des Hessischen Rundfunks trat er auch in Kirchen auf - ein Eindruck mit Langzeitwirkung.

Den Entschluss, Pfarrer zu werden, fasste er allerdings erst während des Studiums, bei einem Auslandsjahr im US-amerikanischen Atlanta, wie er erzählt. „In der Auseinandersetzung mit klassischen Texten habe ich gemerkt: Die Philosophen stellen die besten Fragen und Theologen haben die besten Antworten.“

Annegret Fischer ist 1979 in Rüdersdorf bei Berlin geboren und in Nickritz bei Riesa aufgewachsen – „in einem bekennenden christlichen Haushalt, mit allen Einschränkungen, die das zu DDR-Zeiten bedeutete“, wie sie erzählt. Ihre Mutter ist Lehrerin, ihr Vater studierte Landwirtschaft.

Zur Theologie ist sie über die Psychologie gekommen. Von Göttingen ging sie nach Berlin und Leipzig – wohin auch Björn-Hendrik Fischer gewechselt war. So fanden Ost-Frau und West-Mann in der Messestadt zueinander.

Ihre erste gemeinsame Pfarrstelle hatten sie in Marbach (Striegistal), in einer Dorfgemeinde mit rund 1300 Mitgliedern und vier Kirchtürmen.

„Da kennt man alle Generationen, das ist sehr familiär“, sagt sie. „Als Seelsorger haben wir auf den Höfen gestanden und nach dem Befinden der Schwiegermutter gefragt“, fügt Björn-Hendrik Fischer hinzu. „Beziehungen sind ganz wichtig gewesen.“ Erfahrungen wie diese haben sie mit nach Radebeul gebracht.

Hier indes gehören etwa 4000 Protestanten zur Gemeinde. Da ist es nicht mehr so übersichtlich. Dennoch hält Annegret Fischer an der Gewohnheit fest, bei Gesprächen die Leute zu Hause zu besuchen. Und sie zeigen sich in der Öffentlichkeit. Am 27. Januar haben sie sich mit Mitgliedern ihrer Gemeinde am stillen Protest des Bündnisses „Buntes Radebeul“ gegen eine Demonstration der aus Meißen stammenden nationalistischen Sächsischen Volkspartei beteiligt.

„Dafür haben wir viel anerkennende Rückmeldungen und Kontakt zu Engagierten bekommen“, sagt Annegret Fischer. Und ihr Mann fügt hinzu:

„Wir sind nicht solche Kirchenmäuse, die sich wohlfühlen, wenn sie die Türen hinter sich zumachen können.“ An der Kirche erinnert ein Banner mit einem Zitat aus dem Matthäus-Evangelium daran, dass auch Jesus einst als Fremder aufgenommen wurde.

Nun kommen auch Bauaufgaben auf sie zu. Der Sandstein des Turms ist verwittert. Er muss saniert werden, damit es nicht noch schlimmer wird.

Annegret Fischer will das organisieren. Doch ehe es losgehen kann, muss sie sich für die geschätzten 400.000 Euro an Baukosten um Fördermittel und Spenden bemühen.

Dabei können sie auf engagierte Gemeindemitglieder zählen. „Sie arbeiten in anspruchsvollen Berufen, in denen sie hohe Leistung gewohnt sind“, berichtet Pfarrerin Antje Pech. „Und in die Kirchgemeinde bringen sie sehr viel Freizeit ein.“ Auf etwa 500 Ehrenamtliche können sie zählen, die selbstständig in mehreren Gruppen arbeiten. Viele von ihnen beispielsweise sorgen dafür, dass die Friedenskirche von Ostern bis Ende Oktober von 10 bis 18 Uhr geöffnet ist.

Besonders ausgeprägt sind Angebote für die jüngere Generation. Wöchentlich gehen um die 300 Kinder bei uns ein und aus.“ Die drei Pfarrer und zwei Gemeindepädagogen bereiten rund 120 Mädchen und Jungen mit Unterricht auf die Konfirmation vor.

2011 hat die sächsische Landeszentrale für politische Bildung die Friedenskirche als „Politischen Ort“ ausgezeichnet. Beim letzten Herbst- und Weinfest, das Antje Pech mit eröffnete, ging die Hälfte der Einnahmen an die Flüchtlingsarbeit. Sie planen, einen Flüchtling für ein halbes Jahr als Bundesfreiwilligen zu beschäftigen.

Friedenskirche Radebeul

Geschichte : Baujahr der ursprünglichen Kirche unbekannt; erstmals in einer Urkunde erwähnt 1273; 1429 gesamter Ort von den Hussiten zerstört;

1477-1510 Neubau; 1627 Wiederaufbau nach Brand; 1637 Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg, bis 1656 Wiederaufbau; 1885 Umbau und Vergrößerung zu heutiger Gestalt

Gebäude: im 19. Jh. nach Plänen des Dresdner Architekten Karl Weißbach in neugotischem Stil umgebaut; Altarraum mit gotischen Fenstern und Turm bis zur Brüstung über der Uhr aus dem 15. Jh. erhalten

Kanzel : achteckiger Kanzelkorb von 1642 mit gemalter Darstellung der vier Evangelisten als einziges altes Ausstattungsstück erhalten

Orgel : Instrument der Dresdner Firma Jehmlich von 1929

Altarfenster : drei Fenster mit 35 farbigen Glasbildern von 1963 nach Entwurf von Christian Rietschel (Leiter des Kunstdienstes); jedes der drei Fenster bezieht sich auf eine Seligpreisung in der Bergpredigt

Turmzimmer: seit 1995 Gedenkstätte für die Unterzeichnung des Waffenstillstands zwischen Sachsen und Schweden am 27. August 1645

Johanneskapelle : in Naundorf; 1908 als einschiffige Saalkirche errichtet nach Plänen von Woldemar Kandler (1866-1929) auf 1906 angelegtem Friedhof; 2008 gestaltete Radebeuler Künstlerin Ju Sobing neuen Wandsockel

Wichernkapelle : schlichter Sakralbau, 1938 in ehemaliger Klempnerwerkstatt in Lindenau

www.friedenskirchgemeinde-radebeul.de

Von Tomas Gärtner

Altkötzschenbroda 40, 01445 Radebeul 51.1043604 13.6332533
Altkötzschenbroda 40, 01445 Radebeul
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